Goldpreis KW 36/2026 – Seeminen in der Straße von Hormus, doch der Kurs reagiert kaum
Am Mittwoch fuhren zwei Öltanker in der Straße von Hormus auf Seeminen auf. Eine der greifbarsten Eskalationsstufen des gesamten Kriegs am Golf. Dennoch passierte fast nichts. Der Goldpreis reagierte kaum. Stattdessen bewegten zwei Konjunkturzahlen den Kurs weit stärker: ein schwacher Einkaufsmanagerindex am Dienstag, starke US-Jobdaten am Freitagnachmittag. Was echte Minen im Wasser nicht mehr schaffen, schaffen Zahlen aus Washington in wenigen Stunden.
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TL;DR – Die Woche in Zahlen
- Wochenhoch: 144,99 USD/g (Donnerstag, 03.09.)
- Wochentief: 138,32 USD/g (Mittwoch, 02.09.)
- Schlusskurs Freitag: 142,58 USD/g
- Wochenveränderung: -0,76 USD/g (-0,53 %)
- Wichtigstes Ereignis: Zwei Öltanker fuhren in der Straße von Hormus auf Seeminen auf. Der Goldpreis reagierte kaum. Zwei US-Konjunkturzahlen bewegten ihn deutlich stärker.
Die Preisentwicklung im Detail
Die Woche verlief in Zickzack-Bewegungen. Auf jeden starken Ausschlag folgte eine Gegenbewegung. Am Ende blieb nur ein mildes Minus übrig.
| Tag | Datum | Schlusskurs | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Montag | 31.08.2026 | 143,10 USD/g | -0,17 % |
| Dienstag | 01.09.2026 | 139,13 USD/g | -2,77 % |
| Mittwoch | 02.09.2026 | 141,09 USD/g | +1,41 % |
| Donnerstag | 03.09.2026 | 143,89 USD/g | +1,98 % |
| Freitag | 04.09.2026 | 142,58 USD/g | -0,91 % |
Montag, 31.08. – 143,10 USD/g (-0,17 %)
Die USA und der Iran waren seit Wochen das erste Mal wieder in direkten Kampfhandlungen verwickelt. Der Iran traf US-Stützpunkte in Jordanien. Die Emirate meldeten einen Drohnenvorfall über ihren Hoheitsgewässern. Der Ölpreis stieg deutlich, Brent kletterte über 90 US-Dollar. Der Goldpreis bewegte sich trotzdem kaum. In Deutschland fiel die vorläufige Inflation schwächer aus als erwartet, 0,2 statt 0,3 Prozent im Monatsvergleich.
Dienstag, 01.09. – 139,13 USD/g (-2,77 %)
Der stärkste Tagesverlust der Woche. Die Nachrichtenlage war klar: Spekulation auf höhere Zinsen. Der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie fiel zwar schwächer aus als erwartet, 54,6 statt 55,2 Punkte. Das änderte nichts an der Zinserwartung. Parallel griffen die USA erneut Ziele im Iran an, ein Öltanker wurde in der Straße von Hormus beschossen. Auch das bewegte den Kurs nicht in die Gegenrichtung.
Mittwoch, 02.09. – 141,09 USD/g (+1,41 %)
Zwei Öltanker fuhren in der Straße von Hormus auf Seeminen auf. Auch Kuwait geriet erneut unter Beschuss. Der Iran warf den USA offiziell Kriegsverbrechen vor. Das war die greifbarste Eskalation der ganzen Woche. Der Goldpreis stieg trotzdem nur moderat. Dafür sprach vor allem ein anderer Faktor: Die US-Firmenbeschäftigung wuchs im Privatsektor deutlich schwächer als erwartet, 38.000 statt 47.000 neue Stellen. Schwache US-Daten sprechen gegen eine baldige Zinserhöhung, das half Gold mehr als die Seeminen im Golf.
Donnerstag, 03.09. – 143,89 USD/g (+1,98 %)
Der stärkste Tagesgewinn der Woche. Israels Energieminister Katz drohte offen, den Iran im Falle eines Angriffs in die Steinzeit zurückzuversetzen. Der Ölpreis trieb deutsche Benzinpreise auf ein Rekordhoch. Gold zog parallel deutlich an. Auch in der Schweiz überraschten die Zahlen: Die Inflation lag mit 0,4 Prozent über der erwarteten Stagnation, das Wirtschaftswachstum fiel mit 1,9 Prozent klar höher aus als die erwarteten 1,7 Prozent.
Freitag, 04.09. – 142,58 USD/g (-0,91 %)
Der Tag begann ruhig. Am Nachmittag veröffentlichten die USA ihre Arbeitsmarktdaten. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft wuchs um 162.000 Stellen, weit mehr als die erwarteten 55.000. Der Goldpreis brach binnen Minuten deutlich ein. In Kanada zeigte sich zeitgleich das Gegenteil: Dort schrumpfte die Beschäftigung um 41.700 Stellen, erwartet worden war ein Plus von 15.100. Am Ende erholte sich Gold zum Handelsschluss wieder ein Stück, blieb aber im Minus.
Wochenhoch und Wochentief
Wochenhoch: 144,99 USD/g am Donnerstag
Das Wochenhoch fiel auf den Donnerstag. An dem Tag drohte Israels Energieminister Katz offen mit einer massiven Eskalation gegen den Iran. Gleichzeitig trieb der Krieg die deutschen Benzinpreise auf ein Rekordhoch. Gold profitierte davon deutlich stärker als noch von den Seeminen zwei Tage zuvor.
Wochentief: 138,32 USD/g am Mittwoch
Das Wochentief lag ausgerechnet an dem Tag, an dem zwei Öltanker in der Straße von Hormus auf Seeminen auffuhren. Der Kurs zog im Tagesverlauf zwar an, startete aber von einem sehr niedrigen Niveau. Der eigentliche Auslöser für das Tief war der Vortag: die Zinsspekulation vom Dienstag wirkte am Mittwochmorgen noch nach.
Seeminen in der Straße von Hormus
Am Mittwoch fuhren zwei Öltanker in der Straße von Hormus auf Seeminen auf. Das ist keine Drohung mehr, sondern ein physischer Angriff auf die Schifffahrt in einer der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Am selben Tag geriet auch Kuwait erneut unter Beschuss. Der Iran warf den USA offiziell Kriegsverbrechen vor.
Ein Ereignis dieser Größenordnung hätte in früheren Kriegswochen für einen deutlichen Kurssprung gesorgt. Diesmal reichte es nur für einen moderaten Anstieg von 1,41 Prozent. Der Grund lag woanders. Am selben Tag veröffentlichten die USA schwache Beschäftigungsdaten aus dem Privatsektor. Schwache Konjunkturdaten senken die Wahrscheinlichkeit für eine baldige Zinserhöhung. Das macht Gold attraktiver, weil es selbst keine Zinsen zahlt und im Vergleich zu verzinsten Anlagen an Boden gewinnt, wenn die Zinsen tief bleiben. Diese Erwartung trug den Kurs an dem Tag mehr als die Seeminen im Golf.
Reale Kriegsereignisse bewegen den Kurs kaum noch. Zinserwartungen aus den USA tun es fast immer.
Zwei Zahlen aus Washington
Zwei Termine bestimmten die Woche stärker als jedes Kriegsereignis. Der erste war der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie am Dienstag, ein monatlicher Indikator dafür, ob die Fabriken im Land wachsen oder schrumpfen. Er fiel mit 54,6 Punkten schwächer aus als die erwarteten 55,2 Punkte. Trotzdem verlor Gold an dem Tag 2,77 Prozent, den stärksten Tagesverlust der Woche.
Der zweite Termin war der Freitagnachmittag. Die USA veröffentlichten ihre monatlichen Arbeitsmarktdaten. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft wuchs um 162.000 Stellen, fast dreimal so viel wie die erwarteten 55.000. Ein starker Arbeitsmarkt macht eine baldige Zinserhöhung wahrscheinlicher. Der Goldpreis brach binnen Minuten deutlich ein. Zur gleichen Zeit veröffentlichte Kanada seine eigenen Zahlen, dort schrumpfte die Beschäftigung um 41.700 Stellen. Zwei Länder, zwei komplett gegensätzliche Signale, am selben Tag zur selben Stunde.
Fazit
Kalenderwoche 36 zeigt eins: Seeminen in der Straße von Hormus, Beschuss auf Kuwait, offene Drohungen aus Israel, all das bewegte den Goldpreis kaum. Dafür taten es zwei US-Konjunkturzahlen umso deutlicher. Am Ende stand ein leichtes Wochenminus von 0,53 Prozent, deutlich ruhiger als der Einbruch der Vorwoche.
Quelle: Deutsche Börse (XETRA-GOLD), Forex Factory Economic Calendar, dpa-AFX
Stand: 04.09.2026, 22:00 Uhr (Schlusskurs final) | ALLE PREISE IN US-DOLLAR
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Text: Ishy Bazooka für Goldbrief | Stand: September 2026
Disclaimer: Dies ist keine Anlageberatung. Goldbrief fasst lediglich die Ereignisse der Woche zusammen. Der genannte Marktpreis ist nicht der Ankaufspreis. Goldankäufer zahlen weniger, da sie Verarbeitung, Versand und Marge einkalkulieren müssen. Preise in USD.