Edelmetalle Vergleich – Welche Arten gibt es?

TL;DR – Das Wichtigste in Kürze

  • 8 Edelmetalle: Ruthenium, Rhodium, Palladium, Silber, Osmium, Iridium, Platin, Gold
  • Für Privatpersonen relevant: Nur Gold, Silber, Platin (+ manchmal Palladium)
  • Was macht sie „edel“? Sie rosten nicht und bleiben dauerhaft glänzend
  • Wertvollstes: Rhodium (10-20x teurer als Gold, aber nichts für Normalsterbliche)
  • Häufigstes: Silber (15x häufiger als Gold)
  • Als Investment: Gold = sicher, Silber = Wachstumspotenzial, Platin/Palladium = spekulativ
  • Im Schmuck: Meist 585er oder 750er Gold, 925er Silber, 950er Platin

Kurz gesagt: Es gibt 8 Edelmetalle, aber nur 3-4 davon sind für normale Menschen relevant. Die anderen sind Industrie-Exoten.

Sie haben eine alte Kette geerbt und fragen sich: Ist das echtes Gold? Oder vielleicht Silber? Und was bedeutet eigentlich die Zahl 585, die da eingeprägt ist?

Edelmetalle sind überall – in Schmuck, Münzen, sogar in Ihrem Smartphone. Aber welche Edelmetalle gibt es überhaupt? Die Antwort überrascht viele: Es gibt 8 klassische Edelmetalle. Manche kennen Sie gut (Gold, Silber), andere haben Sie vielleicht noch nie gehört (Rhodium, Osmium).

In diesem Ratgeber erklären wir alle 8 – verständlich, praktisch und ohne Chemie-Vorlesung. Am Ende verstehen Sie nicht nur, was in Ihrer Schmuckschatulle liegt, sondern auch, warum manche Metalle mehr wert sind als andere.

Was macht ein Metall „edel“?

Korrosionsbeständigkeit. Das ist die kurze Antwort.

Edelmetalle rosten nicht, sie zersetzen sich nicht, und sie bleiben auch nach Jahrhunderten glänzend. Legen Sie einen Eisennagel und einen Goldring für ein Jahr in den Garten. Der Nagel? Komplett verrostet. Der Ring? Sieht aus wie neu.

Diese chemische Stabilität macht Edelmetalle seit Jahrtausenden wertvoll – nicht nur für Schmuck und Münzen, sondern heute auch für Hightech wie Smartphones und Solarzellen.

Übrigens: Manchmal hört man von „Halbedelmetallen“ wie Kupfer. Die rosten langsamer als Eisen, aber längst nicht so gut wie Gold. Dazu später mehr.

Welche 8 Edelmetalle gibt es?

Es gibt genau 8 klassische Edelmetalle:

  1. Ruthenium (Ru)
  2. Rhodium (Rh)
  3. Palladium (Pd)
  4. Silber (Ag)
  5. Osmium (Os)
  6. Iridium (Ir)
  7. Platin (Pt)
  8. Gold (Au)

Diese 8 Metalle gehören alle zur Gruppe der besonders korrosionsbeständigen Metalle. Drei davon kennen Sie garantiert: Gold, Silber und Platin. Die anderen fünf? Darauf kommen wir gleich.

Aber zuerst schauen wir uns die „Big 3″ genauer an – denn die sind im Alltag am wichtigsten.

Die Big 3: Gold, Silber und Platin

Die meisten Menschen kennen drei Edelmetalle: Gold, Silber und Platin. Das sind auch die drei, die im Alltag am häufigsten vorkommen – in Schmuck, Münzen und als Geldanlage. Schauen wir uns diese „Big 3″ genauer an.

Gold – Der Klassiker

Gold ist das bekannteste Edelmetall der Welt. Seit über 5.000 Jahren wird es für Schmuck, Münzen und als Wertaufbewahrung genutzt. Aber warum eigentlich?

Eigenschaften von Gold

Gold hat einzigartige Eigenschaften, die es so besonders machen:

  • Farbe: Charakteristisches Goldgelb, das jeder sofort erkennt
  • Dichte: Sehr schwer – ein 1 cm³-Würfel Gold wiegt 19,3 Gramm. Zum Vergleich: Ein Stück Würfelzucker hat dieselbe Größe, wiegt aber nur 3 Gramm. Gold ist sechsmal schwerer.
  • Weichheit: Reines Gold ist butterweich – man kann es mit dem Fingernagel einritzen
  • Korrosionsbeständigkeit: Absolut rostfrei, verändert sich nicht mit der Zeit

Warum ist meine Goldkette nicht butterweich? Weil Ihr Schmuck kein reines Gold ist! Reines Gold (999er oder 24 Karat) wäre viel zu weich für den Alltag. Deshalb wird Gold mit anderen Metallen legiert.

Die häufigsten Goldlegierungen sind:

  • 333er Gold (8 Karat): 33,3% Gold + 66,7% andere Metalle → härter, günstiger
  • 585er Gold (14 Karat): 58,5% Gold + 41,5% andere Metalle → Standard bei Schmuck
  • 750er Gold (18 Karat): 75% Gold + 25% andere Metalle → edler, aber weicher
  • 999er Gold (24 Karat): 99,9% reines Gold → nur für Barren und Münzen

Warum hat mein Ehering eine andere Farbe als die Kette meiner Schwester? Das liegt an den Legierungsmetallen!

  • Gelbgold: Gold + Silber + Kupfer (klassische Mischung)
  • Roségold/Rotgold: Gold + viel Kupfer (der Kupferanteil gibt die warme Rottönung)
  • Weißgold: Gold + Palladium + Silber (helle, silberne Optik)

Mehr dazu: Goldlegierungen erklärt – Welche Gold-Arten gibt es?

Vorkommen und Seltenheit

Gold ist selten – sehr selten. Die gesamte jemals geförderte Goldmenge der Welt würde auf ein Fußballfeld passen – etwa 1,5 Meter hoch. Das ist alles Gold, das die Menschheit in 5.000 Jahren aus der Erde geholt hat.

Gold kommt in der Natur oft gediegen vor, also in reiner Form. Man findet es als:

  • Goldnuggets in Flüssen (Goldwaschen)
  • Goldadern im Gestein (Bergbau)
  • Mikroskopische Partikel in Gestein (moderne Förderung)

Die größten Goldvorkommen heute:

  1. China
  2. Australien
  3. Russland

Verwendung

50% Schmuck – Der Großteil des Goldes wird zu Ringen, Ketten, Armbändern verarbeitet.

40% Investment – Goldbarren, Goldmünzen, Gold-ETFs. Gold gilt als sichere Anlage in Krisenzeiten.

10% Industrie – Elektronik (Computer, Smartphones), Zahntechnik, Luft- und Raumfahrt. Gold leitet Strom hervorragend und korrodiert nicht.

Praxis-Tipp: Wenn Sie alten Goldschmuck haben, können Sie diesen verkaufen – der Goldwert bleibt erhalten, egal wie alt oder beschädigt das Stück ist.

Silber – Der Allrounder

Silber ist das zweithäufigste Edelmetall im Alltag. Es ist deutlich günstiger als Gold, hat aber einige Eigenschaften, die es in manchen Bereichen sogar überlegen machen.

Eigenschaften von Silber

  • Farbe: Silbrig-weiß, hochglänzend
  • Dichte: Leichter als Gold (10,5 g/cm³)
  • Leitfähigkeit: Beste elektrische und thermische Leitfähigkeit aller Metalle!
  • Korrosionsbeständigkeit: Sehr gut – aber mit einer Ausnahme…

Warum läuft meine Silberkette schwarz an? Das ist die große Schwäche von Silber. Es reagiert mit Schwefelverbindungen in der Luft und bildet eine schwarze Schicht (Silbersulfid). Keine Panik – das Metall wird nicht zerstört, es verfärbt sich nur oberflächlich.

Sie kennen das: Die Silberkette liegt ein paar Monate in der Schublade und ist plötzlich schwarz. Sogar Ihre Haut gibt beim Schwitzen Schwefel ab. Gold macht das nicht mit – deshalb bleibt Goldschmuck immer glänzend.

Gute Nachricht: Sie können angelaufenes Silber ganz einfach reinigen! Mit Alufolie, Salz und heißem Wasser wird Ihre Kette in 5 Minuten wieder silbrig. Mehr dazu: Goldschmuck reinigen

Die 925er-Prägung – Was bedeutet das?

Fast jedes Silberschmuckstück trägt die Prägung 925 oder Sterling. Das bedeutet:

  • 92,5% Silber
  • 7,5% Kupfer (macht das Silber härter)

Reines Silber (999er) ist – genau wie Gold – zu weich für Schmuck. Die 925er-Legierung ist der weltweite Standard.

Vorkommen und Verwendung

Silber ist etwa 15-mal häufiger als Gold. Es wird oft als Nebenprodukt beim Abbau von Kupfer, Blei oder Zink gefördert.

50% Industrie – Elektronik, Solarzellen, Batterien, Medizin (antibakterielle Wirkung!). Silber ist unverzichtbar für die Energiewende.

25% Schmuck – Ringe, Ketten, Armbänder, Besteck.

25% Investment – Silbermünzen, Silberbarren.

Praxis-Tipp: Silber hat einen deutlich niedrigeren Preis als Gold (etwa 1:80 im Verhältnis), eignet sich aber trotzdem als Investment – besonders wegen der Industrie-Nachfrage.

Platin – Der Edle

Platin ist das dritte große Edelmetall. Es ist seltener als Gold, schwerer als Gold – und trotzdem manchmal günstiger. Wie geht das?

Eigenschaften von Platin

  • Farbe: Silbrig-grau, matter als Silber
  • Dichte: Noch schwerer als Gold! (21,45 g/cm³)
  • Seltenheit: Etwa 30-mal seltener als Gold
  • Korrosionsbeständigkeit: Absolut rostfrei, sogar gegen aggressive Säuren

Warum ist mein Platin-Verlobungsring so schwer? Platin ist eines der dichtesten Metalle der Welt. Ein Platin-Ring fühlt sich deutlich schwerer an als ein gleich großer Goldring.

Die 950er-Prägung

Platinschmuck trägt meist die Prägung 950 Platin:

  • 95% Platin
  • 5% andere Platinmetalle (Iridium, Ruthenium)

Platin ist von Natur aus härter als Gold, deshalb braucht man weniger Beimischungen.

Verwendung und Preis

40% Autoindustrie – Katalysatoren in Autos. Platin filtert Schadstoffe aus Abgasen.

30% Schmuck – Verlobungsringe, Eheringe (Platin gilt als Symbol der ewigen Liebe).

30% Industrie – Chemie, Elektronik, Glasherstellung.

Warum kostet Platin manchmal weniger als Gold? Obwohl Platin seltener ist, wird sein Preis stark von der Autoindustrie beeinflusst. Wenn weniger Autos produziert werden (z.B. in Wirtschaftskrisen), sinkt die Nachfrage – und der Preis fällt. Gold ist stabiler, weil es hauptsächlich als Schmuck und Wertanlage dient.

Die Platinmetalle – Die exotischen Fünf

Neben Platin gibt es noch fünf weitere Edelmetalle aus der Platingruppe. Heißen so, weil sie chemisch ähnlich sind und oft gemeinsam im Gestein vorkommen.

Klingt fancy, aber mal ehrlich: Diese Metalle werden Sie wahrscheinlich nie in der Hand halten. Sie sind extrem selten, extrem teuer und werden fast nur in der Industrie verwendet.

Trotzdem – schauen wir uns die fünf kurz an. Allgemeinbildung schadet nie.

Palladium – Der Aufsteiger

Palladium ist das einzige Platinmetall, das auch für Privatpersonen relevant ist.

Eigenschaften

  • Farbe: Silbrig-weiß, ähnlich wie Platin
  • Dichte: Leichter als Platin (12 g/cm³)
  • Preis: Schwankt stark, zeitweise teurer als Gold

Verwendung

  • 80% Autoindustrie: Katalysatoren (ähnlich wie Platin)
  • 15% Elektronik: Leiterplatten, Kondensatoren
  • 5% Schmuck: Alternative zu Weißgold oder Platin

Mein Trauring ist aus Palladium – ist das wertvoll? Ja! Palladium ist ein echtes Edelmetall und oft eine gute Alternative zu Platin. Es ist leichter, günstiger, aber genauso korrosionsbeständig.

Praxis-Tipp: Palladium läuft nicht an (im Gegensatz zu Silber) und ist hypoallergen – perfekt für Menschen mit empfindlicher Haut.

Rhodium – Der Teuerste

Rhodium ist das teuerste Metall der Welt. Der Preis schwankt extrem, liegt aber oft bei 10-20x mehr als Gold.

Eigenschaften

  • Extrem hart und reflektierend
  • Korrosionsbeständiger als alle anderen Metalle

Verwendung

  • Katalysatoren in Autos (extrem begehrt!)
  • Beschichtung von Schmuck (Weißgold wird oft rhodiniert, um es noch weißer zu machen)

Praxis-Tipp: Wenn Ihr Weißgold-Ring nach ein paar Jahren gelblicher wird, ist die Rhodium-Beschichtung abgenutzt. Ein Juwelier kann ihn neu rhodinieren.

Iridium, Osmium und Ruthenium – Die Industrie-Spezialisten

Diese drei Metalle sind so selten und teuer, dass sie fast nur in Spezialanwendungen vorkommen.

Iridium:

  • Zweitwiderstandsfähigstes Metall nach Osmium
  • Verwendung: Zündkerzen, Elektroden, Weltraum-Satelliten
  • Fun Fact: Die weltweite Jahresproduktion passt in einen Würfel von 1 Meter Kantenlänge

Osmium:

  • Dichtestes natürlich vorkommendes Element (22,6 g/cm³)
  • Verwendung: Extrem harte Legierungen, Speziallampen
  • Achtung: Osmiumtetroxid (eine Verbindung) ist giftig!

Ruthenium:

  • Wird in Festplatten und Computerchips verwendet
  • Auch in der Chemie als Katalysator

Fazit zu den drei: Faszinierend, aber für normale Menschen nicht relevant. Falls Sie jemals Iridium-Schmuck angeboten bekommen – fragen Sie zweimal nach!

Halbedelmetalle – Der Vollständigkeit halber

Neben den 8 klassischen Edelmetallen gibt es noch eine Gruppe von Halbedelmetallen. Sie sind korrosionsbeständiger als normale Metalle, aber nicht so stabil wie Gold oder Platin. Die wichtigsten sind Kupfer, Quecksilber, Rhenium und Technetium.

Kupfer – Der praktische Helfer

Kupfer ist kein echtes Edelmetall – es läuft an der Luft grün an (denken Sie an alte Kupferdächer). Trotzdem ist es extrem wichtig, besonders für Goldschmuck.

Warum? Reines Gold ist zu weich. Kupfer macht es härter und gibt ihm warme Rottöne:

  • Roségold: Gold mit viel Kupfer (romantisch, rosa Schimmer)
  • Rotgold: Gold mit noch mehr Kupfer (kräftiges Rot, vintage Look)
  • Apricot-Gold: Gold mit mittlerem Kupferanteil (warmes Orange)

Ohne Kupfer gäbe es kein 585er oder 333er Gold – es wäre zu weich für Alltagsschmuck.

Praxis-Tipp: Wenn billiger Modeschmuck Ihre Haut grün färbt, ist das Kupferoxid. Echtes Gold mit Kupfer-Beimischung macht das nicht, weil der Goldanteil das Kupfer schützt.

→ Mehr dazu: Goldlegierungen erklärt

Quecksilber

Quecksilber ist das einzige Metall, das bei Raumtemperatur flüssig ist. Früher wurde es in Zahngold verwendet (Amalgam), heute wird es wegen seiner Giftigkeit kaum noch eingesetzt.

Rhenium und Technetium

Beide Metalle sind extrem selten und teuer. Sie werden in Hochtemperatur-Legierungen (Düsentriebwerke) und in der Chemie verwendet. Für Privatpersonen nicht relevant.

Der große Vergleich – Alle 8 Edelmetalle auf einen Blick

Hier ist die Übersicht aller 8 Edelmetalle mit den wichtigsten Fakten:

EdelmetallSymbolPreis (ca.)SeltenheitHauptverwendungFür Privatpersonen?
GoldAu60 €/gMittelSchmuck, Investment✅ Ja
SilberAg0,90 €/gHäufigIndustrie, Schmuck✅ Ja
PlatinPt30 €/gSeltenAuto-Katalysatoren, Schmuck✅ Ja
PalladiumPd35 €/gSeltenAuto-Katalysatoren✅ Teilweise (Schmuck)
RhodiumRh150 €/gSehr seltenKatalysatoren, Beschichtung❌ Nein
IridiumIr180 €/gExtrem seltenElektroden, Weltraum❌ Nein
OsmiumOs80 €/gExtrem seltenSpeziallegierungen❌ Nein
RutheniumRu20 €/gSeltenComputerchips, Chemie❌ Nein

(Preise sind ungefähre Richtwerte und schwanken täglich)

Preisentwicklung – Welches Metall lohnt sich?

Die Preisentwicklung der letzten 20 Jahre zeigt klare Unterschiede:

Gold: Stabil steigend, gilt als sicherer Hafen in Krisen. Von 10 €/g (2000) auf heute 60 €/g.

Silber: Volatil (schwankend), aber langfristig steigend. Von 0,20 €/g auf 0,90 €/g.

Platin: Stark schwankend, abhängig von Autoindustrie. Lag 2008 über Gold, heute darunter.

Palladium: Extremer Anstieg seit 2016. Der Grund? Der Diesel-Skandal. Plötzlich wurden wieder mehr Benzin-Autos gebaut (statt Diesel). Und Benzin-Katalysatoren brauchen Palladium, während Diesel-Katalysatoren eher Platin verwenden. Mehr Benziner = mehr Palladium-Nachfrage = höherer Preis.

Rhodium: Wildeste Schwankungen! Von 10 €/g (2003) auf 500 €/g (2021), dann wieder runter auf 150 €/g.

Was lohnt sich als Investment?

Für Sicherheit: Gold. Es ist der Klassiker und wird es bleiben.

Für Wachstum: Silber. Steigende Nachfrage durch Energiewende (Solarzellen).

Für Spekulation: Palladium oder Platin. Aber Vorsicht – hohe Schwankungen!

Nicht für Privatpersonen: Rhodium, Iridium, Osmium, Ruthenium. Diese Märkte sind zu klein und volatil.

Aus der Praxis – Was wir im Goldankauf erleben

Nach vielen Jahren im Goldankauf haben wir fast alles gesehen. Hier sind die häufigsten Fragen und Irrtümer:

Ist das echt? – Der Modeschmuck-Irrtum

Das häufigste Problem im Goldankauf: Menschen halten Modeschmuck für echtes Gold oder Silber. Kein Witz – das passiert täglich. Und es ist niemandem peinlich! Woher soll man das auch wissen, wenn man sich nicht auskennt?

Wie erkennen Sie den Unterschied?

Echtes Gold/Silber hat einen Stempel:

  • Gold: 333, 585, 750, 999 (oder 8K, 14K, 18K, 24K)
  • Silber: 925, 835, Sterling
  • Platin: 950, PT

Kein Stempel? Meistens Modeschmuck oder vergoldet.

Praxis-Tipp: Schauen Sie mit einer Lupe an der Innenseite von Ringen oder am Verschluss von Ketten. Echte Edelmetalle haben fast immer eine Punzierung.

Der Magnet-Test – Funktioniert der?

Ja, aber mit Einschränkungen. Echtes Gold, Silber und Platin sind nicht magnetisch. Wenn ein Ring am Magneten hängen bleibt, ist er definitiv kein reines Edelmetall.

Aber Achtung: Nur weil etwas nicht magnetisch ist, muss es nicht echt sein! Kupfer und Messing sind auch nicht magnetisch.

Was tun, wenn Sie nicht wissen, was Sie geerbt haben?

Bringen Sie es zu einem Fachmann. Seriöse Goldankäufer oder Juweliere haben Testgeräte (Röntgenfluoreszenz), die den genauen Goldgehalt in Sekunden ermitteln.

Niemals: Auf windige „Gold-Testsets“ aus dem Internet verlassen. Die sind oft ungenau.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Edelmetalle steigen im Wert?

Langfristig alle – aber unterschiedlich stark:

  • Gold: Stabil steigend, sicherer Hafen in Krisen
  • Silber: Volatil, aber großes Potenzial wegen Industrie-Nachfrage (Solarzellen, Elektronik)
  • Palladium & Platin: Abhängig von Autoindustrie, sehr schwankend

Am stabilsten: Gold. Am spekulativsten: Rhodium (aber nichts für Privatanleger).

Welches Edelmetall ist das wertvollste?

Rhodium ist das teuerste Edelmetall der Welt – zeitweise 10-20x teurer als Gold. Aber es ist extrem volatil und für Privatpersonen nicht handelbar.

Von den „normalen“ Edelmetallen ist Gold am stabilsten und wertvollsten im Alltagsgebrauch.

Welche sind die 4 Edelmetalle?

Wenn jemand von „den 4 Edelmetallen“ spricht, meint er meist die wichtigsten für Privatpersonen:

  1. Gold – Schmuck, Investment
  2. Silber – Schmuck, Industrie, Investment
  3. Platin – Eheringe, Investment
  4. Palladium – Schmuck, Investment (weniger verbreitet)

Das sind die vier, die Sie als normale Person kaufen, verkaufen oder im Schmuckkästchen haben können. Die anderen vier (Rhodium, Iridium, Osmium, Ruthenium) sind reine Industrie-Metalle.

Welches ist das häufigste Edelmetall?

Silber. Es kommt etwa 15-mal häufiger vor als Gold und wird entsprechend oft gefördert.

Warum ist Platin manchmal günstiger als Gold?

Obwohl Platin seltener ist als Gold, bestimmt die Nachfrage den Preis. Platin wird hauptsächlich in der Autoindustrie gebraucht. Wenn weniger Autos produziert werden, sinkt die Nachfrage – und der Preis fällt.

Gold hingegen wird vor allem als Schmuck und Wertanlage gekauft. Die Nachfrage ist stabiler.

Kann man alle 8 Edelmetalle kaufen?

Nein. Privat handelbar sind nur:

  • Gold
  • Silber
  • Platin
  • Palladium (als Barren oder Münzen, aber schwieriger)

Rhodium, Iridium, Osmium und Ruthenium sind reine Industrie-Metalle. Man kann sie theoretisch kaufen, aber der Markt ist winzig und nicht für Privatanleger geeignet.

Wie erkenne ich echtes Gold ohne Stempel?

Das ist schwierig! Am sichersten: Zu einem Fachmann gehen. Der kann mit Säure- oder Röntgentests den Goldgehalt bestimmen.

Hausmittel-Tests (Essig, Magnet) sind unzuverlässig und können bei vergoldeten Stücken täuschen.

Läuft Palladium auch an wie Silber?

Nein. Palladium ist genauso korrosionsbeständig wie Platin oder Gold. Es läuft nicht an und behält seinen Glanz dauerhaft.

Warum färbt billiger Schmuck meine Haut grün?

Das liegt am Kupfer. Billiger Modeschmuck besteht oft aus Kupfer oder Messing (Kupfer + Zink). Kupferoxid reagiert mit Schweiß und hinterlässt grüne Spuren.

Echtes Gold mit Kupfer-Beimischung (z.B. 585er) macht das nicht, weil der Goldanteil das Kupfer schützt.

Fazit – Was Sie jetzt über Edelmetalle wissen

Es gibt 8 klassische Edelmetalle: Gold, Silber, Platin, Palladium, Rhodium, Iridium, Osmium und Ruthenium.

Für den Alltag relevant? Nur 3-4: Gold, Silber, Platin – und manchmal Palladium. Die anderen vier sind Industrie-Spezialisten. Extrem selten, extrem teuer, extrem spezialisiert. Nichts für normale Menschen.

Warum sind sie „edel“? Weil sie nicht rosten. Sie bleiben dauerhaft glänzend und stabil – deshalb sind sie seit Jahrtausenden wertvoll.

Jedes Edelmetall hat seine Stärken:

  • Gold = Wertspeicher, Schmuck-Klassiker, ultra-stabil
  • Silber = Industrie-Star, günstiger Einstieg, läuft leider an
  • Platin = Selten, schwer, der Ehering-Favorit
  • Palladium = Aufsteiger, gute Alternative zu Platin

Was liegt in Ihrer Schmuckschatulle? Meistens 585er oder 750er Gold, 925er Silber, vielleicht ein Platin-Ring. Jetzt wissen Sie, was die Zahlen bedeuten – und warum Ihr Roségold-Ring rötlich schimmert (Kupfer!) und Ihr 750er Ring weicher ist als Ihr 333er (mehr Gold = weicher).

Allgemeinbildung, die Sie nutzen können. Sie verstehen jetzt Ihren eigenen Schmuck besser, können Fakes erkennen und wissen, welches Edelmetall sich für welchen Zweck eignet.

Und wenn Oma das nächste Mal fragt: „Was ist denn das für ein Ring?“ – können Sie es ihr erklären. 😊

Weiterführende Ratgeber:

Haben Sie noch Fragen zu Edelmetallen? Stöbern Sie durch unsere Ratgeber-Übersicht – wir erklären alles rund um Gold, Silber und Edelmetalle verständlich und praxisnah.

Stand Jan 2026


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