Goldpreis KW 44/2026 – Ölpreis lässt Gold abschmieren
Drei Tage lang sah es nach Erholung aus. Gold kletterte auf fast 4.080 US-Dollar je Feinunze, und die Notenbanken in den USA und in Europa ließen die Zinsen, wo sie waren. Am Freitag war es dann vorbei mit Friede, Freude, Eierkuchen. Steigende Verbraucherpreise in Europa, neue Angriffe am Golf, brennende Raffinerien in Russland: Plötzlich stehen Zinserhöhungen im Raum. Der Goldpreis fiel so tief wie seit fast einem Jahr nicht mehr.
ALLE PREISE IN US-DOLLAR.
TL;DR – Die Woche in Zahlen
- Wochenhoch: 131,11 USD/g (Mittwoch, 28.10., im Tagesverlauf)
- Wochentief: 124,32 USD/g (Freitag, 30.10., im Tagesverlauf)
- Schlusskurs Freitag: 124,57 USD/g
- Wochenveränderung: -4,03 USD/g (-3,14 %)
- Wichtigstes Ereignis: Am Freitag stürzte Gold auf den tiefsten Stand seit fast einem Jahr. Neue Zahlen zeigen, dass die Teuerung in der Eurozone weit über dem Ziel der EZB von 2 Prozent liegt, in Spanien etwa bei 4,9 Prozent. Der Markt rechnet nun mit höheren Zinsen in Europa und den USA, und davon hat Gold nichts, denn es zahlt keine.
Preisentwicklung im Detail
| Tag | Datum | Schlusskurs | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Montag | 26.10.2026 | 129,12 USD/g | +0,41 % |
| Dienstag | 27.10.2026 | 130,51 USD/g | +1,07 % |
| Mittwoch | 28.10.2026 | 130,74 USD/g | +0,18 % |
| Donnerstag | 29.10.2026 | 129,30 USD/g | -1,11 % |
| Freitag | 30.10.2026 | 124,57 USD/g | -3,66 % |
Montag, 26.10. – 129,12 USD/g (+0,41%)
In Deutschland hellte sich die Stimmung der Unternehmen leicht auf: Das Geschäftsklima des ifo Instituts (Institut für Wirtschaftsforschung) stieg auf 90,2 Punkte, erwartet waren 90,0. Der Ölpreis gab nach dem Sprung der Vorwoche etwas nach, der Preis für Gas in Europa blieb dagegen sehr hoch. Gold startete bei 128,69 USD/g, rutschte im Tagesverlauf kurz auf 128,27 USD/g und schloss bei 129,12 USD/g. Damit lag Gold zum Handelsschluss umgerechnet wieder über 4.000 US-Dollar je Feinunze.
Dienstag, 27.10. – 130,51 USD/g (+1,07%)
Der beste Tag der Woche. Berichte über neue Gespräche am Persischen Golf ließen den Ölpreis sinken. In Spanien stieg die Arbeitslosigkeit auf 10,2 Prozent, erwartet waren 9,9 Prozent. In den USA waren die Verbraucher deutlich besser gelaunt als gedacht: Das Verbrauchervertrauen des Conference Board, eines privaten Instituts für Wirtschaftsforschung, stieg auf 91,7 Punkte, erwartet waren 81,2. Gold fiel früh am Tag auf 128,25 USD/g und kletterte dann bis auf 130,71 USD/g.
Mittwoch, 28.10. – 130,74 USD/g (+0,18%)
In Australien stieg die Teuerung im dritten Quartal auf 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erwartet waren 4,2 Prozent. Die Notenbank in Neuseeland ließ den Zins überraschend bei 2,75 Prozent, erwartet war eine Erhöhung auf 3,00 Prozent. Kanada erhöhte den Zins wie erwartet auf 2,50 Prozent. In Deutschland sank die Kauflaune der Verbraucher (GfK-Konsumklima) auf minus 30,8 Punkte, erwartet waren minus 30,1. Der Ölpreis stieg wieder, nach der Wahl in Israel und Berichten über neue Angriffe im Iran. Um 19:00 Uhr ließ die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Zins bei 4,00 Prozent, schloss eine Erhöhung im Dezember aber nicht aus. Gold erreichte an diesem Tag mit 131,11 USD/g das Hoch der Woche.
Donnerstag, 29.10. – 129,30 USD/g (-1,11%)
Aus den USA kamen gleich drei Zahlen, die für höhere Zinsen sprechen. Die Wirtschaft wuchs im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 3,4 Prozent, erwartet waren 3,2 Prozent. Weniger Menschen als erwartet meldeten sich neu arbeitslos. Und der Preisindex der Konsumausgaben (PCE, Personal Consumption Expenditures), das Maß für die Teuerung, auf das die Fed am meisten achtet, stieg im September auf 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ den Zins um 14:15 Uhr wie erwartet bei 2,65 Prozent. Gold fiel im Tagesverlauf bis auf 128,76 USD/g, blieb zum Handelsschluss aber umgerechnet knapp über 4.000 Dollar je Feinunze.
Freitag, 30.10. – 124,57 USD/g (-3,66%)
Schon in der Nacht berichteten Medien, dass der oberste Militär der USA Präsident Trump persönlich über Optionen im Iran berät. Am Morgen meldete eine Behörde einen Angriff mit Haftminen (Sprengsätze, die an einem Schiffsrumpf befestigt werden) in der Straße von Hormus. Dann kamen die Zahlen zur Teuerung in Europa. In Italien stiegen die Verbraucherpreise im Oktober um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat, erwartet waren 0,1 Prozent. Auch in Frankreich lag das Plus mit 0,4 Prozent über den Erwartungen, in Spanien blieb die Teuerung bei hohen 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nur in Deutschland sanken die Preise leicht. Gold lag den ganzen Tag umgerechnet unter 4.000 Dollar je Feinunze. Am Vormittag kam es bis auf 128,55 USD/g an die Marke heran, danach ging es bergab, am steilsten zwischen 13:30 und 15:30 Uhr. Am Abend erreichte Gold mit 124,32 USD/g das Tief der Woche und schloss bei 124,57 USD/g.
Wochenhoch und Wochentief
Das Wochenhoch erreichte der Goldpreis am Mittwoch, 28.10., im Tagesverlauf mit 131,11 USD/g. Das Wochentief lag am Freitag, 30.10., im Tagesverlauf bei 124,32 USD/g. Zwischen Hoch und Tief lagen damit 6,79 USD/g, fast genauso viel wie in der Vorwoche mit 6,82 USD/g. Drei Tage aufwärts, zwei Tage abwärts, und allein am Freitag ein Minus von 3,66 Prozent.
Drei Tage zurück über 4.000 Dollar
Die Vorwoche hatte Gold drei Cent unter der Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze beendet. Schon am Montag war Gold wieder darüber. Bis Mittwoch kletterte der Goldpreis auf 131,11 USD/g, das sind rund 4.078 Dollar je Feinunze. Gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche war das ein Plus von gut 2 Prozent.
Rückenwind kam vom Öl. Am Montag und Dienstag sank der Ölpreis, weil am Persischen Golf wieder von Gesprächen die Rede war. Weniger teures Öl heißt weniger Druck auf die Preise, und damit weniger Grund für höhere Zinsen. Das ist genau die Mechanik, die Gold in den Vorwochen gebremst hatte, diesmal nur andersherum.
Die Tür für höhere Zinsen geht auf
Die Woche war voll mit Entscheidungen über die Zinsen. Fünf Notenbanken legten fest, was Geld kostet: Neuseeland, Kanada, die USA, die Eurozone und Japan. Keine davon senkte den Zins. Kanada erhöhte ihn sogar, und in Neuseeland hatten Händlerinnen und Händler ebenfalls mit einer Erhöhung gerechnet.
Fed und EZB ließen ihre Zinsen unverändert, bei 4,00 Prozent in den USA und 2,65 Prozent in der Eurozone. Das war erwartet und bewegte den Goldpreis kaum, denn an den Märkten ist das Erwartete längst eingerechnet. Wichtiger war ein Satz der Fed: Eine Erhöhung im Dezember schloss sie nicht aus. Für die Märkte zählt eben nicht nur, was eine Notenbank heute tut, sondern was sie morgen tun könnte.
Am Donnerstag lieferten die USA die passenden Zahlen dazu. Die Wirtschaft wuchs kräftig, und die Teuerung stieg auf 3,6 Prozent. Die Fed will sie bei 2 Prozent halten. Liegt sie fast doppelt so hoch, wird eine Erhöhung wahrscheinlicher. Höhere Zinsen machen Staatsanleihen und Sparkonten attraktiver, und Gold zahlt keine Zinsen. Gold verlor an diesem Tag 1,11 Prozent.
Der Freitag kippt die Woche
Am Freitag kam die Sorge um die Zinsen auch in Europa an. In Spanien liegt die Teuerung bei 4,9 Prozent, mehr als doppelt so hoch wie das Ziel der EZB von 2 Prozent. In Italien und Frankreich stiegen die Preise im Oktober stärker als erwartet, in Italien sogar um 0,9 Prozent in nur einem Monat. Als wichtigster Grund gelten die hohen Preise für Sprit und Gas, und teure Energie macht über Transport und Herstellung fast alles teurer. Am Markt rechnet man seitdem überwiegend damit, dass auch die EZB die Zinsen im Dezember erhöht.
Dazu kamen die Meldungen vom Persischen Golf und aus Russland, wo die Ukraine wieder Raffinerien angriff. Raffinerien machen aus Rohöl Benzin und Diesel. Fallen sie aus, wird der Sprit teurer, auch wenn genug Rohöl da ist. Krieg und Angst rufen eigentlich nach Gold. Doch teure Energie heißt höhere Preise für fast alles, höhere Preise heißt höhere Zinsen, und höhere Zinsen bremsen Gold. Deshalb fiel der Goldpreis, während die Schlagzeilen nach Schutz klangen.
Dazu kam die Marke von 4.000 Dollar je Feinunze. Am Vormittag fehlten Gold noch 1,64 Dollar bis dorthin, dann drehte der Kurs nach unten. Viele Händlerinnen und Händler richten sich nach solchen runden Marken. Schafft der Kurs den Sprung nicht, verkaufen sie, und das drückt den Preis weiter. Am Abend fiel Gold auf 124,32 USD/g und damit unter das Tief der letzten 52 Wochen, das bis dahin bei 124,97 USD/g lag. Auch Silber fiel auf den tiefsten Stand seit November 2025.
Fazit und Ausblick auf KW 45
Gold beendete die Woche mit einem Minus von 3,14 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche. Es ist das dritte Wochenminus in Folge und das fünfte in sechs Wochen. Das Plus von Montag bis Mittwoch verlor Gold am Donnerstag und Freitag wieder, und noch einiges mehr. Gegenüber dem Hoch der letzten 52 Wochen bei 179,10 USD/g liegt Gold nun rund 30 Prozent tiefer.
Die neue Woche beginnt in China. Schon am Samstag, 31.10., meldet das Land, wie seine Einkaufsmanager in Industrie und Dienstleistung die Lage einschätzen. In den USA wird am Dienstag, 3.11., der Kongress neu gewählt. Für Gold zählt aber vor allem eine Frage: Wie hoch bleibt die Teuerung, und wie reagieren Fed und EZB darauf? Nach oben liegt die Marke von 4.000 Dollar je Feinunze (128,60 USD/g), nach unten das neue Tief der letzten 52 Wochen bei 124,32 USD/g.
Quelle: Deutsche Börse (XETRA-GOLD), Forex Factory Economic Calendar, dpa-AFX
Stand: 30.10.2026, 22:00 Uhr (Schlusskurs final) | ALLE PREISE IN US-DOLLAR
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Text: Ishy Bazooka für Goldbrief | Stand: Oktober 2026
Disclaimer: Dies ist keine Anlageberatung. Goldbrief fasst lediglich die Ereignisse der Woche zusammen. Der genannte Marktpreis ist nicht der Ankaufspreis. Goldankäufer zahlen weniger, da sie Verarbeitung, Versand und Marge einkalkulieren müssen. Preise in USD.