Goldpreis KW 40/2026 – Die Inflation ist zurück, warum fällt der Goldpreis trotzdem?

Von Madrid bis Sydney ziehen die Preise wieder an. Laut erster Schätzung lag die Inflation in der Eurozone im September bei 3,8 Prozent, in Spanien sogar bei 4,9 Prozent, in Australien bei 4,0 Prozent. Gold gilt eigentlich als Klassiker gegen steigende Preise. Trotzdem verlor der Goldpreis in dieser Woche 3,40 Prozent. Die Erklärung hat mit Zinsen zu tun, und mit einem Montag, an dem die Woche schon fast entschieden war.

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TL;DR – Die Woche in Zahlen

  • Wochenhoch: 135,85 USD/g (Freitag, 02.10., im Tagesverlauf)
  • Wochentief: 132,23 USD/g (Montag, 28.09., im Tagesverlauf)
  • Schlusskurs Freitag: 133,29 USD/g
  • Wochenveränderung: -4,69 USD/g (-3,40 %)
  • Wichtigstes Ereignis: Nicht nur in Europa steigt die Inflation wieder, auch in Australien und Japan. In Europa klettern mit ihr die Zinsen für Staatsanleihen, Australien hob sogar den Leitzins an. Für Gold, das selbst keine Zinsen abwirft, wird die Konkurrenz damit stärker.

Preisentwicklung im Detail

TagDatumSchlusskursVeränderung
Montag28.09.2026132,55 USD/g-3,94 %
Dienstag29.09.2026134,23 USD/g+1,27 %
Mittwoch30.09.2026133,60 USD/g-0,48 %
Donnerstag01.10.2026134,29 USD/g+0,52 %
Freitag02.10.2026133,29 USD/g-0,74 %

Montag, 28.09. – 132,55 USD/g (-3,94%)

Der Goldpreis startete bereits 2,71 Prozent unter dem Schlusskurs der Vorwoche in den Handel. Am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump ein Angebot des Iran zur Straße von Hormus abgelehnt, und der Ölpreis zog am Montag deutlich an. Bis zum Abend baute Gold das Minus auf 3,94 Prozent aus. Es war der mit Abstand größte Tagesverlust der Woche.

Dienstag, 29.09. – 134,23 USD/g (+1,27%)

Gold holte einen Teil des Verlusts zurück. Am selben Tag hob die australische Notenbank den Leitzins an, und Spanien meldete eine Inflation von 4,9 Prozent. Beides sind eigentlich Signale gegen Gold, der Kurs stieg trotzdem. Nach einem Minus von fast vier Prozent an einem einzigen Tag ist eine solche Gegenbewegung nicht ungewöhnlich.

Mittwoch, 30.09. – 133,60 USD/g (-0,48%)

Deutschland meldete für September einen Anstieg der Verbraucherpreise um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, erwartet waren 0,5 Prozent. Bei einer Auktion zehnjähriger Bundesanleihen musste der Bund 3,58 Prozent Rendite bieten, bei der letzten Auktion waren es 3,39 Prozent. Gold stieg im Tagesverlauf bis auf 135,63 USD/g, schloss aber im Minus.

Donnerstag, 01.10. – 134,29 USD/g (+0,52%)

In der Schweiz blieben die Preise im September gegenüber dem Vormonat unverändert, als einziges großes Land in Europa. Frankreich und Spanien mussten bei ihren Anleihen deutlich höhere Zinsen bieten als zuletzt. Gold legte leicht zu.

Freitag, 02.10. – 133,29 USD/g (-0,74%)

Am Vormittag bestätigte die erste Schätzung für die Eurozone eine Inflation von 3,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im August. Am Nachmittag sprang Gold kurz auf das Hoch der Woche und gab den Gewinn bis zum Abend wieder ab. Mehr dazu unten im Abschnitt zum Freitag.

Wochenhoch und Wochentief

Das Wochenhoch erreichte der Goldpreis am Freitag, 02.10., im Tagesverlauf mit 135,85 USD/g, kurz nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten aus den USA. Das Wochentief lag am Montag, 28.09., im Tagesverlauf bei 132,23 USD/g. Zwischen Hoch und Tief lagen damit 3,62 USD/g. Auffällig: Der Goldpreis schloss an keinem Tag der Woche wieder über 137 USD/g.

Montag: Die Woche war früh entschieden

Im Fazit der Vorwoche hatten wir rund 137 USD/g als wichtige Unterstützung genannt, also als Marke, an der der Goldpreis in den Wochen davor mehrfach gedreht hatte. Diese Marke hielt nicht einmal bis zur ersten Eröffnung. Schon der Start am Montagmorgen lag mit 134,23 USD/g deutlich darunter.

Der Auslöser kam am Wochenende. Die USA lehnten ein Angebot des Iran zur Straße von Hormus ab, und der Ölpreis stieg am Montag deutlich. Teures Öl macht fast alles teurer, vom Transport bis zur Heizung. Damit war der Ton für die Woche gesetzt: Es ging um steigende Preise, und steigende Preise sind derzeit kein gutes Umfeld für Gold.

Die Inflation kehrt zurück, nicht nur in Europa

Die Zahlen dieser Woche zeigen ein klares Bild. In Spanien stiegen die Verbraucherpreise im September um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erwartet waren 4,6 Prozent. In der gesamten Eurozone lag die Inflation laut erster Schätzung bei 3,8 Prozent, im August waren es noch 3,2 Prozent. Auch Deutschland und Italien lagen im Vergleich zum Vormonat über den Erwartungen. Wer in Deutschland tankt, kennt das Thema: Seit dem 1. Oktober gilt erneut ein Tankrabatt.

Spannend ist der Blick auf die sogenannte Kerninflation. Sie misst die Teuerung ohne die stark schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel. In der Eurozone lag sie bei nur 2,5 Prozent. Der Abstand zu den 3,8 Prozent zeigt, woher der Druck vor allem kommt: von Öl, Gas und Sprit.

Eine Ausnahme bildet die Schweiz. Dort blieben die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vormonat unverändert, nach einem Plus von 0,4 Prozent im August.

Auf der anderen Seite der Welt zeigt sich dasselbe Muster. In Australien stieg die Inflation im August auf 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 3,5 Prozent im Monat davor. In Tokio legten die Preise ohne frische Lebensmittel im September um 2,7 Prozent zu, im August waren es noch 1,8 Prozent. Die Hauptstadt gilt als Frühindikator für ganz Japan, weil ihre Zahlen etwa drei Wochen vor den landesweiten Daten erscheinen.

Bleibt die Frage, warum Gold von all dem nicht profitiert, obwohl es als Schutz gegen steigende Preise gilt. Die Antwort führt über die Notenbanken. Steigende Preise zwingen sie, die Zinsen hoch zu halten oder sogar anzuheben. Dann zahlen Festgeld und Staatsanleihen mehr. Gold zahlt gar keine Zinsen und verliert im Vergleich an Reiz.

Zinsen steigen weiter, von Berlin bis Sydney

Wie stark die Zinsen in Europa anziehen, zeigen die Auktionen von Staatsanleihen in dieser Woche. Bei einer solchen Auktion leiht sich ein Staat Geld bei Anlegerinnen und Anlegern. Die Rendite zeigt, wie viel Zinsen er dafür pro Jahr bieten muss. Für zehnjährige Anleihen mussten die Staaten diese Woche deutlich mehr bieten als bei ihrer jeweils letzten Auktion:

  • Deutschland: 3,58 Prozent (zuvor 3,39 Prozent)
  • Spanien: 4,18 Prozent (zuvor 3,96 Prozent)
  • Italien: 4,58 Prozent (zuvor 4,10 Prozent)
  • Frankreich: 4,93 Prozent (zuvor 4,23 Prozent)
  • Großbritannien: 5,38 Prozent (zuvor 5,16 Prozent)

Auch außerhalb Europas drehen Notenbanken an der Zinsschraube. Die australische Notenbank hob am Dienstag den Leitzins von 4,35 auf 4,60 Prozent an. Australien gehört zu den wichtigsten Förderländern für Gold weltweit.

In KW 39 hatten wir gesehen, dass die Zinsen weltweit auf Höchststände klettern. Diese Woche liefert dazu die Ursache: Die Inflation steigt wieder, und die Märkte rechnen damit, dass die Notenbanken darauf reagieren müssen.

Freitag: Ein Sprung, der nicht hielt

Um 14:30 Uhr meldeten die USA für September nur 29.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft, erwartet waren 89.000. Schwache Daten vom Arbeitsmarkt nähren die Hoffnung, dass die US-Notenbank die Zinsen nicht weiter anhebt. Gold sprang kurz auf 135,85 USD/g, das Hoch der Woche.

Der Sprung hielt keine zwei Stunden. Bis zum Abend fiel der Goldpreis unter den Stand vom Morgen. Am Nachmittag gab gleichzeitig der Ölpreis nach, weil die G7 (die sieben großen Industriestaaten) 100 Millionen Barrel Öl aus ihren Reserven freigeben wollen. Ein Barrel sind etwa 159 Liter.

Fazit und Ausblick auf KW 41

Gold beendete die Woche mit einem Minus von 3,40 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche. Es ist die zweite Verlustwoche in Folge: Seit dem Schlusskurs von KW 38 (140,73 USD/g) verlor der Goldpreis 5,29 Prozent. Der Montag allein brachte ein Minus von 3,94 Prozent, also mehr als die ganze Woche.

In der kommenden Woche richtet sich der Blick auf zwei Marken. Nach unten liegt das Tief vom Montag bei 132,23 USD/g. Nach oben bildet der Bereich um 136 USD/g die Decke, an der der Goldpreis am Mittwoch und Freitag abprallte. Solange die Inflation in Europa steigt und die Zinsen für Staatsanleihen weltweit hoch bleiben, dürfte es der Goldpreis schwer haben, diese Decke zu durchbrechen.

Quelle: Deutsche Börse (XETRA-GOLD), Forex Factory Economic Calendar, dpa-AFX
Stand: 02.10.2026, 22:00 Uhr (Schlusskurs final) | ALLE PREISE IN US-DOLLAR

Text: Ishy Bazooka für Goldbrief | Stand: Oktober 2026

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