Goldpreis KW 31/2026 – Wenn Rekordkäufe den Kurs kaltlassen

Zentralbanken haben in den vergangenen drei Monaten so viel Gold gekauft wie seit Jahren nicht mehr. Trotzdem bewegte sich der Goldpreis in KW31 kaum von der Stelle. Wer den Grund kennt, blickt künftig anders auf jede Schlagzeile über Notenbank-Käufe. Und ausgerechnet die eigene Bundesbank mischte diese Woche mit, wenn auch ganz anders als gedacht.

ALLE PREISE IN US-DOLLAR.

TL;DR – Die Woche in Zahlen

  • KW30-Schluss (Referenz): 130,32 USD/g (Fr 24.07.2026, 4.053,4809 USD/oz)
  • Wochenhoch: 132,18 USD/g (Donnerstag, 30.07., 4.111,2043 USD/oz)
  • Wochentief: 129,46 USD/g (Dienstag, 28.07., 4.026,6746 USD/oz)
  • KW31-Schluss (final, Freitag 31.07., 22:00 Uhr XETRA): 130,23 USD/g (4.050,7127 USD/oz)
  • Wochenveränderung: −0,09 USD/g (−0,07 %) gegenüber KW30, praktisch unverändert
  • Wichtigstes Ereignis: Zentralbanken kauften laut dem Interessenverband World Gold Council im zweiten Quartal weltweit rund 289 Tonnen Gold, nach nur 57 Tonnen im ersten Quartal. Russland verkaufte im selben Zeitraum 22 Tonnen, auch die Bundesbank trennte sich von rund einer Tonne für die Prägung von Sammlermünzen.
  • Geldpolitik: Die US-Notenbank (Fed) beließ ihren Leitzins am Mittwoch unverändert bei 3,75 Prozent. Die Bank of England hielt ihren Leitzins am Donnerstag ebenfalls bei 3,75 Prozent.
  • Wirtschaftsdaten: Das vorläufige Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA wuchs im zweiten Quartal nur um 1,5 Prozent, erwartet worden waren 2,1 Prozent. Am Freitag überraschten dagegen der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago und das Verbrauchervertrauen positiv.
  • Deutschland: Das ifo-Geschäftsklima verbesserte sich zu Wochenbeginn leicht, die vorläufige deutsche Inflationsrate fiel am Freitag etwas höher aus als erwartet.

Die Preisentwicklung im Detail

Wer nur auf die Meldungen über Rekord-Goldkäufe der Zentralbanken geschaut hätte, hätte einen deutlich stärkeren Ausschlag erwartet. Tatsächlich pendelte der Goldpreis die ganze Woche in einer engen Spanne, angetrieben vor allem von US-Wirtschaftsdaten, nicht von der Notenbank-Nachfrage.

TagDatumSchlusskursVeränderung
Montag27.07.2026131,28 USD/g+0,74 %
Dienstag28.07.2026129,46 USD/g−1,39 %
Mittwoch29.07.2026130,11 USD/g+0,50 %
Donnerstag30.07.2026132,18 USD/g+1,59 %
Freitag31.07.2026130,23 USD/g−1,47 %

Mo–Fr: XETRA-GOLD-Schlusskurse (Quelle: Deutsche Börse), Freitag final nach 22:00 Uhr. Umrechnung: USD/g = USD/oz ÷ 31,1034768.

Montag, 27.07. – 131,28 USD/g (+0,74 %)

Die Woche begann ruhig mit einem leichten Plus. Das ifo-Geschäftsklima, ein Stimmungsindex für deutsche Unternehmen, verbesserte sich auf 86,6 Punkte, etwas mehr als die erwarteten 86,1 Punkte. Ein kleines Signal für Stabilität in der größten Volkswirtschaft im deutschsprachigen Raum. Am Abend äußerte sich Präsident Trump öffentlich, größere Marktbewegung blieb aber aus.

Dienstag, 28.07. – 129,46 USD/g (−1,39 %)

Der Goldpreis gab den Montagsgewinn wieder ab und markierte am Nachmittag sein Wochentief. Das US-Verbrauchervertrauen fiel mit 90,8 Punkten etwas schwächer aus als die erwarteten 92,4 Punkte. Anlegerinnen und Anleger positionierten sich zudem für die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Folgetag, was den Kurs zusätzlich bremste.

Mittwoch, 29.07. – 130,11 USD/g (+0,50 %)

Die US-Notenbank (Fed) beließ ihren Leitzins wie erwartet bei 3,75 Prozent. Keine Überraschung, keine große Marktreaktion. Der Goldpreis erholte sich leicht von seinem Wochentief.

Donnerstag, 30.07. – 132,18 USD/g (+1,59 %)

Der stärkste Tag der Woche traf auf zwei Nachrichten gleichzeitig. Das vorläufige Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA wuchs im zweiten Quartal nur um 1,5 Prozent, deutlich weniger als die erwarteten 2,1 Prozent. Schwächeres Wachstum nährt die Hoffnung auf niedrigere Zinsen, und niedrigere Zinsen sind gut für Gold, weil Anlegerinnen und Anleger dann weniger verpassen, wenn sie statt Anleihen Gold halten. Am selben Tag veröffentlichte der Interessenverband World Gold Council (WGC) seinen Quartalsbericht: Zentralbanken kauften im zweiten Quartal weltweit 289 Tonnen Gold. Auch die Bank of England hielt ihren Leitzins an diesem Tag unverändert bei 3,75 Prozent.

Freitag, 31.07. – 130,23 USD/g (−1,47 %)

Der Goldpreis gab einen Teil der Vortagesgewinne wieder ab. Der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago, ein Frühindikator für die Industriestimmung, überraschte mit 57,6 Punkten positiv, erwartet worden waren 55,9 Punkte. Auch das Verbrauchervertrauen wurde nach oben revidiert. In Deutschland fiel die vorläufige Inflationsrate mit 0,8 Prozent im Monatsvergleich etwas höher aus als die erwarteten 0,7 Prozent. Am Abend meldete sich Präsident Trump erneut zu Wort, größere Auswirkung auf den finalen Schlusskurs hatte das nicht mehr.

Wochenhoch und Wochentief – Was steckt dahinter?

Wochenhoch: 132,18 USD/g am Donnerstag

Der Höchststand der Woche fiel auf den Tag mit den schwächsten US-Wachstumszahlen und der Zentralbanken-Meldung zugleich. Beides zusammen reichte für den stärksten Tagesgewinn der Woche.

Wochentief: 129,46 USD/g am Dienstag

Der Tiefpunkt der Woche lag am Tag vor der Zinsentscheidung der Fed. Ein schwächeres US-Verbrauchervertrauen konnte den Kurs an diesem Tag nicht stützen, die Zurückhaltung vor der Entscheidung überwog.

Zentralbanken kaufen wie nie, 289 Tonnen in drei Monaten

Der Interessenverband World Gold Council veröffentlichte am Donnerstag seinen Bericht für das zweite Quartal 2026. Das Ergebnis: Zentralbanken weltweit kauften rund 289 Tonnen Gold, deutlich mehr als im ersten Quartal, als es nur 57 Tonnen waren. Die weltweite Goldnachfrage insgesamt lag im zweiten Quartal bei 1.269 Tonnen, nur ein Prozent mehr als im ersten Quartal. Der Anstieg kam also fast ausschließlich von den Notenbanken.

Angeführt wurde die Käuferliste von der polnischen Zentralbank. Sie stockte ihre Reserven um 51 Tonnen auf nun 632 Tonnen auf. Chinas Notenbank kaufte 33 Tonnen dazu, ihr Gesamtbestand liegt jetzt bei 2.346 Tonnen. Beide Länder zählen schon seit längerem zu den großen Käufern am Goldmarkt, ein Zeichen dafür, dass sie ihre Währungsreserven breiter aufstellen wollen, unabhängiger vom US-Dollar.

Russland verkauft, sogar die Bundesbank trennt sich von etwas Gold

Nicht jede Notenbank kaufte. Russland verkaufte im zweiten Quartal 22 Tonnen aus seinen Beständen und war damit der größte Verkäufer unter allen Zentralbanken. Der Hintergrund: westliche Sanktionen infolge des Ukraine-Kriegs erschweren Russland den Zugang zu internationalen Finanzmärkten, Gold dient hier offenbar auch als Liquiditätsquelle.

Überraschender für Leserinnen und Leser im deutschsprachigen Raum dürfte eine andere Zeile aus dem Bericht sein: Auch die deutsche Bundesbank hat verkauft, allerdings nur rund eine Tonne. Der Grund ist unspektakulär, das Gold wurde für die Prägung von Sammlermünzen verwendet, nicht aus geldpolitischen oder haushaltspolitischen Gründen. Deutschland bleibt mit rund 3.350 Tonnen weiterhin die Nation mit den zweitgrößten Goldreserven der Welt, gleich hinter den USA.

Warum der Kurs trotzdem kaum reagiert

Auf den ersten Blick wirkt das paradox. Wenn Zentralbanken so viel Gold kaufen wie seit Jahren nicht, sollte der Kurs eigentlich kräftig steigen. Tat er aber nicht, die Woche endete praktisch unverändert. Die Auflösung ist einfach: Wer viel kauft, treibt eigentlich die Preise. Aber wenn der Markt schon vorher wusste, dass Zentralbanken kaufen, ist das keine Überraschung mehr. Und was niemanden überrascht, bewegt auch keinen Kurs.

Der größere Rahmen erklärt den Rest. Der Goldpreis erreichte Ende Januar 2026 mit 5.595 US-Dollar je Feinunze sein bisheriges Rekordhoch, seitdem ist er deutlich gefallen und rutschte in den vergangenen Wochen zeitweise unter die Marke von 4.000 US-Dollar. Seit Ende Juni bewegt sich der Kurs in einer vergleichsweise engen Spanne um genau diese Marke. Die Rekordnachfrage der Zentralbanken ist also längst bekannt und eingepreist, den Ausschlag am Tagesgeschäft geben stattdessen weiterhin kurzfristige US-Konjunkturdaten, wie die Woche mit dem BIP-Rückgang am Donnerstag und der Erholung am Freitag erneut zeigte.

Fazit und Ausblick auf KW32

KW31 zeigte ein Muster, das für Anlegerinnen und Anleger wichtig ist: Strukturelle Nachfrage und Tagesbewegung sind zwei verschiedene Dinge. Die Zentralbanken kauften so viel Gold wie seit Jahren nicht, der Kurs blieb trotzdem mit minus 0,07 Prozent praktisch unverändert. Bestimmt hat die Woche stattdessen der gewohnte Rhythmus aus US-Wirtschaftsdaten, ein schwaches BIP am Donnerstag, bessere Stimmungsdaten am Freitag.

In KW32 stehen folgende Themen im Vordergrund:

  • US-Arbeitsmarktbericht: Zu Monatsbeginn steht turnusmäßig der große US-Arbeitsmarktbericht an, traditionell einer der stärksten Kurstreiber für Gold.
  • Zentralbank-Käufe: Ob sich das hohe Kauftempo aus dem zweiten Quartal im dritten Quartal fortsetzt, oder ob es ein einmaliger Ausreißer war.
  • Enge Handelsspanne: Ob sich der Seitwärtstrend um die 4.000-Dollar-Marke bei Gold in der neuen Woche fortsetzt oder ob eine der beiden Seiten die Oberhand gewinnt.
  • Iran-Krieg: Der Konflikt am Golf bleibt ungelöst und damit ein Unsicherheitsfaktor im Hintergrund, auch wenn er den Kurs zuletzt kaum bewegte.

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Quellen: Deutsche Börse (XETRA-GOLD, Kurshistorie 27.07.–31.07.2026, finaler Freitags-Schlusskurs 31.07.2026, 22:00 Uhr), Forex Factory (Wirtschaftskalender KW31), World Gold Council (Quartalsbericht Q2 2026, veröffentlicht 30.07.2026), Deutsche Boerse Live-Rohstoff-Newsfeed (27.07.–31.07.2026)
Stand: 31.07.2026, 22:00 Uhr | KW31 | ALLE PREISE IN US-DOLLAR | Umrechnung: USD/g = USD/oz ÷ 31,1034768

Autor: Ishy Bazooka

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Disclaimer: Dies ist keine Anlageberatung. Goldbrief fasst lediglich die Ereignisse der Woche zusammen. Der genannte Marktpreis ist nicht der Ankaufspreis. Goldankäufer zahlen weniger, da sie Verarbeitung, Versand und Marge einkalkulieren müssen. Preise in USD.