Goldpreis KW 41/2026 – Wenn Chinas Goldkäufer zurück sind

Quellen zufolge kaufte die Zentralbank Chinas im September 21 Tonnen Gold. So viel wie seit drei Jahren nicht mehr. Als diese Zahl am Mittwoch bekannt wurde, fiel der Goldpreis ausgerechnet um 1,63 Prozent auf den tiefsten Stand der Woche. Aber wie passt das zusammen? Die Antwort steht im Kalender: In China waren die Märkte wegen Feiertagen eine ganze Woche geschlossen. Seit Donnerstag sind Chinas Goldkäufer zurück, und schon ging es zwei Tage in Folge nach oben.

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TL;DR – Die Woche in Zahlen

  • Wochenhoch: 135,08 USD/g (Freitag, 09.10., im Tagesverlauf)
  • Wochentief: 130,74 USD/g (Mittwoch, 07.10., im Tagesverlauf)
  • Schlusskurs Freitag: 134,88 USD/g
  • Wochenveränderung: +1,59 USD/g (+1,19 %)
  • Wichtigstes Ereignis: Chinas Zentralbank meldete den größten Goldkauf seit drei Jahren, während die Märkte in China wegen Feiertagen noch geschlossen waren. Kaum waren die Händler am Donnerstag zurück, drehte der Kurs ins Plus. Es ist das erste Wochenplus nach zwei Wochen mit Verlusten.

Preisentwicklung im Detail

TagDatumSchlusskursVeränderung
Montag05.10.2026133,11 USD/g-0,13 %
Dienstag06.10.2026134,05 USD/g+0,70 %
Mittwoch07.10.2026131,86 USD/g-1,63 %
Donnerstag08.10.2026132,88 USD/g+0,77 %
Freitag09.10.2026134,88 USD/g+1,51 %

Montag, 05.10. – 133,11 USD/g (-0,13%)

Ein ruhiger Start. In China blieben die Märkte wegen der Feiertage geschlossen, und damit fehlte einer der größten Goldmärkte der Welt. Am Wochenende hatte die Gruppe der Ölförderstaaten (Opec+) ihr Ziel für die Fördermenge nicht angehoben. In der Eurozone fiel ein wichtiger Stimmungsindex für Anlegerinnen und Anleger (Sentix) auf 2,7 Punkte, erwartet waren 4,5. Gold bewegte sich kaum und schloss knapp im Minus.

Dienstag, 06.10. – 134,05 USD/g (+0,70%)

Aus Deutschland kam eine Zahl, die aufhorchen ließ: Die Aufträge der Industrie brachen im Vergleich zum Vormonat um 10,6 Prozent ein, erwartet war ein Minus von 0,9 Prozent. In Japan sprach der Chef der Notenbank, Kazuo Ueda. Gold legte zu und schloss am höchsten Stand der Tage von Montag bis Donnerstag.

Mittwoch, 07.10. – 131,86 USD/g (-1,63%)

Der schwächste Tag der Woche. Die Zentralbank Chinas meldete den größten Kauf von Gold seit drei Jahren, doch der Goldpreis fiel deutlich und erreichte im Tagesverlauf 130,74 USD/g. Die Produktion der deutschen Industrie stieg dagegen um 2,0 Prozent, erwartet waren 0,5 Prozent. Am Abend mussten die USA für zehnjährige Staatsanleihen 5,30 Prozent Zinsen bieten, nach 4,83 Prozent bei der vorherigen Auktion. Kurz danach veröffentlichte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das Protokoll ihrer letzten Sitzung.

Donnerstag, 08.10. – 132,88 USD/g (+0,77%)

Die Feiertage in China waren vorbei, die Händlerinnen und Händler zurück am Markt. Gold erholte sich und machte knapp die Hälfte des Verlusts vom Mittwoch wieder wett. Am Golf griff die Huthi-Miliz aus dem Jemen erneut Ziele in Saudi-Arabien an, und der Ölpreis zog deutlich an. Am Abend kündigte US-Präsident Donald Trump an, den Iran bis zu den Kongresswahlen im November nicht anzugreifen.

Freitag, 09.10. – 134,88 USD/g (+1,51%)

Gold sprang gleich zum Start des Handels nach oben, gab am Nachmittag kurz nach und zog am Abend wieder an. An den Märkten für Anleihen ließ der Druck etwas nach. Der Ölpreis fiel, nachdem Berichte über angeblich neue Angriffe der USA dementiert wurden. In der Schweiz sank die Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher auf minus 36 Punkte, erwartet waren minus 32. Zum Handelsschluss um 22:00 Uhr stand Gold bei 134,88 USD/g, nur knapp unter dem Hoch der Woche. Es war der stärkste Tag der Woche.

Wochenhoch und Wochentief

Das Wochenhoch erreichte der Goldpreis am Freitag, 09.10., im Tagesverlauf mit 135,08 USD/g. Das Wochentief lag am Mittwoch, 07.10., im Tagesverlauf bei 130,74 USD/g. Zwischen Hoch und Tief lagen damit 4,34 USD/g. Auffällig ist die Form der Woche: erst seitwärts, dann der Knick am Mittwoch, danach zwei Tage aufwärts.

Chinas Zentralbank kauft, und Gold fällt trotzdem

Die Zentralbank Chinas kaufte im September 21 Tonnen Gold. Es ist der größte Kauf in einem Monat seit drei Jahren und der 23. Monat in Folge, in dem sie ihre Reserven aufstockt. Der Bestand liegt jetzt bei 2.196 Tonnen.

Warum fiel der Goldpreis dann ausgerechnet am Tag dieser Meldung? Die Zahl beschreibt den September. Was schon gekauft ist, treibt den Preis von heute nicht mehr. Dazu kommt: Nach 22 Monaten mit Käufen war ein weiterer Kauf keine Überraschung. Neu war nur die Menge, nicht die Richtung.

Die Goldene Woche: Warum China eine Woche lang fehlte

Am 1. Oktober feiert China seinen Nationalfeiertag. Daraus wird jedes Jahr eine ganze Woche Urlaub, die Goldene Woche. Die Börsen bleiben geschlossen, und damit fehlen am Goldmarkt Käuferinnen und Käufer aus einem der wichtigsten Länder für Gold. Dieses Jahr dauerte die Pause bis einschließlich Mittwoch, 07.10.

Die Meldung der Zentralbank erschien also an einem Tag, an dem Chinas Händler noch gar nicht handeln konnten. Ab Donnerstag waren sie zurück. Seitdem stieg Gold um 0,77 Prozent und am Freitag um 1,51 Prozent. Beweisen lässt sich ein solcher Zusammenhang nicht, aber die Reihenfolge ist auffällig: geschlossen, Meldung, Rückkehr, Plus.

Entwarnung aus Washington, Gold steigt trotzdem

Am Donnerstagabend kündigte Donald Trump an, den Iran bis zu den Kongresswahlen in den USA im November nicht anzugreifen. Weniger Kriegsgefahr bedeutet normalerweise weniger Nachfrage nach Gold. Trotzdem legte der Goldpreis am Freitag zu.

Getrieben wurde der Kurs von anderer Seite: An den Märkten für Anleihen ließ der Druck nach. Für Gold ist das eine gute Nachricht, denn Gold selbst zahlt keine Zinsen. Je weniger Anleihen abwerfen, desto weniger entgeht dem, der stattdessen Gold hält.

Fazit und Ausblick auf KW 42

Gold beendete die Woche mit einem Plus von 1,19 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche. Nach zwei Verlustwochen in Folge ist es das erste Wochenplus seit KW 38. Die Woche zerfiel in zwei Hälften: Ohne China lief wenig, mit China ging es aufwärts. Die Meldung der Zentralbank wirkte dabei nicht sofort, sondern erst, als die Händler aus dem Urlaub zurück waren.

In der kommenden Woche richtet sich der Blick auf zwei Marken. Nach unten liegt das Tief vom Mittwoch bei 130,74 USD/g. Nach oben bleibt der Bereich um 136 USD/g die Decke, die wir schon in der Vorwoche genannt hatten. Das Hoch dieser Woche lag mit 135,08 USD/g knapp darunter. Ob Gold diese Decke durchbricht, hängt vor allem davon ab, ob die Nachfrage aus China anhält oder nur ein Nachholeffekt nach den Feiertagen war.

Quelle: Deutsche Börse (XETRA-GOLD), Forex Factory Economic Calendar, dpa-AFX, People’s Bank of China
Stand: 09.10.2026, 22:00 Uhr (Schlusskurs final) | ALLE PREISE IN US-DOLLAR

Text: Ishy Bazooka für Goldbrief | Stand: Oktober 2026

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