Goldpreis KW 33/2026 – Hormus-Chaos, aber Gold im Plus

Die Straße von Hormus stand in der vergangenen Woche praktisch im Dauerkonflikt: erst die angebliche Einigung, dann ein Angriff auf einen Tanker, schlussendlich eine Ansage von US-Präsident Trump, die selbst hartgesottene Börsianer aufhorchen ließ. Wer jetzt einen Kurssprung beim Gold erwartet, liegt daneben. Der Goldpreis legte in Kalenderwoche 33 nur moderat zu, um 0,75 Prozent. Wie das zusammenpasst, klärt dieser Rückblick.

ALLE PREISE IN US-DOLLAR.

TL;DR – Die Woche in Zahlen

  • Wochenhoch: 142,72 USD/g (Mittwoch, 12.08.)
  • Wochentief: 138,79 USD/g (Montag, 10.08.)
  • Schlusskurs Freitag: 140,64 USD/g
  • Wochenveränderung: +1,04 USD/g (+0,75 %)
  • Wichtigstes Ereignis: Erneute Eskalation an der Straße von Hormus, Höhepunkt am Freitagabend mit Trumps Ansage, die Meerenge zu US-Territorium zu machen

Die Preisentwicklung im Detail

Die Woche startete mit einer Iran-Meldung, brachte am Mittwoch das Wochenhoch und am Donnerstag den stärksten Tagesverlust. Zum Handelsschluss am Freitag stand unter dem Strich trotzdem ein Plus.

TagDatumSchlusskursVeränderung
Montag10.08.2026141,09 USD/g+1,07 %
Dienstag11.08.2026140,51 USD/g-0,41 %
Mittwoch12.08.2026141,84 USD/g+0,94 %
Donnerstag13.08.2026139,79 USD/g-1,44 %
Freitag14.08.2026140,64 USD/g+0,61 %

Montag, 10.08. – 141,09 USD/g (Schlusskurs)

Der Wochenauftakt war zäh. Gold eröffnete bei 139,86 USD/g und schloss bei 141,09 USD/g. Das Wochentief lag bereits am Montag bei 138,79 USD/g, direkt zu Handelsbeginn.

Auslöser für die spätere Stärke war eine Meldung aus Teheran. Der Iran kündigte an, künftig Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu verlangen, jene Meerenge, durch die ein Großteil des weltweiten Öltransports läuft. Das nährte die Sorge vor weiteren Störungen im Golf und stützte Gold als sicheren Hafen (also eine Anlage, in die Anlegerinnen und Anleger bei Unsicherheit flüchten). Am Abend benannte Teheran zudem eine neue oberste Militärführung, während Trump eine Entschädigung vom Iran forderte, zwei weitere Signale, dass der Konflikt nicht abkühlte.

Aus Europa kam ein anderes Signal: Der Sentix-Index, eine monatliche Umfrage unter institutionellen Anlegern zur Stimmung in der Eurozone, drehte von minus 0,7 auf plus 0,9 Punkte, deutlich besser als erwartet. Ergo – die Stimmung unter professionellen Anlegern hellte sich auf, trotz der Unruhe am Golf.

Dienstag, 11.08. – 140,51 USD/g (-0,41 %)

Am Dienstag gab der Kurs leicht nach, von 140,70 USD/g Eröffnung auf 140,51 USD/g zum Handelsschluss. Viele Anleger nahmen nach dem Anstieg vom Montag Gewinne mit.

Die australische Notenbank ließ ihren Leitzins wie erwartet bei 4,35 Prozent unverändert, das bewegte den Goldpreis kaum. Spannender wurde es am Abend: Ein US-Hubschrauber beschoss einen Tanker im Golf von Oman, mitten in der ohnehin angespannten Region rund um die Straße von Hormus. Die Nachricht kam allerdings erst nach dem europäischen Handelsschluss und zeigte ihre Wirkung erst am Folgetag.

Mittwoch, 12.08. – 141,84 USD/g (+0,94 %)

Der Mittwoch brachte das Wochenhoch. Gold eröffnete bei 141,09 USD/g, stieg im Tagesverlauf (also zwischen Handelsbeginn und Handelsschluss) bis auf 142,72 USD/g und schloss bei 141,84 USD/g.

Den Ton gab am frühen Morgen Trump vor. Er erklärte, die Straße von Hormus gehöre den USA, und warnte den Iran erneut. Kurz darauf hieß es aus informierten Kreisen, die Waffenruhe zwischen Iran und den USA solle verlängert werden, zwei widersprüchliche Signale an einem Vormittag.

Am Nachmittag folgten die US-Verbraucherpreise. Die Inflationsrate blieb bei 3,4 Prozent, die Kernrate (also ohne Energie und Lebensmittel) bei 2,5 Prozent, beide exakt wie von Ökonominnen und Ökonomen erwartet. Keine Überraschung nach oben bedeutete: kein zusätzlicher Druck auf die US-Notenbank, die Zinsen anzuheben. Das stützte Gold, denn niedrigere Zinserwartungen machen das zinslose Edelmetall attraktiver.

Für Aufsehen sorgte zudem eine Zahl, die nichts mit dem Iran zu tun hatte: Das US-Haushaltsdefizit lag im Juli bei 432,3 Milliarden US-Dollar, deutlich mehr als die erwarteten 348,3 Milliarden. Ein wachsender Schuldenberg der USA gilt unter Anlegern seit Langem als einer der Gründe, warum Zentralbanken und Privatanleger Gold als Absicherung kaufen.

Donnerstag, 13.08. – 139,79 USD/g (-1,44 %)

Der Donnerstag brachte den stärksten Rückgang der Woche. Gold eröffnete bei 140,88 USD/g und schloss bei 139,79 USD/g.

Dabei blieb die Lage am Golf angespannt: Der Iran richtete sich direkt an Trump und erklärte, die Straße von Hormus bleibe blockiert. Kurz danach folgte eine weitere Meldung zur geplanten Gebühr für die Durchfahrt. Trotzdem gaben die Ölpreise am Donnerstag nach, was auch Gold die Unterstützung nahm. Ohne steigende Ölpreise fehlte ein wichtiger Treiber für weitere Zuflüsse in sichere Häfen.

Aus den USA kamen gemischte Daten: Der Erzeugerpreisindex, ein Frühindikator für die Inflation auf Herstellerebene, fiel schwächer aus als erwartet, während die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA auf 209.000 stiegen, mehr als die erwarteten 202.000. Beides hätte Gold eigentlich stützen können. Dass der Kurs trotzdem nachgab, zeigt: Nach zwei starken Tagen nahmen viele Anleger einfach Gewinne mit, unabhängig von den Nachrichten.

Freitag, 14.08. – 140,64 USD/g (+0,61 %)

Der Freitag eröffnete bei 139,09 USD/g, direkt mit neuer Eskalation: Zwei Schiffe der Vereinigten Arabischen Emirate wurden in der Straße von Hormus angegriffen. Die Ölpreise reagierten zunächst kaum, standen aber zum Wochenschluss deutlich höher als noch am Montag.

Am Nachmittag folgten schwache US-Konjunkturdaten. Die Einzelhandelsumsätze in den USA fielen im Juli um 0,6 Prozent, erwartet war ein Plus von 0,1 Prozent. Gleichzeitig brach die Verbraucherstimmung der Universität Michigan auf 51,0 Punkte ein, erwartet waren 54,7 Punkte. Ein schwächelnder US-Konsument gilt als Warnsignal für die Konjunktur und stärkt in der Regel die Erwartung, dass die US-Notenbank die Zinsen senkt, gut für Gold.

Gold schloss bei 140,64 USD/g, ein Plus von 0,61 Prozent zum Vortag. Wer an diesem Freitagabend dachte, die Woche sei damit erzählt, irrte sich. Um 22:29 Uhr, gut eine halbe Stunde nach dem Handelsschluss an der Börse, verkündete Trump in einer Rede, er wolle die Straße von Hormus zu US-Territorium machen. Der Goldpreis hatte davon nichts mehr mitbekommen.

Wochenhoch und Wochentief

Wochenhoch: 142,72 USD/g am Mittwoch

Das Wochenhoch wurde am Mittwochvormittag erreicht, unmittelbar nachdem Trump erklärt hatte, die Straße von Hormus gehöre den USA. Gleichzeitig kamen die US-Verbraucherpreise exakt wie erwartet herein, keine Überraschung, die die US-Notenbank zu härteren Zinsschritten gezwungen hätte. Diese Kombination aus geopolitischer Zuspitzung und ruhigen Inflationsdaten trieb Gold kurzzeitig über die Marke von 142 USD/g.

Danach setzten Gewinnmitnahmen ein, und der Kurs gab bis zum Handelsschluss wieder auf 141,84 USD/g nach.

Wochentief: 138,79 USD/g am Montag

Das Wochentief von 138,79 USD/g gab es bereits am Montagmorgen, noch bevor die Meldung zur geplanten Hormus-Gebühr aus Teheran den Markt erreichte. Zu Wochenbeginn zeigten sich Anlegerinnen und Anleger zunächst zurückhaltend, die Vorwoche hatte mit einem Schlusskurs von 139,60 USD/g geendet, und viele warteten auf neue Impulse.

Die kamen dann rasch: Nach der Nachricht aus Teheran erholte sich der Kurs noch am selben Tag deutlich und schloss bei 141,09 USD/g, dem Schlusskurs des Montags.

Die Straße von Hormus – eine Woche im Ausnahmezustand

Die Straße von Hormus ist die schmale Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports läuft. Läuft es hier nicht wie geschmiert, wird Öl weltweit teurer, das spüren Autofahrerinnen und Autofahrer auf der ganzen Welt direkt an der Zapfsäule.

In der vergangenen Woche wechselten sich dort Entspannung und Eskalation teils im Stundentakt ab. Am Montag verlangte der Iran erstmals Gebühren für die Durchfahrt. Am Dienstagabend beschoss ein US-Hubschrauber einen Tanker im Golf von Oman. Am Mittwoch erklärte Trump, die Meerenge gehöre den USA, während gleichzeitig aus informierten Kreisen von einer möglichen verlängerten Waffenruhe die Rede war. Am Donnerstag richtete sich der Iran direkt an Trump: Die Straße bleibe blockiert. Am Freitag wurden schließlich zwei Schiffe der Vereinigten Arabischen Emirate direkt in der Meerenge angegriffen, und am späten Abend setzte Trump mit der Ankündigung, er wolle die Straße von Hormus zu US-Territorium machen, noch eins drauf.

Trotz dieser Dichte an Eskalationsstufen blieb die Reaktion am Goldmarkt verhalten. Ein Grund: Ähnliche Drohungen und Gegendrohungen zwischen dem Iran und den USA gab es bereits in den Vorwochen, viele Anlegerinnen und Anleger reagieren inzwischen abgestumpfter auf einzelne Meldungen aus der Region. Ein zweiter Grund: Die schwerwiegendste Nachricht der Woche, Trumps Ansage vom Freitagabend, kam erst nach dem europäischen Handelsschluss und konnte sich im Kurs noch gar nicht niederschlagen.

Schwache US-Konjunkturdaten – warum Gold trotzdem nicht durchstartete

Rein nach Lehrbuch hätte die Woche eine deutlich stärkere Gold-Rally auslösen müssen. Die US-Verbraucherpreise blieben stabil, der Erzeugerpreisindex fiel schwächer aus als erwartet, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen auf 209.000. Am Freitag kamen dann die schwächsten Zahlen der Woche: Die Einzelhandelsumsätze in den USA fielen um 0,6 Prozent statt des erwarteten Plus von 0,1 Prozent, und die Verbraucherstimmung der Universität Michigan brach auf 51,0 Punkte ein.

Dazu kam am Mittwoch das Haushaltsdefizit der USA, das mit 432,3 statt der erwarteten 348,3 Milliarden US-Dollar deutlich höher ausfiel. Ein wachsendes Defizit bedeutet: Die USA müssen mehr Schulden aufnehmen. Historisch ist das einer der Gründe, warum auch Zentralbanken ihre Reserven zunehmend in Gold statt in US-Staatsanleihen halten.

Für Sparerinnen und Sparer im deutschsprachigen Raum ist die Logik dahinter einfach: Schwache US-Wirtschaftsdaten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank die Zinsen senkt. Niedrigere Zinsen machen Gold attraktiver, weil Anleihen dann weniger abwerfen. Trotzdem blieb der Kursanstieg über die Woche moderat. Ein wichtiger Grund: Die Zinssenkung wird an den Märkten schon seit Wochen erwartet und war entsprechend bereits im Kurs enthalten. Wirklich neue Überraschungen blieben aus, und ohne Überraschung bleibt auch der Kursausschlag klein.

Fazit und Ausblick auf KW 34

Kalenderwoche 33 zeigte, wie viel Drama nötig ist, um den Goldpreis nur um 0,75 Prozent zu bewegen. Zwei Angriffe auf Schiffe, ein Hubschraubereinsatz, widersprüchliche Aussagen aus Teheran und Washington, ein deutlich verfehltes US-Haushaltsdefizit und einbrechende Konsumdaten, all das summierte sich am Ende zu einem Plus von 1,04 USD/g auf 140,64 USD/g.

Der eigentliche Paukenschlag der Woche kam erst, als die Börse schon geschlossen hatte. Trumps Ankündigung, die Straße von Hormus zu US-Territorium zu machen, ist im aktuellen Kurs noch gar nicht verarbeitet. Kalenderwoche 34 startet damit mit einer offenen Frage: Reagieren die Märkte am Montag nachträglich auf eine Nachricht, die eine Woche alt sein wird, bevor sie überhaupt gehandelt werden konnte?

Quelle: Deutsche Börse (XETRA-GOLD), Forex Factory Economic Calendar
Stand: 15.08.2026, 14:00 Uhr | ALLE PREISE IN US-DOLLAR

Text: Ishy Bazooka für Goldbrief | Stand: August 2026

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