Goldpreis KW 28/2026 – Wenn Krieg den Kurs kalt lässt

Ein Waffenstillstand brach zusammen, die USA griffen mehr als 80 Ziele im Iran an, ein US-Kriegsschiff wurde vor Bahrain beschossen, und mehrfach heulten dort die Sirenen. Wer jetzt einen kräftigen Sprung beim Goldpreis erwartet hätte, der irrte sich. Ausgerechnet in der Woche, in der der Krieg zurückkehrte, gab der Kurs unter dem Strich nach. Wie das zusammenpasst, was die US-Notenbank damit zu tun hat und warum Diesel in Deutschland wieder über zwei Euro kostet: Das steht hier.

ALLE PREISE IN US-DOLLAR.

TL;DR – Die Woche in Zahlen

  • KW27-Schluss (Referenz): 134,30 USD/g (Fr 03.07.2026, 4.177,0457 USD/oz)
  • Wochenhoch: 134,34 USD/g (Dienstag, 07.07., 4.178,3557 USD/oz)
  • Wochentief: 129,32 USD/g (Mittwoch, 08.07., 4.022,3751 USD/oz), ausgerechnet am Tag der größten Kriegseskalation
  • Freitags-Schlusskurs: 132,03 USD/g (4.106,615 USD/oz, XETRA-GOLD, Stand 10.07.2026)
  • Wochenveränderung: -2,27 USD/g (-1,69 %) gegenüber KW27
  • Wichtigstes Ereignis: Trump erklärte die Waffenruhe mit dem Iran für beendet, das US-Militär griff daraufhin mehr als 80 Ziele im Iran an. Es folgten Tage weiterer Eskalation.
  • Geldpolitik: Der Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor fiel auf 54,0 Punkte (erwartet: 54,2, Vorwert: 54,5). Die US-Notenbank (Fed) veröffentlichte das Sitzungsprotokoll ihres letzten Treffens. Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA lagen bei 215.000, etwas weniger als die erwarteten 218.000.
  • Geopolitik: Millionen Menschen nahmen in Teheran am Trauerzug für den verstorbenen obersten Führer Ali Chamenei teil. Ein Tanker wurde in der Straße von Hormus angegriffen, die USA setzten Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Am Mittwoch erklärte Trump die Waffenruhe für beendet.
  • Deutschland: Die Nahost-Spannungen trieben die Dieselpreise an deutschen Zapfsäulen wieder über zwei Euro je Liter.
  • Sonstiges: Berichten zufolge kaufte Chinas Notenbank im Juni kräftig Gold zu, ein struktureller Kaufimpuls im Hintergrund der Woche.

Die Preisentwicklung im Detail

KW28 begann ruhig und endete in einer Woche, die von einem einzigen Wort dominiert wurde: Krieg. Dazwischen lag ein Kursverlauf, der ausgerechnet dann sein Tief markierte, als die Lage am gefährlichsten wurde. Wer nur die Kriegsschlagzeilen gelesen hat, hätte den tatsächlichen Kursverlauf nicht vorhergesagt.

TagDatumSchlusskursVeränderung
Montag06.07.2026133,79 USD/g−0,38 %
Dienstag07.07.2026132,27 USD/g−1,14 %
Mittwoch08.07.2026131,21 USD/g−0,80 %
Donnerstag09.07.2026132,59 USD/g+1,05 %
Freitag10.07.2026132,03 USD/g−0,42 %

Mo–Fr: XETRA-GOLD-Schlusskurse (Quelle: Deutsche Börse). Fr 10.07.2026: 4.106,615 USD/oz. Umrechnung: USD/g = USD/oz ÷ 31,1034768.

Montag, 06.07. – 133,79 USD/g (−0,38 %)

In Teheran nahmen an diesem Tag Millionen Menschen am Trauerzug für den verstorbenen obersten Führer Ali Chamenei teil. Die Ölpreise gaben leicht nach. Am Goldmarkt blieb es ruhig, der Kurs verlor knapp vier Zehntel Prozent.

Dienstag, 07.07. – 132,27 USD/g (−1,14 %)

Ein Flüssiggas-Tanker aus Katar wurde in der Straße von Hormus angegriffen, Katar bestellte daraufhin den iranischen Vize-Botschafter ein, und die USA setzten ihre zuvor ausgesetzten Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Der Ölpreis zog kräftig an. Gold sprang im Tagesverlauf (also zwischen Handelsbeginn und Handelsschluss) zunächst auf sein Wochenhoch von 134,34 USD/g, gab die Gewinne zum Handelsschluss aber wieder ab. Mit im Spiel war laut Berichten auch eine kräftige Kauftätigkeit der chinesischen Notenbank im Juni, die dem Kurs zunächst Auftrieb gab, den Ausschlag zum Handelsschluss aber nicht mehr stützen konnte.

Mittwoch, 08.07. – 131,21 USD/g (−0,80 %)

Der Tag, an dem der Krieg zurückkehrte. Bereits in der Nacht griff das US-Militär nach eigenen Angaben mehr als 80 Ziele im Iran an, tagsüber erklärte Trump mehrfach, die Waffenruhe im Iran-Krieg sei aus seiner Sicht beendet. Der Ölpreis legte deutlich zu. Der Goldpreis fiel ausgerechnet an diesem Tag auf sein Wochentief von 129,32 USD/g, bevor er sich zum Handelsschluss wieder erholte. Am Abend relativierte Trump seine eigene Aussage: Er rechne nicht mit einer Fortsetzung des Iran-Kriegs.

Donnerstag, 09.07. – 132,59 USD/g (+1,05 %)

Die Eskalation ging weiter. Der Iran meldete Angriffe auf einen US-Zerstörer vor Bahrain, dort heulten mehrfach die Warnsirenen, und Jordanien meldete Raketenbeschuss aus iranischem Gebiet. Die iranische Regierung sprach von 14 Toten durch die US-Angriffe. Gleichzeitig enttäuschten in den USA die Verkäufe bestehender Häuser mit 4,09 Millionen (erwartet: 4,19 Millionen). Gold gewann über ein Prozent hinzu, der stärkste Tagesgewinn der Woche.

Freitag, 10.07. – 132,03 USD/g (−0,42 %)

Erste Anzeichen für eine Beruhigung am Golf. Berichten zufolge normalisierte sich die Schifffahrt durch die Straße von Hormus wieder, und es gab neue Signale für technische Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Trump bekräftigte zwar, dass die Waffenruhe aus seiner Sicht vorbei sei, betonte aber gleichzeitig, die Tür für Gespräche bleibe offen. Der Ölpreis gab leicht nach, Gold schloss die Woche mit einem Minus von 0,42 Prozent zum Vortag.

Wochenhoch und Wochentief – Was steckt dahinter?

Wochenhoch: 134,34 USD/g am Dienstag

Anders als in den Vorwochen fiel das Wochenhoch weder auf einen Montag noch auf einen Freitag, sondern mitten in die Woche, kurz nach dem Tanker-Angriff in der Straße von Hormus. Der Ausschlag nach oben hielt sich nicht lange. Zum Handelsschluss war ein Großteil der Gewinne bereits wieder abgegeben.

Wochentief: 129,32 USD/g am Mittwoch

Bemerkenswert: Das Wochentief fiel genau auf den Tag, an dem der Iran-Krieg mit mehr als 80 US-Angriffszielen wieder voll ausbrach. Wer Kriegsangst automatisch mit einem steigenden Goldpreis gleichsetzt, hätte hier das Gegenteil erwartet.

Der Krieg ist zurück: Warum die Waffenruhe brach

Ausgelöst wurde der Bruch durch den Angriff auf den Flüssiggas-Tanker aus Katar in der Straße von Hormus am Dienstag. Die USA reagierten mit der Wiedereinsetzung ihrer Iran-Sanktionen, der Iran wies jede Verantwortung zurück. Daraus wurde in der Nacht auf Mittwoch der offene Bruch: Das US-Militär griff nach eigenen Angaben mehr als 80 Ziele im Iran an, Trump erklärte die Waffenruhe im Laufe des Tages mehrfach für beendet und drohte zusätzlich mit einer Seeblockade.

Ein Grund, warum sich der Konflikt diesmal schwerer eindämmen lässt als in früheren Wochen: Nach dem Tod des obersten Führers Ali Chamenei fehlt dem Iran aktuell eine klar erkennbare Führungsfigur, mit der internationale Vermittler verhandeln könnten. Wer künftig den Ton angibt, blieb auch nach dem mehrtägigen Trauerzug in Teheran offen, ein Machtvakuum ausgerechnet in dem Moment, in dem Deeskalation gefragt wäre.

International fiel die Reaktion entsprechend gespalten aus. NATO-Generalsekretär Rutte nannte die US-Angriffe „absolut notwendig“, während UN-Generalsekretär Guterres vor katastrophalen Folgen einer erneuten Eskalation warnte. Frankreichs Präsident Macron setzte weiter auf Gespräche, der deutsche Außenminister Wadephul forderte den Iran auf, endlich ernsthaft zu verhandeln, und Pakistan rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Die Weltschifffahrtsorganisation warnte zusätzlich vor der Durchfahrt durch die Hormus-Passage, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports läuft.

Für Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland hatte all das eine ganz direkte Folge. Die Nahost-Spannungen trieben den Ölpreis an, und an den Zapfsäulen kostete Diesel wieder mehr als zwei Euro je Liter. Wie lange dieser Aufschlag bleibt, hängt maßgeblich davon ab, ob aus den ersten Gesprächssignalen vom Freitag tatsächlich etwas wird.

Schwache US-Daten als zweiter Treiber

Neben dem Iran-Konflikt lieferte auch die US-Wirtschaft in dieser Woche Gesprächsstoff, wenn auch deutlich leiser als in der Vorwoche.

Der Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor (also das Stimmungsbarometer unter Einkaufsmanagern in Dienstleistungsunternehmen) fiel am Montag auf 54,0 Punkte, erwartet worden waren 54,2 Punkte, der Vorwert hatte bei 54,5 gelegen. Der Wert liegt zwar weiterhin über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, das Tempo lässt aber nach.

Am Mittwoch veröffentlichte die US-Notenbank (Fed) das Sitzungsprotokoll ihres letzten Treffens (also die Mitschrift dessen, was die Notenbanker untereinander tatsächlich besprochen hatten). Am Donnerstag folgten zwei weitere, uneinheitliche Datenpunkte: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA lagen mit 215.000 knapp unter den erwarteten 218.000, ein Zeichen für einen weiterhin robusten Arbeitsmarkt. Gleichzeitig verfehlten die Verkäufe bestehender Häuser mit 4,09 Millionen deutlich die Erwartung von 4,19 Millionen.

Zur Erklärung: Ein schwächeres Wachstumstempo bei den Dienstleistern und ein enttäuschender Immobilienmarkt sprechen tendenziell für eine baldige Zinssenkung der Fed. Sinkende Zinsen machen Anleihen und Sparkonten weniger attraktiv im Vergleich zu Gold, das selbst keine Zinsen zahlt. Genau das dürfte den Kursgewinn am Donnerstag mit begünstigt haben, auch wenn an diesem Tag gleichzeitig die Kriegsschlagzeilen aus dem Nahen Osten liefen.

Was das für Anlegerinnen und Anleger im deutschsprachigen Raum bedeutet: Auch wenn der Iran-Krieg die Nachrichtenlage dominierte, blieb die Zinserwartung der US-Notenbank im Hintergrund der eigentliche Kompass für den Kurs.

Krieg zurück, Gold zurückhaltend – das Paradox der Woche

Auf den ersten Blick sieht die Woche nach einer klassischen Krisenrally aus: ein geplatzter Waffenstillstand, US-Angriffe auf mehr als 80 Ziele, ein beschossenes Kriegsschiff, Sirenen in Bahrain. Die Kurve erzählt eine andere Geschichte.

Das Wochentief fiel exakt auf den Mittwoch, den Tag der größten Eskalation. Erst am Donnerstag, mit einem Tag Verzögerung und begleitet von schwächeren US-Immobiliendaten, zog der Kurs spürbar an. Zum Wochenschluss überwog dann wieder die Erleichterung über erste Gesprächssignale, der Kurs gab erneut nach.

Eine mögliche Erklärung: Nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Wochen nutzten viele Anlegerinnen und Anleger ausgerechnet den Tag der größten Kriegsschlagzeilen, um Gewinne mitzunehmen. Wer schon Gold besaß, kassierte seinen Gewinn genau in dem Moment, in dem alle anderen in Sorge gerieten. Hinzu kam, dass Trump seine eigene Kriegsdrohung noch am selben Abend wieder relativierte, was die Sorge zusätzlich dämpfte.

Das zeigt: Krieg allein reicht nicht mehr automatisch für einen steigenden Goldpreis. Zinserwartung und Stimmung am Markt entscheiden weiterhin mit, selbst wenn die Schlagzeilen etwas anderes nahelegen.

Fazit und Ausblick auf KW29

KW28 drehte das Bild der Vorwoche noch einmal um. Vor einer Woche war es die schwache US-Wirtschaft, die den Kurs trieb, während der Iran-Konflikt im Hintergrund blieb. Diesmal kehrte der Krieg mit voller Wucht zurück, doch der Goldpreis reagierte zurückhaltend und schloss die Woche unter dem Strich sogar leichter.

In KW29 stehen folgende Themen im Vordergrund:

  • Iran-Gespräche: Ob aus den ersten Signalen vom Freitag tatsächlich neue Verhandlungen werden, oder ob der Konflikt erneut eskaliert, bleibt offen.
  • Hormus-Schifffahrt: Ob sich die am Freitag gemeldete Normalisierung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus bestätigt.
  • Fed-Kommentare: Nach dem veröffentlichten Sitzungsprotokoll dürften weitere Wortmeldungen einzelner Notenbanker genau beobachtet werden.
  • Diesel-Preise: Ob der Aufschlag an deutschen Zapfsäulen zurückgeht oder sich weiter verfestigt.
  • China-Käufe: Ob sich die kräftige Kauftätigkeit der chinesischen Notenbank im weiteren Jahresverlauf fortsetzt.

Mit unserem kostenlosen Goldankaufsrechner lässt sich in Sekunden ermitteln, was Schmuck, Münzen oder Barren heute wert sind, unverbindlich und direkt.

Quellen: Deutsche Börse (XETRA-GOLD, Kurshistorie 06.07.–10.07.2026), Forex Factory (Wirtschaftskalender KW28, HIGH IMPACT Events: ISM Services PMI, FOMC Meeting Minutes), Deutsche Boerse Live-Rohstoff-Newsfeed (06.07.–10.07.2026)
Stand: 10.07.2026, 22:00 Uhr | KW28 | ALLE PREISE IN US-DOLLAR | Umrechnung: USD/g = USD/oz ÷ 31,1034768

Autor: Ishy Bazooka

Goldankauf

Unser Goldpreis

(Goldverkauf Rechner)

  • 8k
  • 14k
  • 18k
  • 20k
  • 22k
  • 24k
  • 1g

Bestellen Sie jetzt Ihren kostenlosen Goldbrief

Sicherer Prozess
Völlig kostenlos
Ihre Daten sind sicher.
Keine Verpflichtungen

Disclaimer: Dies ist keine Anlageberatung. Goldbrief fasst lediglich die Ereignisse der Woche zusammen. Der genannte Marktpreis ist nicht der Ankaufspreis. Goldankäufer zahlen weniger, da sie Verarbeitung, Versand und Marge einkalkulieren müssen. Preise in USD.