Goldpreis KW 37/2026 – Wenn Gold gegen Zinsen verliert

An diesem Donnerstag erhöhte die Europäische Zentralbank ihren Leitzins, der Erzeugerpreisindex (EPI) in den USA fiel stärker aus als erwartet, und die Auktion für 30-jährige US-Staatsanleihen brachte deutlich mehr Rendite für Anleger. Drei Signale an einem einzigen Tag, dass sich verzinste Anlagen gerade mehr lohnen. Der Goldpreis reagierte entsprechend und verzeichnete den schwächsten Tag der Woche. Der Angriff auf fünf iranische Öltanker in der Straße von Hormus am selben Tag spielte für den Kurs hingegen kaum eine Rolle. Zinsen schlugen Gold als Anlage, nicht Raketen.

ALLE PREISE IN US-DOLLAR.

TL;DR – Die Woche in Zahlen

  • Wochenhoch: 142,53 USD/g (Mittwoch, 09.09.)
  • Wochentief: 138,22 USD/g (Freitag, 11.09.)
  • Schlusskurs Freitag: 139,78 USD/g
  • Wochenveränderung: -2,80 USD/g (-1,96 %)
  • Wichtigstes Ereignis: Ein Angriff auf fünf iranische Öltanker in der Straße von Hormus bewegte den Goldpreis kaum. Vier Zinssignale an einem einzigen Donnerstag taten es.

Preisentwicklung im Detail

TagDatumSchlusskursVeränderung
Montag07.09.2026141,69 USD/g-0,62 %
Dienstag08.09.2026140,16 USD/g-1,08 %
Mittwoch09.09.2026141,40 USD/g+0,88 %
Donnerstag10.09.2026139,04 USD/g-1,66 %
Freitag11.09.2026139,78 USD/g+0,53 %

Montag, 07.09. – 141,69 USD/g (-0,62 %)

Die Woche begann mit einem leichten Rückgang, Gold setzte damit die Konsolidierung der Vorwoche fort.

Dienstag, 08.09. – 140,16 USD/g (-1,08 %)

Der Rückgang beschleunigte sich, Gold verlor den zweiten Tag in Folge an Wert.

Mittwoch, 09.09. – 141,40 USD/g (+0,88 %)

Gold drehte und gewann deutlich hinzu, und zwar kurioserweise an einem Tag, an dem auch die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg. Mehr dazu weiter unten.

Donnerstag, 10.09. – 139,04 USD/g (-1,66 %)

Der schwächste Tag der Woche, ausgelöst durch gleich drei Zinssignale an einem einzigen Tag. Der Grund dafür steht im folgenden Abschnitt.

Freitag, 11.09. – 139,78 USD/g (+0,53 %)

Der Goldpreis schloss die Woche leicht im Plus zum Donnerstag, konnte den Rückgang der Vortage damit aber nicht mehr ausgleichen.

Wochenhoch und Wochentief

Wochenhoch: 142,53 USD/g am Mittwoch

Das Wochenhoch fiel auf den Mittwoch. An dem Tag stieg auch die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen deutlich, trotzdem legte Gold zu, die Ausnahme in einer ansonsten von steigenden Zinsen geprägten Woche.

Wochentief: 138,22 USD/g am Freitag

Das Wochentief lag am Freitag im frühen Handel. Der eigentliche Auslöser lag im Vortag: Der Donnerstag mit gleich drei Zinssignalen und dem Angriff auf die Öltanker wirkte am Freitagmorgen noch nach, bevor sich der Kurs zum Handelsschluss wieder erholte.

Donnerstag: Vier Ereignisse an einem Tag

Der Donnerstag brachte gleich vier Entwicklungen auf einmal. Die Europäische Zentralbank erhöhte ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte, von 2,40 auf 2,65 Prozent für Kredite und für das Parken von Geldern (Guthabenzinsen) bei der EZB von 2,25 auf 2,50 Prozent. In den USA fiel der Erzeugerpreisindex (EPI) mit 5,4 Prozent im Jahresvergleich stärker aus als die erwarteten 5,3 Prozent. Eine Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen brachte eine höhere Rendite als bei der vorherigen Auktion. Und das US-Militär griff nach eigenen Angaben fünf iranische Öltanker in der Straße von Hormus an, der Iran reagierte darauf mit Raketenbeschuss.

Von diesen vier Ereignissen war die Militäraktion die vielleicht lauteste Schlagzeile, aber nicht die, die den Goldkurs bewegte. Staatsanleihen bringen Zinsen wie lange nicht. Steigen diese Zinsen, wie am Donnerstag gleich an mehreren Stellen gleichzeitig, verliert Gold unweigerlich an Attraktivität. Wer es hält, wettet allein auf die Wertsteigerung. Je mehr Ertrag verzinste Anlagen bieten, desto weniger lohnt sich diese Wette im Vergleich, unabhängig davon, was an diesem Tag sonst noch in der Welt passiert.

Mittwoch: Die Ausnahme von der Regel

Die Zinslogik galt als Trend über die Woche, aber nicht als Mechanik für jeden Tag. Am Mittwoch stieg auch die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei einer Auktion deutlich, von 4,68 auf 4,83 Prozent. Nach der reinen Zinslogik hätte der Goldpreis an diesem Tag eigentlich nachgeben müssen. Stattdessen legte der Kurs um 0,88 Prozent zu. Einzelne Handelstage lassen sich nicht immer auf einen einzigen Faktor zurückführen, dafür spielen zu viele Käufe und Verkäufe gleichzeitig eine Rolle. Über die gesamte Woche betrachtet war die Richtung trotzdem klar: mehr Zinsen, weniger Gold.

Fazit und Ausblick auf KW 38

Die Woche endete mit einem Rückgang von 1,96 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche. Der Ertrag bei Zinsanlagen wog schwerer als die Sicherheit von Gold. In der kommenden Woche bleibt die Zinsentwicklung der Punkt, den es zu beobachten gilt.

Quelle: Deutsche Börse (XETRA-GOLD), Forex Factory Economic Calendar, dpa-AFX
Stand: 11.09.2026, 22:00 Uhr (Schlusskurs final) | ALLE PREISE IN US-DOLLAR

Text: Ishy Bazooka für Goldbrief | Stand: September 2026

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Disclaimer: Dies ist keine Anlageberatung. Goldbrief fasst lediglich die Ereignisse der Woche zusammen. Der genannte Marktpreis ist nicht der Ankaufspreis. Goldankäufer zahlen weniger, da sie Verarbeitung, Versand und Marge einkalkulieren müssen. Preise in USD.