Goldpreis KW 42/2026 – Wenn Inflation den Goldpreis drückt

Gold gilt gemeinhin als Schutz vor Inflation. Doch als am Mittwoch feststand, dass die Verbraucherpreise in den USA im September stärker gestiegen sind als erwartet, fiel der Goldpreis um 1,49 Prozent. Am Freitag bestätigte sich auch für die Eurozone eine Teuerung von 3,8 Prozent. Warum hilft Inflation dem Gold nicht? Die Antwort hat mit Zinsen zu tun.

ALLE PREISE IN US-DOLLAR.

TL;DR – Die Woche in Zahlen

  • Wochenhoch: 134,94 USD/g (Freitag, 16.10., im Tagesverlauf)
  • Wochentief: 131,02 USD/g (Mittwoch, 14.10., im Tagesverlauf)
  • Schlusskurs Freitag: 134,03 USD/g
  • Wochenveränderung: -0,85 USD/g (-0,63 %)
  • Wichtigstes Ereignis: Die höhere Teuerung in den USA ließ den Markt auf eine weitere Zinserhöhung im Oktober setzen und so rutschte der Goldpreis am Mittwoch auf das Tief der Woche. Donnerstag drehte diese Erwartung, am Freitag dämpfte sie Kevin Warsh, Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), zusätzlich. Gold holte fast alle Verluste wieder auf und schloss die Woche knapp im Minus.

Preisentwicklung im Detail

TagDatumSchlusskursVeränderung
Montag12.10.2026134,10 USD/g-0,58 %
Dienstag13.10.2026133,85 USD/g-0,19 %
Mittwoch14.10.2026131,85 USD/g-1,49 %
Donnerstag15.10.2026134,19 USD/g+1,77 %
Freitag16.10.2026134,03 USD/g-0,12 %

Montag, 12.10. – 134,10 USD/g (-0,58%)

In den USA, in Kanada und in Japan war Feiertag, entsprechend ruhig lief der Handel. In Bangkok begann das Treffen des Internationalen Währungsfonds (IWF), das bis zum Ende der Woche dauerte. Gold startete bei 134,73 USD/g und gab im Tagesverlauf nach.

Dienstag, 13.10. – 133,85 USD/g (-0,19%)

In Deutschland stiegen die Verbraucherpreise im September um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, so wie erwartet. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) senkte ihre Prognose für die Nachfrage nach Öl deutlich. Gold gab den zweiten Tag in Folge leicht nach.

Mittwoch, 14.10. – 131,85 USD/g (-1,49%)

Der schwächste Tag der Woche. Am Morgen kamen Zahlen aus China: Die Verbraucherpreise stiegen im September um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, etwas weniger als erwartet. In Deutschland zogen die Preise im Großhandel um 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat an, erwartet waren nur 0,6 Prozent. Am Nachmittag folgte der Verbraucherpreisindex (VPI) aus den USA mit 3,7 Prozent Teuerung gegenüber dem Vorjahr, erwartet waren 3,6 Prozent. Gold fiel den dritten Tag in Folge und erreichte im Tagesverlauf einen Stand von 131,02 USD/g.

Donnerstag, 15.10. – 134,19 USD/g (+1,77%)

In den USA stiegen die Preise der Hersteller (Erzeugerpreisindex, EPI) im September um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, mehr als doppelt so stark wie erwartet. Dabei setzte der Einzelhandel in den USA mit einem Plus von 0,8 Prozent mehr um als erwartet. In der Schweiz stiegen die Erzeugerpreise dagegen nur um 0,3 Prozent, erwartet waren 0,6 Prozent. Gold holte den Verlust vom Mittwoch an einem Tag komplett zurück und schloss sogar über dem Schlusskurs vom Montag. Es war der stärkste Tag der Woche.

Freitag, 16.10. – 134,03 USD/g (-0,12%)

Am frühen Morgen sprach Fed-Chef Kevin Warsh beim Treffen des IWF in Bangkok. In der Eurozone bestätigten die Statistiker die Teuerung für September mit 3,8 Prozent. Gold kletterte am Nachmittag auf das Hoch der Woche bei 134,94 USD/g, gab bis zum Abend aber wieder nach. Zum Handelsschluss um 22:00 Uhr stand Gold bei 134,03 USD/g, knapp unter dem Schlusskurs vom Donnerstag.

Wochenhoch und Wochentief

Das Wochenhoch erreichte der Goldpreis am Freitag, 16.10., im Tagesverlauf mit 134,94 USD/g. Das Wochentief lag am Mittwoch, 14.10., im Tagesverlauf bei 131,02 USD/g. Zwischen Hoch und Tief lagen damit 3,92 USD/g, etwas weniger als in der Vorwoche mit 4,34 USD/g. Die Form der Woche: drei Tage abwärts, dann ein kräftiger Sprung am Donnerstag und am Freitag kaum Bewegung auf dem höheren Niveau.

Inflation steigt, Gold fällt: Wie passt das?

Gold hat den Ruf, „vor Inflation zu schützen“. Am Mittwoch zeigte jedoch sich, dass dieser Ruf nicht immer gilt. Die Preise in den USA stiegen im September um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, ohne Energie und Lebensmittel um 2,6 Prozent. Beides lag leicht über den Erwartungen. Gold fiel aber um 1,49 Prozent.

Der Grund liegt bei den Zinsen. Steigen die Preise stärker als gedacht, wird eine weitere Zinserhöhung der Fed wahrscheinlicher. Höhere Zinsen machen Staatsanleihen attraktiver, denn wer sie kauft, bekommt mehr dafür. Ein Barren im Tresor bringt dagegen nichts ein, egal wie hoch die Zinsen stehen. Also floss Geld aus Gold in Anleihen. Der Ruf als Schutz vor Inflation stammt aus langen Zeiträumen. Auf Sicht von Tagen zählt, was die Notenbank als Nächstes tut.

Europa hat sogar mehr Teuerung, aber Gold schaut auf die USA

In der Eurozone liegt die Teuerung mit 3,8 Prozent sogar etwas höher als in den USA. Das bestätigten die Statistiker am Freitag für September. In Deutschland stiegen die Preise im Großhandel im September um 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat, mehr als dreimal so viel wie erwartet. Und Heizöl kostet in Deutschland spürbar mehr als vor einem Jahr.

Warum bewegt dann eine Zahl aus den USA den Goldpreis stärker als eine aus Europa? Gold wird weltweit in US-Dollar gehandelt. Wer Gold hält, vergleicht es deshalb vor allem mit den Zinsen, die es in Dollar gibt. Steigen diese Zinsen, fällt der Vergleich für Gold schlechter aus. Die Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) spielen dafür eine kleinere Rolle.

Der Fed-Chef bremst, Gold zieht an

Am Donnerstag änderte der Markt seine Meinung. Nach den Zahlen vom Mittwoch rechneten mehr Händlerinnen und Händler damit, dass die Fed die Zinsen noch im Oktober weiter anhebt. Ab Donnerstag schwand diese Erwartung, obwohl die Erzeugerpreise in den USA mehr als doppelt so stark stiegen wie erwartet. Gold machte den Verlust vom Mittwoch an einem Tag wieder wett.

Am Freitagmorgen kam Rückenwind aus Bangkok. Die Worte von Fed-Chef Kevin Warsh beim Treffen des IWF dämpften am Markt die Erwartung einer schnellen weiteren Zinserhöhung. Für Gold ist das die Rechnung vom Mittwoch, nur umgekehrt: Bleiben die Zinsen, wo sie sind, werden Anleihen nicht noch attraktiver, und der Nachteil von Gold wächst nicht weiter. Der Goldpreis reagierte diese Woche also nicht auf die Inflation selbst, sondern auf die Frage, was die Fed daraus macht.

Fazit und Ausblick auf KW 43

Gold beendete die Woche mit einem Minus von 0,63 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche. Es ist das dritte Wochenminus in vier Wochen. Die wichtigste Marke hielt aber: Das Tief lag mit 131,02 USD/g über dem Tief der Vorwoche bei 130,74 USD/g. Nach oben blieb der Bereich um 136 USD/g unerreicht. Damit ist auch die Frage aus der Vorwoche beantwortet: Ein Ausbruch nach oben blieb aus.

In der kommenden Woche bleiben die Zinsen das Thema. Nach dem Auftritt von Warsh rechnet der Markt mit einer Pause im Oktober, doch jede neue Zahl zur Teuerung kann das wieder drehen. Nach unten liegt die Marke bei rund 131 USD/g, nach oben bei 136 USD/g. Zur Einordnung: Das Hoch der letzten 52 Wochen lag bei 179,10 USD/g, Gold steht damit rund ein Viertel darunter.

Quelle: Deutsche Börse (XETRA-GOLD), Forex Factory Economic Calendar, dpa-AFX
Stand: 16.10.2026, 22:00 Uhr (Schlusskurs final) | ALLE PREISE IN US-DOLLAR

Text: Ishy Bazooka für Goldbrief | Stand: Oktober 2026

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