Goldpreis KW 38/2026 – Die Fed erhöht den Leitzins, warum steigt der Goldpreis trotzdem?

Am Mittwoch erhöhte die US-Notenbank Fed ihren Leitzins wie von Analystinnen und Analysten erwartet auf 4,00 Prozent, gleichzeitig stieg bei der Auktion 30-jähriger deutscher Bundesanleihen die Rendite von 3,65 auf 3,90 Prozent. Der Goldpreis reagierte prompt und fiel auf das Wochentief. Am Donnerstag drehte der Kurs jedoch trotz eines robusten US-Arbeitsmarktberichts kräftig ins Plus und blieb bis zum Wochenschluss im Aufwind. Die erwartete Zinserhöhung bremste den Goldpreis am Ende also nicht, sie befreite ihn quasi.

ALLE PREISE IN US-DOLLAR.

TL;DR – Die Woche in Zahlen

  • Wochenhoch: 141,44 USD/g (Freitag, 18.09.)
  • Wochentief: 136,19 USD/g (Mittwoch, 16.09.)
  • Schlusskurs Freitag: 140,73 USD/g
  • Wochenveränderung: +0,95 USD/g (+0,68 %)
  • Wichtigstes Ereignis: Die Fed erhöhte den Leitzins genau wie erwartet auf 4,00 Prozent. Der Goldpreis fiel trotzdem zunächst, erholte sich aber schon am Folgetag deutlicher, als es die Zinslogik allein erklärt.

Preisentwicklung im Detail

TagDatumSchlusskursVeränderung
Montag14.09.2026137,76 USD/g-1,45 %
Dienstag15.09.2026138,14 USD/g+0,27 %
Mittwoch16.09.2026137,30 USD/g-0,60 %
Donnerstag17.09.2026139,78 USD/g+1,80 %
Freitag18.09.2026140,73 USD/g+0,68 %

Montag, 14.09. – 137,76 USD/g (-1,45 %)

Der Wochenstart brachte den größten Tagesverlust der Woche. Anlegerinnen und Anleger bauten vor der Zinsentscheidung der Fed am Mittwoch bereits Goldpositionen ab.

Dienstag, 15.09. – 138,14 USD/g (+0,27 %)

Der Dienstag verlief ruhig, der Goldpreis stabilisierte sich leicht im Plus.

Mittwoch, 16.09. – 137,30 USD/g (-0,60 %)

Die Fed erhöhte am Abend ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,00 Prozent, exakt wie erwartet. Der Goldpreis fiel bis zum US-Handelsschluss auf das Tief der Woche. Mehr dazu weiter unten.

Donnerstag, 17.09. – 139,78 USD/g (+1,80 %)

Der stärkste Tag der Woche. Der Goldpreis erholte sich deutlich, obwohl die Wirtschaftsdaten des Tages eigentlich dagegensprachen. Der Grund dafür steht im folgenden Abschnitt.

Freitag, 18.09. – 140,73 USD/g (+0,68 %)

Der Goldpreis setzte die Erholung fort und erreichte am Abend mit 141,44 USD/g das Wochenhoch, bevor er zum Handelsschluss leicht nachgab.

Wochenhoch und Wochentief

Wochenhoch: 141,44 USD/g am Freitag

Das Wochenhoch wurde am Freitagabend erreicht, im Zuge der Erholung nach der Zinsentscheidung vom Mittwoch.

Wochentief: 136,19 USD/g am Mittwoch

Das Wochentief lag am Mittwochabend, unmittelbar nach der Zinsentscheidung der Fed.

Mittwoch: Die erwartete Zinserhöhung

Die Fed erhöhte den Leitzins am Mittwoch um 0,25 Prozentpunkte auf 4,00 Prozent, Analystinnen und Analysten hatten genau das vorausgesagt. Wer Geld in Anleihen anlegt, bekommt dafür jetzt mehr Zinsen. Wer Gold hält, bekommt dagegen gar keine Zinsen und setzt allein auf die Wertsteigerung. Steigen die Zinsen, wird diese Wette im Vergleich unattraktiver, der Goldpreis fiel entsprechend auf das Tief der Woche. Am selben Tag stieg außerdem bei der Auktion 30-jähriger deutscher Bundesanleihen die Rendite von 3,65 auf 3,90 Prozent, ein weiteres Signal in dieselbe Richtung.

Donnerstag: Die Erholung trotz starker Daten

Eigentlich hätte der Donnerstag für Gold ein weiterer schwacher Tag werden müssen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA fielen auf 196.000 und lagen damit deutlich unter den erwarteten 207.000, ein Zeichen für einen robusten Arbeitsmarkt. Der Philadelphia Fed Industrieindex übertraf mit 37,8 Punkten ebenfalls die Erwartung von 31,3. Und bei der Auktion 10-jähriger spanischer Staatsanleihen stieg die Rendite weiter, von 3,74 auf 3,96 Prozent. Alle drei Signale sprechen für robuste Wirtschaft und mehr Zinsertrag, beides eigentlich schlecht für Gold. Der Goldpreis legte trotzdem um 1,80 Prozent zu.

Der Grund liegt in der Zinsentscheidung selbst: Weil die Fed am Mittwoch genau das lieferte, was der Markt erwartet hatte, war die Unsicherheit ab Donnerstag vom Tisch. Der Kursverlust vom Vortag war also schon vorweggenommen, die Reaktion danach richtete sich nicht mehr gegen Gold, sondern erholte sich von der überzogenen Reaktion des Vortages. Zusätzlich sorgten Gefechte im Jemen nahe der Meerenge Bab al-Mandab für etwas Unruhe, spielten für den Kurs aber eine untergeordnete Rolle.

Fazit und Ausblick auf KW 39

Die Woche endete trotz der Zinserhöhung der Fed mit einem Plus von 0,68 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche. Der erwartete Rückschlag blieb aus, weil der Markt die Entscheidung schon eingepreist hatte. In der kommenden Woche bleibt zu beobachten, ob sich die Erholung fortsetzt oder ob die höheren Anleiherenditen wieder stärker auf den Goldpreis drücken.

Quelle: Deutsche Börse (XETRA-GOLD), Forex Factory Economic Calendar, dpa-AFX
Stand: 18.09.2026, 22:00 Uhr (Schlusskurs final) | ALLE PREISE IN US-DOLLAR

Text: Ishy Bazooka für Goldbrief | Stand: September 2026

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