Sie haben Gold geerbt? Die schöne Goldkette von Oma. Der Ring von Opa. Vielleicht auch eine Brosche oder Goldmünzen. Das Gold Erbe liegt in ihren Händen – aber was macht man damit?
Verkaufen fühlt sich irgendwie komisch an. Als würde man Erinnerungen verkaufen. Andererseits wird der Schmuck nicht getragen, und in der Schublade bringt er auch nichts. Die Frage ist also: Was ist die richtige Entscheidung für das Gold-Erbe?
Schauen wir uns das mal ehrlich an – anhand klarer Fakten und praktischen Überlegungen.
Was Sie über geerbtes Gold wissen sollten
Erstmal die gute Nachricht: Geerbtes Gold ist in Deutschland in den allermeisten Fällen steuerfrei. Die Erbschaftssteuer hängt vom gesamten Erbe ab, nicht vom Gold speziell. Und die Freibeträge sind großzügig:
- 500.000 Euro beim Ehepartner
- 400.000 Euro bei Kindern
- 200.000 Euro für Enkel
Wenn man also „nur“ Schmuck geerbt hat, spielen Steuern meist keine Rolle. Sie müssen das Gold-Erbe auch nicht beim Finanzamt melden.
Das gilt auch für geerbte Goldmünzen oder Goldbarren, solange die Spekulationsfrist von 12 Monaten abgelaufen ist. Wichtig: Die Besitzzeit des Verstorbenen zählt mit. Bei den meisten Erbfällen ist diese Frist längst erfüllt.
Beispiel: Spekulationsfrist bei geerbten Goldbarren
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| März 2020 | Opa kauft Goldbarren |
| April 2025 | Opa verstirbt, Sie erben die Goldbarren |
| Mai 2026 | Sie verkaufen die Goldbarren |
| ✓ Ergebnis: Steuerfrei! (Opa besaß das Gold über 12 Monate) | |
Die Besitzzeit des Erblassers wird auf Sie übertragen. In diesem Fall sind es 5 Jahre – weit über der 12-Monats-Spekulationsfrist.
Gold geerbt ohne Nachweis
Keine Sorge, Sie brauchen auch keinen Herkunftsnachweis. Das ist ein hartnäckiger Mythos. Für privaten Goldverkauf – egal ob geerbt oder nicht – ist kein Herkunftsnachweis erforderlich. Ab 2.000 Euro Verkaufswert müssen Sie sich identifizieren (Geldwäscheprävention), aber das war’s auch schon.
Mehr Details dazu:
Option 1: Gold verkaufen – Wann macht das Sinn?
Schauen wir uns an, wann der Verkauf Ihres Gold-Erbes die vernünftige Wahl ist.
Sie brauchen das Geld
Das ist der naheliegendste Grund. Wenn das Konto überzogen ist und Sie Dispo-Zinsen zahlen – dann ist die Rechnung einfach: Erbe Gold bringt keine Zinsen, Dispo kostet welche. Also verkaufen, Konto ausgleichen, fertig.
Oder Sie haben eine größere Ausgabe vor sich: Auto-Reparatur, neue Waschmaschine, Umzug. Wenn das Geld knapp ist und Sie das Gold sowieso nicht tragen, warum nicht jetzt zu Geld machen? Immer noch besser als einen Kredit mit Zinsen bedienen zu müssen.
Niemand will den Goldschmuck
Manchmal ist es einfach so: Der Stil gefällt niemandem. Schwerer, altmodischer Schmuck aus den 70ern – schön war’s damals, aber heute trägt das keiner mehr. Wenn Sie den Goldschmuck nicht mögen und Ihre Kinder oder Enkel auch nicht, dann liegt dieser nur rum. Verkaufen und das Geld für etwas Sinnvolles nutzen ist ehrlicher als es aus schlechtem Gewissen in der Schublade zu lassen.
Der Goldpreis ist sehr gut
Aktuell liegt der Goldpreis bei etwa 3.813 Euro* je Feinunze (31,1 Gramm) – ein historisch hoher Wert. Das ist ein guter Zeitpunkt. Niemand weiß, ob Gold in fünf Jahren mehr oder weniger wert ist. Was Sie heute wissen: Der Preis ist hoch, Sie haben das Gold, Sie könnten jetzt verkaufen.
*Stand Jan 2026
Was bekommen Sie für das Gold?
Dies hängt vom Goldgehalt ab. Die meisten Schmuckstücke sind aus 333er (8 Karat), 585er (14 Karat) oder 750er Gold (18 Karat). Je höher die Zahl, desto mehr reines Gold ist drin.
Ein Beispiel: Sie haben 20 Gramm 585er Goldschmuck. Das sind etwa 11,7 Gramm reines Gold (20 × 58,5%). Bei einem Goldpreis von 70 Euro pro Gramm Feingold wären das rund 820 Euro. Nicht schlecht für alte Ketten die man nie getragen hat.
Falls Sie unsicher sind, was Ihr Gold wert ist, können Sie es kostenlos bewerten lassen. Bei Goldbrief bestellen Sie einen kostenlosen Goldbrief, schicken das Gold versichert ein, erhalten eine Bewertung – und entscheiden dann, ob Sie verkaufen wollen oder nicht. Kein Risiko, keine Verpflichtung.
Option 2: Gold behalten – Aber dann richtig
Vielleicht wollen Sie das Gold gar nicht verkaufen. Emotionaler Wert kann größer sein als finanzieller. Oder Sie sehen Gold als Notgroschen für schlechte Zeiten. Beides ist völlig legitim.
Aber wenn Sie Gold behalten, machen Sie es bitte richtig.
Versicherung bei größeren Mengen
Die normale Hausratversicherung deckt Schmuck meist nur bis 20.000 Euro ab – und das auch nur, wenn er in einem verschlossenen Behältnis (Safe, Tresor) aufbewahrt wird. In der Schmuckschatulle auf dem Nachttisch? Nicht versichert.
Wenn das Gold wertvoll ist (sagen wir über 5.000 Euro), brauchen Sie entweder eine Zusatzversicherung für Wertsachen oder ein Bankschließfach. Ein Schließfach kostet je nach Bank zwischen 50 und 150 Euro pro Jahr – überschaubar, wenn es um mehrere Tausend Euro Gold geht.
Aufbewahrung
Zu Hause im Safe? Geht, aber nur wenn der Safe vernünftig ist (nicht so ein 50-Euro-Blechkasten aus dem Baumarkt) und verschraubt ist. Ansonsten: Bankschließfach. Sicher, klimakontrolliert, versichert.
Gold bringt keine Zinsen
Das muss klar sein: Gold liegt nur rum. Es bringt keine Dividende, keine Zinsen, nichts. Der einzige Gewinn entsteht, wenn der Goldpreis steigt. Und der kann auch fallen. Wer Gold als Notgroschen sieht, muss das akzeptieren.
Wenn Sie das Geld mittelfristig brauchen werden (in 2-5 Jahren), ist Gold in physischer Form vielleicht nicht die beste Anlageform. Ein Tagesgeldkonto oder ETF-Sparplan bringt mehr. Aber als langfristige Reserve, zur Diversifizierung oder als emotionales Erbe? Durchaus sinnvoll.
Option 3: Gold umarbeiten lassen – Aus alt mach neu
Die dritte Option wird oft übersehen: Lassen Sie das Gold umarbeiten. Aus Omas altem, schwerem Ring wird der neue Ring – moderner, leichter, schöner.
Wie funktioniert das?
Sie gehen zu einem Juwelier oder Goldschmied, bringen das alte Schmuckstück mit und besprechen, was Sie daraus machen wollen. Das Gold wird eingeschmolzen und neu verarbeitet – zu einem Ring, einer Kette, Ohrringen, was auch immer Sie möchten.
Der emotionale Wert bleibt erhalten (es ist immer noch Omas Gold), aber Sie bekommen etwas, das Sie tatsächlich tragen.
Was kostet das?
Die Umarbeitung kostet je nach Aufwand zwischen 50 Euro bis zu einigen Tausend bei einer kompletten Neugestaltung. Ein einfacher Ring ist günstiger, ein kompliziertes Design mit Steinen teurer. Das alte Gold selbst wird dabei verrechnet – Sie bringen ja das Material schon mit.
Falls das alte Schmuckstück nicht genug Gold für das neue Design hat, müssen Sie Gold dazukaufen. Umgekehrt: Falls zu viel Gold da ist, können Sie den Rest verkaufen oder für ein zweites Schmuckstück verwenden.
Wann macht Umarbeiten Sinn?
Wenn Sie Schmuck mögen, aber nicht diesen. Wenn der emotionale Wert wichtig ist, aber der Stil nicht passt. Wenn Sie das Gold behalten und nutzen wollen, statt es zu verkaufen oder in der Schublade zu lassen.
Umarbeiten ist die Kompromisslösung zwischen „behalten“ und „verkaufen“ – Sie behalten das Gold (materiell und emotional), aber in einer Form die Sie tatsächlich verwenden.
Entscheidungshilfe – Was passt zu Ihrer Situation?
Hier eine ehrliche Übersicht, wann welche Option Sinn macht:
Verkaufen macht Sinn, wenn:
Sie Schulden haben (besonders Dispo-Zinsen). Sie das Geld konkret für etwas brauchen. Niemand in der Familie das Gold will oder trägt. Sie keinen emotionalen Bezug dazu haben. Der Goldpreis gut steht und Sie den Zeitpunkt nutzen wollen.
Behalten macht Sinn, wenn:
Der emotionale Wert größer ist als der finanzielle. Sie es irgendwann selbst tragen oder vererben wollen. Sie Gold als langfristige Reserve sehen. Sie sich nicht trennen können oder wollen – und das ist völlig okay.
Aber dann bitte: Richtig versichern und aufbewahren. Ein Bankschließfach kostet 50-150 Euro im Jahr und gibt Ihnen echte Sicherheit.
Umarbeiten macht Sinn, wenn:
Sie Schmuck mögen, aber nicht in diesem Stil. Sie den emotionalen Wert behalten wollen, aber etwas Tragbares haben möchten. Sie bereit sind, extra Geld für die Umarbeitung zu investieren. Sie das Gold aktiv nutzen wollen statt es nur aufzubewahren.
Am Ende ist es Ihre Entscheidung. Es gibt kein richtig oder falsch – nur das, was für Sie und Ihre Situation passt.
Häufige Fragen zu geerbtem Gold
Muss ich geerbtes Gold versteuern?
In den meisten Fällen nein. Erbschaftssteuer hängt vom Gesamterbe ab, nicht vom Gold speziell. Die Freibeträge sind hoch (400.000 Euro bei Kindern oder 200.000 Euro für Enkel). Und wenn Sie das Gold später verkaufen, ist der Erlös steuerfrei.
Brauche ich einen Herkunftsnachweis für geerbtes Gold?
Nein. Das ist ein Mythos. Für privaten Goldverkauf – egal ob geerbt oder nicht – brauchen Sie keinen Herkunftsnachweis. Nur eine Identifizierung ab 2.000 Euro Verkaufswert.
Was ist mein geerbtes Gold wert?
Das hängt vom Goldgehalt (333, 585, 750) und Gewicht ab. Wenn Sie Ihr Gold-Erbe verkaufen möchten, bieten die meisten Goldankäufer kostenlose Bewertungen an. Bei Goldbrief können Sie das Gold versichert einsenden, bekommen eine genaue Bewertung und entscheiden dann, ob Sie verkaufen möchten.
Kann ich Gold verkaufen, wenn ich keine Rechnung habe?
Ja, natürlich. Geerbter Schmuck hat in der Regel keine Rechnung mehr – das ist völlig normal und kein Problem beim Verkauf.
Wie schnell bekomme ich mein Geld?
Bei seriösen Online-Goldankäufern wie Goldbrief innerhalb von 24 Stunden nach Annahme des Angebots. Sie können das Angebot auch ablehnen – dann bekommen Sie Ihr Gold kostenlos zurück.
Was passiert mit dem Gold nach dem Verkauf?
Es wird in zertifizierten Scheidanstalten recycelt. Das Gold wird eingeschmolzen, gereinigt und für neue Schmuckstücke, Goldbarren oder industrielle Anwendungen verwendet. Gold kann unbegrenzt recycelt werden ohne Qualitätsverlust.
Gold geerbt? Lassen Sie es kostenlos bewerten
Bestellen Sie einen kostenlosen Goldbrief, schicken Sie Ihr Gold versichert ein und erhalten Sie eine genaue Bewertung. Danach entscheiden Sie in Ruhe, was Sie tun möchten – verkaufen oder zurückbekommen. Ohne Risiko, ohne Verpflichtung.