Goldpreis KW 7/2026 – Rückgang durch starke US-Jobszahlen
Die zweite Februarwoche brachte eine Trendwende am Goldmarkt. Nach dem starken Vorwochenplus gab Gold deutlich nach. Der Hauptgrund: Überraschend robuste Arbeitsmarktdaten aus den USA ließen Zinssenkungshoffnungen schwinden. Der Dollar gewann an Stärke, Gold verlor an Attraktivität.
TL;DR – Die Woche in Zahlen
- Wochenhoch: 163,70 USD/g (Mittwoch, 11.02.)
- Wochentief: 156,81 USD/g (Donnerstag, 12.02.)
- Schlusskurs Freitag: [WIRD ERGÄNZT] USD/g
- Wochenveränderung: [WIRD ERGÄNZT]
- Wichtigstes Ereignis: US-Arbeitsmarktbericht übertrifft Erwartungen deutlich – 130.000 neue Jobs statt erwarteter 66.000
Die Preisentwicklung im Detail
Im Gegensatz zur Vorwoche dominierte diesmal Verkaufsdruck. Gold konnte das hohe Niveau vom Wochenauftakt nicht halten und rutschte bis Donnerstag deutlich ab. Die Hauptbelastung kam von unerwartet guten US-Konjunkturdaten.
| Tag | Datum | Schlusskurs | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Montag | 09.02.2026 | 163,27 USD/g | — |
| Dienstag | 10.02.2026 | 161,78 USD/g | -0,9 % |
| Mittwoch | 11.02.2026 | 163,60 USD/g | +1,1 % |
| Donnerstag | 12.02.2026 | 158,08 USD/g | -3,4 % |
| Freitag | 13.02.2026 | [WIRD ERGÄNZT] USD/g | [WIRD ERGÄNZT] |
Montag, 09.02. – 163,27 USD/g (Schlusskurs)
Gold startete optimistisch in die Woche und bewegte sich im Bereich von 159 bis 163 USD. Der Schlusskurs lag bei 163,27 USD – leicht unter dem Schlusskurs der Vorwoche, aber immer noch auf erhöhtem Niveau.
Die europäischen Märkte zeigten sich freundlich. Der Sentix-Investor-Confidence-Index für die Eurozone stieg überraschend von -1,8 auf 4,2 Punkte – ein Zeichen verbesserter Konjunkturerwartungen. Aus Japan kamen gemischte Daten: Die Gehälter waren mit 2,4 Prozent Wachstum schwächer als erwartet, während die Bankenkredite mit 4,5 Prozent weiter robust wuchsen.
Gold pendelte seitwärts. Anleger warteten auf klare Impulse aus den USA.
Dienstag, 10.02. – 161,78 USD/g (-0,9 %)
Der erste deutliche Rückschlag. Gold fiel von 163,26 USD Eröffnung auf bis zu 161,07 USD und schloss bei 161,78 USD.
Auslöser waren enttäuschende US-Einzelhandelsdaten: Sowohl die Gesamtumsätze (0,0 Prozent) als auch die Kernumsätze ohne Autos (0,0 Prozent) blieben deutlich hinter den Erwartungen von 0,3 bis 0,4 Prozent zurück. Eigentlich sind schwache Konjunkturdaten gut für Gold, da sie Zinssenkungen wahrscheinlicher machen. Doch die Märkte reagierten nervös: Ein zu schwacher Konsum könnte auf eine Rezession hindeuten, was risikofreudige Anleger verschreckt.
Parallel dazu blieb der US-Lohnkostenindex mit 0,7 Prozent im vierten Quartal hinter den Erwartungen von 0,8 Prozent. Die Kombination aus schwachem Konsum und moderatem Lohnwachstum sorgte für Unsicherheit – Gold gab nach.
Mittwoch, 11.02. – 163,60 USD/g (+1,1 %)
Eine technische Erholung. Nach den Verlusten vom Vortag griffen Käufer zu. Gold stieg von 163,42 auf das Wochenhoch von 163,70 USD und schloss bei 163,60 USD.
Aus China kamen beruhigende Inflationsdaten: Die Verbraucherpreise stiegen nur um 0,2 Prozent (erwartet: 0,4 Prozent), die Erzeugerpreise fielen um 1,4 Prozent (erwartet: -1,5 Prozent). Niedrige Inflation in China signalisiert wirtschaftliche Schwäche, was die Hoffnung auf weltweit lockere Geldpolitik stärkte.
Die italienische Industrieproduktion schrumpfte um 0,4 Prozent, wie erwartet. Auch das sprach für eine vorsichtige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Gold profitierte von der Erwartung niedriger Zinsen – allerdings nur kurz.
Donnerstag, 12.02. – 158,08 USD/g (-3,4 %)
Der Schocktag der Woche. Gold brach förmlich ein und fiel von 163,38 USD auf das Wochentief von 156,81 USD. Der Schlusskurs lag bei 158,08 USD – ein Minus von über 5 USD binnen eines Tages.
Der Grund: Überraschend starke US-Arbeitsmarktdaten. Die sogenannten Non-Farm Payrolls zeigten, dass im Januar 130.000 neue Jobs geschaffen wurden. Analysten hatten nur 66.000 erwartet. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote mit 4,3 Prozent stabil, und die Stundenlöhne stiegen um 0,4 Prozent (erwartet: 0,3 Prozent).
Diese Daten waren ein Schlag für Goldinvestoren. Ein starker Arbeitsmarkt signalisiert eine robuste Wirtschaft – die US-Notenbank hat damit weniger Grund, die Zinsen zu senken. Der Dollar stieg kräftig, Gold wurde für internationale Käufer teurer und verlor an Nachfrage.
Zusätzlich belasteten schwache britische Konjunkturdaten: Das britische Bruttoinlandsprodukt wuchs im Monat nur um 0,1 Prozent (erwartet: 0,1 Prozent), während die Industrieproduktion um 0,9 Prozent schrumpfte (erwartet: -0,1 Prozent). Großbritannien schwächelt wirtschaftlich, doch Gold konnte davon nicht profitieren – die US-Daten dominierten.
Freitag, 13.02. – [WIRD ERGÄNZT] USD/g
Der Freitag-Schlusskurs wird nach Handelsschluss der Deutsche Börse (22:00 Uhr MEZ) ergänzt.
Am Freitag standen wichtige US-Inflationsdaten an: Der Verbraucherpreisindex (CPI) wurde für Januar veröffentlicht. Anleger erwarteten einen Anstieg um 0,3 Prozent im Monatsvergleich und 2,4 Prozent im Jahresvergleich. Sollte die Inflation höher ausfallen als erwartet, würde das die Zinssenkungshoffnungen weiter dämpfen – schlecht für Gold.
Parallel dazu meldete China sinkende Immobilienpreise: Die Preise für neue Häuser fielen im Januar um 0,37 Prozent – ein Zeichen anhaltender Schwäche im chinesischen Immobiliensektor.
Wochenhoch und Wochentief – Was steckt dahinter?
Wochenhoch: 163,70 USD/g am Mittwoch
Das Wochenhoch wurde am Mittwochvormittag erreicht. Nach den Verlusten vom Dienstag versuchten Käufer, Gold wieder nach oben zu treiben. Die niedrigen Inflationsdaten aus China und schwache europäische Konjunktursignale stützten kurzzeitig die Hoffnung auf lockere Geldpolitik.
Doch das Hoch war trügerisch: Bereits einen Tag später brach Gold massiv ein, als die US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht wurden. Das Mittwochshoch erwies sich als letzte Gelegenheit zum Verkauf, bevor der Absturz am Donnerstag folgte.
Wochentief: 156,81 USD/g am Donnerstag
Das Wochentief wurde am Donnerstagvormittag markiert, unmittelbar nach Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten. Die starke Jobzahl von 130.000 (erwartet: 66.000) ließ den Dollar steigen und Gold abstürzen.
Technisch gesehen durchbrach Gold wichtige Unterstützungsmarken. Der Rückgang von über 5 USD binnen Stunden zeigte, wie nervös der Markt auf Zinssignale reagiert. Viele Anleger verkauften, um Verluste zu begrenzen – ein klassischer Stop-Loss-Effekt.
Starke US-Jobs dämpfen Zinssenkungsfantasien
Der wichtigste Treiber der Woche waren die US-Arbeitsmarktdaten vom Mittwoch. Mit 130.000 neuen Jobs wurden die Erwartungen von 66.000 um fast 100 Prozent übertroffen. Das ist ein deutliches Signal: Die US-Wirtschaft bleibt robust.
Für Gold ist das problematisch. Ein starker Arbeitsmarkt bedeutet, dass die US-Notenbank weniger Druck hat, die Zinsen zu senken. Höhere Zinsen machen Anleihen attraktiver – Gold wirft keine Zinsen ab und verliert relativ an Reiz.
Zusätzlich stiegen die Stundenlöhne um 0,4 Prozent, mehr als erwartet. Höhere Löhne können die Inflation anheizen, was ebenfalls gegen Zinssenkungen spricht. Die Kombination aus mehr Jobs und steigenden Löhnen war Gift für Gold.
Der Dollar reagierte prompt: Er gewann gegenüber Euro und anderen Währungen an Wert. Da Gold in Dollar gehandelt wird, wurde das Edelmetall für Käufer außerhalb der USA teurer – die Nachfrage sank.
Schwache Einzelhandelsdaten belasteten zusätzlich
Neben den Arbeitsmarktdaten belasteten auch schwache Einzelhandelsumsätze. Die US-Verbraucher gaben im Januar kaum mehr Geld aus: Sowohl die Gesamtumsätze als auch die Kernumsätze stagnierten bei 0,0 Prozent, während Analysten 0,3 bis 0,4 Prozent erwartet hatten.
Normalerweise sind schwache Konsumzahlen gut für Gold, da sie auf eine Konjunkturabkühlung hindeuten und Zinssenkungen wahrscheinlicher machen. Doch diesmal dominierten die starken Arbeitsmarktdaten die Schlagzeilen. Die US-Notenbank hat wiederholt betont, dass sie sich vor allem am Arbeitsmarkt orientiert – und der zeigte Stärke.
Die Einzelhandelsschwäche könnte allerdings ein Warnsignal sein: Trotz niedriger Arbeitslosigkeit und steigender Löhne geben die Amerikaner weniger aus. Das deutet auf ein gespaltenes Bild hin: Der Arbeitsmarkt ist stark, aber die Kauflaune schwach. Mittelfristig könnte das die Wirtschaft bremsen – doch kurzfristig überwog die positive Jobmeldung.
Fazit: Konsolidierung nach Rally
Die zweite Februarwoche brachte eine gesunde Korrektur nach der starken Vorwoche. Gold musste Gewinne abgeben, weil sich die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen verflüchtigten. Die US-Wirtschaft zeigt sich robuster als erwartet – zumindest am Arbeitsmarkt.
Kurzfristig bleibt Gold unter Druck. Sollten weitere Wirtschaftsdaten stark ausfallen, dürfte die US-Notenbank die Zinsen länger hochhalten. Das würde den Dollar stützen und Gold belasten.
Langfristig bleibt die fundamentale Unterstützung jedoch intakt: Zentralbanken kaufen weiter Gold, geopolitische Unsicherheiten bleiben bestehen, und die globale Verschuldung steigt. Die aktuelle Korrektur könnte sich im Nachhinein als Kaufgelegenheit erweisen – vorausgesetzt, die Wirtschaftsdaten schwächen sich in den kommenden Wochen wieder ab.
Quelle: Deutsche Börse (XETRA-GOLD), Forex Factory Economic Calendar, Google News
Stand: 13.02.2026, 20:42 Uhr
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Stand: Februar 2026
Disclaimer: Dies ist keine Anlageberatung. Goldbrief fasst lediglich die Ereignisse der Woche zusammen. Der genannte Marktpreis ist nicht der Ankaufspreis. Goldankäufer zahlen weniger, da sie Verarbeitung, Versand und Marge einkalkulieren müssen. Preise in USD.