Goldpreis KW 19/2026: Frieden im Iran – und Gold stieg trotzdem



Gold hatte in KW18 2,11 Prozent verloren. Montag kam das nächste Minus — tiefster Stand seit fast einem Monat. Dann, am Mittwoch, ein Plus von 3,10 Prozent an einem einzigen Tag. Ausgelöst durch Friedenssignale aus dem Iran. Frieden bedeutet weniger Angst. Weniger Angst bedeutet weniger Nachfrage nach Gold. Eigentlich. Warum Gold trotzdem stieg, lässt sich in einem Satz erklären — und der steht weiter unten. Letzter XETRA-Kurs der Woche: 151,89 USD/g (Freitag, 08.05.).

ALLE PREISE IN US-DOLLAR.

TL;DR – Die Woche in Zahlen

  • KW18-Schluss (Referenz): 148,42 USD/g (Do 30.04.2026)
  • Wochenhoch: 153,16 USD/g (Donnerstag, 07.05., Tageshoch 4.763,689 USD/oz)
  • Wochentief: 144,78 USD/g (Montag, 04.05., Tagestief 4.503,294 USD/oz)
  • Letzter XETRA-Handelskurs: 151,89 USD/g (Freitag, 08.05.)
  • Wochenveränderung: +3,47 USD/g (+2,34 %) gegenüber KW18
  • Wichtigstes Ereignis: Mittwoch, 06.05.: Trump erklärt, Iran habe den Verzicht auf Atomwaffen zugesagt. Gold springt um +3,10 % — stärkster Einzeltag seit Wochen.
  • Überraschung der Woche: Freitag, 08.05.: US-Arbeitsmarktbericht deutlich stärker als erwartet (115.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft vs. 65.000 prognostiziert) — Gold reagiert kaum.

Die Preisentwicklung im Detail

KW19 verlief umgekehrt zu KW18. Die Vorwoche begann auf hohem Niveau und fiel. Diese Woche begann auf dem Tief der Vorwoche — und stieg dann vier Tage in Folge. Die Wochenspanne zwischen dem tiefsten und dem höchsten Tageskurs betrug 8,38 Dollar. In KW18 waren es 6,63 Dollar. Der Markt war in stärkerer Bewegung — diesmal nach oben.

TagDatumSchlusskursVeränderung
Montag04.05.2026145,17 USD/g−2,19 %
Dienstag05.05.2026146,40 USD/g+0,85 %
Mittwoch06.05.2026150,94 USD/g+3,10 %
Donnerstag07.05.2026151,22 USD/g+0,19 %
Freitag08.05.2026151,89 USD/g+0,44 %

Alle Angaben auf Basis der XETRA-GOLD-Schlusskurse (Quelle: Deutsche Börse). Umrechnung: USD/g = USD/oz ÷ 31,1034768.

Montag, 04.05. – 145,17 USD/g (−2,19 %)

Gold fiel auf das Wochentief von 144,78 USD/g — den tiefsten Stand seit fast einem Monat. Für sich genommen wäre das eine alarmierende Zahl. In Zusammenhang mit den Daten des Tages war es wenig überraschend.

Aus mehreren europäischen Ländern kamen am Montagmorgen die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe. Das sind monatliche Umfragen unter Einkaufsleitern in Industriebetrieben: Kaufen Sie mehr oder weniger ein als im Vormonat? Ein Wert über 50 bedeutet Wachstum. Spanien: 51,7 Punkte, erwartet wurden 49,5. Die Schweiz: 54,5, erwartet 52,0. Deutschland: 51,4, erwartet 51,2. Alle besser als prognostiziert. Gute Wirtschaftsdaten aus Europa bedeuten: weniger Druck auf die Europäische Zentralbank, die Zinsen zu senken. Weniger Zinssenkungserwartungen bedeuten: Gold verliert an Attraktivität.

Am Abend dann aus den USA: die Auftragseingänge der US-Industrie für März. Plus 1,5 Prozent. Erwartet wurden 0,5 Prozent, der Vormonat lag bei 0,3 Prozent. Drei Mal so stark wie prognostiziert. Starke US-Wirtschaft bedeutet: Die US-Notenbank Fed hat keinen Grund, die Zinsen zu senken. Und hohe Zinsen sind schlecht für Gold — weil Gold selbst keine Zinsen zahlt. Wer Gold hält statt einer US-Staatsanleihe mit 3,75 Prozent Jahresrendite, verzichtet auf diese Erträge.

Gold schloss bei 145,17 USD/g. Minus 2,19 Prozent. Das Tagestief bei 144,78 USD/g hielt — kein Schlusskurs darunter. Dieselbe Marke hatte Gold bereits in KW18 getestet. Zweimal dasselbe Niveau, zweimal gehalten. In der Chartanalyse — der Auswertung von Kursverläufen und Preismustern — nennt man das eine Unterstützungszone: ein Bereich, in dem sich regelmäßig Käufer finden und den Kurs stützen.

Dienstag, 05.05. – 146,40 USD/g (+0,85 %)

Gold stieg um 0,85 Prozent. Kein Ausbruch — aber das erste Plus seit Donnerstag der Vorwoche.

In Australien hob die Zentralbank — die Reserve Bank of Australia — den Leitzins von 4,10 auf 4,35 Prozent. Das war erwartet worden. Was für Gold zählt: Zinserhöhungen in anderen Ländern zeigen, dass Inflation weltweit ein Thema bleibt. Und Inflation ist einer der wichtigsten Gründe, warum Menschen Gold kaufen — als Schutz gegen den Wertverlust ihres Geldes. Das gilt auch für Sparerinnen und Sparer in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Was die Inflation in Sydney treibt, kommt früher oder später auch in Frankfurt an.

Aus den USA kamen am Nachmittag zwei Datenpunkte. Erstens: die JOLTS-Zahlen — das steht für Job Openings and Labor Turnover Survey, eine monatliche Erhebung des US-Arbeitsministeriums zu offenen Stellen auf dem US-Arbeitsmarkt. 6,87 Millionen offene Stellen, erwartet wurden 6,86 Millionen. Praktisch keine Abweichung. Zweitens: der ISM-Dienstleistungsindex — eine monatliche Umfrage unter Einkaufsleitern in der US-Dienstleistungswirtschaft, analog zu den Einkaufsmanagerindizes in Europa. Wert: 53,6 Punkte, erwartet waren 53,7. Leicht unter den Erwartungen. Keine schlechten Zahlen für Gold — aber auch kein Treiber.

Was den Tag bewegte, kam aus dem Nahen Osten: Irans Außenminister reiste nach China — ein Signal, dass Diplomatie wieder auf dem Tisch liegt. Die Ölpreise begannen, nach ihren Hochs der Vorwoche nachzugeben. Gold schloss bei 146,40 USD/g.

Mittwoch, 06.05. – 150,94 USD/g (+3,10 %)

Plus 3,10 Prozent. Der stärkste Einzeltag seit Wochen. Und der Auslöser war eine Meldung, die Gold eigentlich hätte drücken sollen.

Trump erklärte: Iran habe den Verzicht auf Atomwaffen zugesagt. Ein Deal sei kurz bevorstehend. Ölpreise fielen — bereits der zweite Tag in Folge. Die Deutsche Börse meldete am Nachmittag: „Goldpreis legt deutlich zu — mögliche Entspannung im Nahen Osten.“ Weniger Krieg, weniger Angst, weniger Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen — so sollte es funktionieren. Stattdessen: plus drei Prozent.

Der Grund liegt im Öl. Die Straße von Hormus — eine enge Meerenge am Ausgang des Persischen Golfs, durch die täglich rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls transportiert wird — war seit Ausbruch des Iran-Konflikts teilweise blockiert. Ein mögliches Ende des Konflikts bedeutet: freie Durchfahrt, mehr Öl auf dem Weltmarkt, sinkende Preise. Sinkende Ölpreise dämpfen die Inflation — auch an deutschen Tankstellen. Weniger Inflation bedeutet: Die US-Notenbank Fed muss die Zinsen nicht so hoch halten. Und wenn die Zinsen sinken, verlieren Staatsanleihen und Festgeld an Rendite. Gold wird dann relativ attraktiver.

Kurzfassung: Frieden senkt die Spritpreise. Niedrigere Spritpreise dämpfen die Inflation. Weniger Inflation gibt der Fed Spielraum für Zinssenkungen. Niedrigere Zinsen machen Gold interessanter. Deswegen stieg Gold — obwohl die Kriegsangst sank.

Einen Dämpfer gab es trotzdem. Der Erzeugerpreisindex für die Eurozone — er misst, wie stark die Herstellungspreise von Industrie- und Energieprodukten gestiegen sind, bevor sie den Handel und die Verbraucher erreichen — stieg im März um 3,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Erwartet wurden 3,3 Prozent. Der Vormonat hatte noch ein Minus von 0,6 Prozent gezeigt. Ein Sprung, der zeigt: In der europäischen Produktion steigen die Kosten. Was Hersteller mehr zahlen, landet früher oder später im Supermarktregal. Gold schloss bei 150,94 USD/g.

Donnerstag, 07.05. – 151,22 USD/g (+0,19 %)

Gold hielt das Mittwochniveau mit einem kleinen Plus. Die Daten des Tages zeigten in verschiedene Richtungen.

Aus Deutschland kamen die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe für März: plus 5,0 Prozent gegenüber dem Vormonat. Erwartet wurden 1,0 Prozent, der Vormonat lag bei 1,4 Prozent. Fünfmal so stark wie prognostiziert. Das ist ein ungewöhnlich hoher Wert. Starke deutsche Industrie bedeutet: weniger Druck auf die Europäische Zentralbank, die Zinsen weiter zu senken. Das wäre eigentlich schlecht für Gold. Dass Gold trotzdem zulegte, lag am Mittwoch-Impuls und an neuen Meldungen aus dem Nahen Osten.

Aus den USA: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche bis zum 3. Mai lagen bei 200.000. Erwartet wurden 205.000. Weniger Menschen als prognostiziert meldeten sich neu arbeitslos. Ebenfalls stark. Und ebenfalls eigentlich schlecht für Gold — aus demselben Grund: ein robuster US-Arbeitsmarkt verringert die Chancen auf baldige Zinssenkungen der Fed.

Dann die Gegenbewegung. Die Deutsche Börse meldete ab dem frühen Nachmittag mehrfach neue Zwischenfälle in der Straße von Hormus. USA und Iran beschossen sich. Emirate meldeten abgewehrte Luftangriffe. Die Waffenruhe wackelte. Das Tageshoch von 153,16 USD/g entstand in den frühen Handelsstunden — noch vor diesen Meldungen. Danach gab Gold leicht nach. Schluss: 151,22 USD/g.

Freitag, 08.05. – 151,89 USD/g (+0,44 %)

Um 14:30 Uhr deutscher Zeit kamen die US-Arbeitsmarktdaten für April. Neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft: 115.000. Erwartet wurden 65.000. Fast doppelt so viele wie prognostiziert. Das ist der Wert, auf den Notenbanken, Analysten und Goldmärkte jeden ersten Freitag im Monat warten — weil er zeigt, wie stark die US-Wirtschaft wächst. Mehr Jobs bedeuten normalerweise mehr Konsum, mehr Lohndruck, mehr Inflation. Und mehr Inflation hält die Fed davon ab, die Zinsen zu senken. Hohe Zinsen sind schlecht für Gold.

Gold fiel nach den Daten kurz — und erholte sich. Der Grund liegt in zwei Detailzahlen des Berichts. Die Stundenlöhne in den USA stiegen im April nur um 0,2 Prozent. Erwartet wurden 0,3 Prozent. Viele neue Jobs, aber ohne Lohnanstieg. Kein Lohnanstieg bedeutet keinen Preisdruck durch steigende Gehälter. Der zweite Wert: der vorläufige Konsumklimaindex der Universität Michigan für Mai — eine monatliche Umfrage, die misst, wie zuversichtlich US-Bürgerinnen und -Bürger in ihre wirtschaftliche Zukunft schauen. Ergebnis: 48,2 Punkte. Erwartet wurden 49,7. Unter 50 bedeutet: die Mehrheit ist pessimistisch. Viele Menschen haben Arbeit, geben ihr Geld aber nicht aus. Für die Fed ist das ein gemischtes Signal — und gemischte Signale halten Zinssenkungserwartungen am Leben.

Aus Deutschland kamen schwache Zahlen. Die Industrieproduktion sank im März um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Erwartet wurde ein Plus von 0,4 Prozent. Der deutsche Außenhandelsüberschuss — die Differenz zwischen dem Wert aller Exporte und aller Importe — lag bei 14,3 Milliarden Euro. Erwartet wurden 17,8 Milliarden. Beide Werte unter den Prognosen. Europa schwächelt. Das gibt der Europäischen Zentralbank mehr Anlass, die Zinsen weiter zu senken — was Gold aus europäischer Perspektive stützt.

Aus dem Nahen Osten: Zwei Tanker unter iranischer Flagge wurden am Nachmittag angegriffen — bestätigt vom US-Militär. US-Außenminister Rubio erklärte, er erwarte noch am Freitagabend eine Antwort aus Teheran. Der Konflikt ist nicht beendet. Gold schloss bei 151,89 USD/g.

Wochenhoch und Wochentief – Was steckt dahinter?

Wochenhoch: 153,16 USD/g am Donnerstag

Das Tageshoch von 153,16 USD/g entstand am frühen Donnerstagmorgen — bevor die neuen Meldungen über Angriffe in der Straße von Hormus den Kurs wieder drückten. Das ist der höchste Tagesstand seit mehreren Wochen. Ob Gold dieses Niveau in KW20 erneut ansteuert, hängt davon ab, ob die Iran-Verhandlungen konkrete Ergebnisse liefern — oder ob es bei Ankündigungen bleibt.

Wochentief: 144,78 USD/g am Montag

Gold hat die Marke von 144 bis 145 USD/g nun zweimal berührt — in KW18 das Tief bei 145,04 USD/g, in KW19 das Tief bei 144,78 USD/g. Beide Male fanden sich dort Käufer. Das nennt man in der Chartanalyse eine Unterstützungszone: ein Preisbereich, bei dem Käufer einsteigen und den Kurs stabilisieren. Bricht Gold dauerhaft und mit Schlusskurs unter 144 Dollar, ist das ein anderes Bild. Bisher hält die Zone.

Montag: Das Tief, das zweimal hielt

144,78 USD/g — das war am Montag der tiefste Stand seit fast einem Monat. Und es war das zweite Mal innerhalb von zwei Wochen, dass Gold in diese Zone fiel.

In KW18 hatte das Wochentief bei 145,04 USD/g gelegen. Damals hielt die Marke, Gold erholte sich bis Donnerstag auf 148,42 USD/g. In KW19 dasselbe Muster: Gold fällt auf 144,78 USD/g, hält, und steigt dann fünf Tage in Folge.

Was den Montag zusätzlich belastete: Der Sentix-Investorenvertrauensindex für die Eurozone — er wird monatlich unter rund 2.800 institutionellen und privaten Investorinnen und Investoren erhoben und misst ihre Erwartungen an die europäische Wirtschaft — stieg auf minus 16,4 Punkte. Erwartet wurden minus 20,9. Immer noch negativ, aber deutlich weniger pessimistisch als prognostiziert. Steigendes Vertrauen in Europa bedeutet: Anleger kehren zu Aktien und Anleihen zurück — und weg von Gold als Ausweichinvestition.

Für Sparerinnen und Sparer in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das der relevante Zusammenhang: Wenn die Stimmung an europäischen Märkten besser wird, sinkt die Nachfrage nach Gold als Absicherung. Das drückt den Preis — auch wenn die geopolitische Lage am Golf weiter angespannt bleibt. Beides ist gleichzeitig wahr. Der Markt entscheidet täglich, welchem Faktor er mehr Gewicht gibt.

Mittwoch: Warum Frieden Gold nach oben trieb

Es bleibt das Paradox der Woche: Eine Entspannung im gefährlichsten Konflikt der Welt treibt einen sicheren Hafen nach oben. Das lässt sich erklären — und die Erklärung führt über das Öl.

Die Straße von Hormus ist seit Ausbruch des Iran-Kriegs teilweise blockiert. Durch diese Meerenge am Ausgang des Persischen Golfs — kaum breiter als der Ärmelkanal an seiner engsten Stelle — fließt täglich rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls. Solange die Straße blockiert ist, ist Öl knapp. Knappes Öl ist teures Öl. Teures Öl treibt die Inflation — in den USA, in Deutschland, überall.

Trumps Ankündigung, Iran habe den Verzicht auf Atomwaffen zugesagt, signalisierte dem Markt: Die Blockade könnte enden. Mehr Öl, niedrigere Preise, weniger Inflation. Und weniger Inflation gibt der US-Notenbank Fed Spielraum, die Zinsen früher zu senken. Sinkende Zinsen sind gut für Gold — weil Anleihen und Festgeld dann weniger abwerfen und Gold seinen relativen Nachteil verliert.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz bedeutet das: Jede glaubwürdige Entspannung am Golf drückt die Energiepreise. Was an der Zapfsäule in Dortmund günstiger wird, entlastet das Haushaltsbudget — und verändert die Erwartungen an Zinsen und Inflation, die letztlich auch den Goldpreis in Frankfurt beeinflussen.

Der Erzeugerpreisindex für die Eurozone — er misst, wie stark die Produktionskosten gestiegen sind, bevor Waren den Handel und die Verbraucher erreichen — stieg im März um 3,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Erwartet wurden 3,3 Prozent. Der Vormonat hatte noch minus 0,6 Prozent gezeigt. Das zeigt: Die Produktionskosten in Europa ziehen an. Was Hersteller mehr zahlen, landet früher oder später im Einkaufskorb. Das dämpfte den Mittwoch-Kurs etwas — vollständig ausbremsen konnte es die Iran-Meldung nicht. Gold schloss bei 150,94 USD/g. Plus 3,10 Prozent.

Freitag: Starke US-Jobs, aber Gold bewegt sich kaum

115.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft in den USA im April. Fast doppelt so viel wie die 65.000, die Analysten erwartet hatten. Ein starker Wert — und normalerweise ein klares Signal gegen baldige Zinssenkungen der Fed. Starke Jobs bedeuten: Die US-Wirtschaft braucht keine Unterstützung. Also kein Grund für die Fed, die Zinsen zu senken. Also kein Rückenwind für Gold.

Gold fiel nach den Daten kurz — und erholte sich. Weil der Bericht zwei Schwachstellen hatte.

Erstens: Die Stundenlöhne in den USA stiegen im April um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Erwartet wurden 0,3 Prozent. Viele neue Jobs, aber kaum Lohnanstieg. Ohne Lohnanstieg gibt es keinen Preisdruck durch steigende Gehälter — und damit weniger Inflationsgefahr aus dem Arbeitsmarkt.

Zweitens: Der vorläufige Konsumklimaindex der Universität Michigan für Mai lag bei 48,2 Punkten. Erwartet wurden 49,7. Unter 50 bedeutet: Mehr US-Bürgerinnen und -Bürger schauen pessimistisch in die nahe wirtschaftliche Zukunft als optimistisch. Dazu passt der ebenfalls von der Universität Michigan erhobene vorläufige Wert für die Inflationserwartungen der nächsten zwölf Monate: 4,5 Prozent. Ein Monat zuvor lag er noch bei 4,7 Prozent. Die Inflationsangst in den USA geht leicht zurück. Das hält die Möglichkeit von Zinssenkungen am Leben — und damit auch die Goldnachfrage.

Aus Deutschland kamen zur gleichen Zeit schwache Zahlen: Industrieproduktion minus 0,7 Prozent im März gegenüber dem Vormonat, erwartet war ein Plus von 0,4 Prozent. Der deutsche Außenhandelsüberschuss lag bei 14,3 Milliarden Euro statt der erwarteten 17,8 Milliarden. Zwei Zahlen, die zeigen: Die deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle. Das gibt der Europäischen Zentralbank mehr Anlass, die Zinsen in Europa weiter zu senken — was aus Sicht europäischer Anlegerinnen und Anleger Gold attraktiver macht.

Und aus dem Nahen Osten: Am Freitagnachmittag wurden zwei Tanker unter iranischer Flagge angegriffen, bestätigt vom US-Militär. US-Außenminister Rubio erklärte, er erwarte noch am Freitagabend eine Antwort aus Teheran auf das US-Verhandlungsangebot. Der Konflikt läuft weiter. Gold schloss bei 151,89 USD/g. Plus 0,44 Prozent.

Fazit und Ausblick auf KW20

Gold hat in KW19 die zwei Verlustwochen in Folge beendet. Plus 2,34 Prozent gegenüber dem KW18-Schluss. Die Unterstützungszone bei 144 bis 145 USD/g wurde zweimal getestet und hielt. Das Wochenhoch von 153,16 USD/g zeigt, wie weit Gold steigen kann, wenn Zinshoffnungen und eine Entspannung am Golf zusammentreffen. Der Mittwoch war der Beweis. Der Donnerstag mit neuen Angriffen in der Straße von Hormus war der Gegenbeleg: Die Lage ist noch nicht gelöst. KW20 wird zeigen, welche Seite sich durchsetzt.

In KW20 stehen folgende Termine im Kalender:

  • Laufend — Iran-Verhandlungen: Rubio wartete am Freitagabend auf eine Antwort aus Teheran. Was auch immer kommt — jede Meldung aus den Gesprächen bewegt Öl und Gold sofort. Beide reagieren schneller auf Schlagzeilen als auf abgeschlossene Verträge.
  • US-Verbraucherpreisindex (VPI): Der wichtigste Inflationsmesser der USA. Fällt er stärker als erwartet, steigen die Chancen auf eine frühere Zinssenkung der Fed — gut für Gold. Liegt er höher als erwartet, gerät Gold unter Druck.
  • Fed-Sitzungsprotokoll: Die schriftliche Zusammenfassung der letzten Sitzung der US-Notenbank gibt Einblick in die internen Debatten. Wenn mehrere Mitglieder bereits Zinssenkungen diskutiert haben, reagieren die Märkte — und Gold mit ihnen.
  • Ölpreis und OPEC-Entwicklung: Nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus dem Ölkartell in KW18 beobachtet der Markt, wie die verbliebenen Mitglieder reagieren. Fördermengenkorrekturen wirken direkt auf die Energiepreise — und damit auf die Inflation, die Gold stützt oder belastet.
  • Tankrabatt-Verlängerung in Deutschland: Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt forderten laut Deutscher Börse bereits eine Verlängerung der Maßnahme. Eine Entscheidung aus Berlin beeinflusst die Inflationserwartungen in Deutschland — und damit die Zinserwartungen an die Europäische Zentralbank.

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Quellen: Deutsche Börse (XETRA-GOLD, Kurshistorie 04.–08.05.2026), Forex Factory (Wirtschaftskalender KW19, HIGH IMPACT Events: ISM Services PMI, JOLTS Job Openings, ADP Non-Farm Employment Change, German Factory Orders, Unemployment Claims, Nonfarm Productivity, Unit Labor Costs, Non-Farm Payrolls, Average Hourly Earnings, UoM Consumer Sentiment, UoM Inflation Expectations, RBA Cash Rate, Sentix Investor Confidence, Factory Orders, Manufacturing PMIs, Erzeugerpreisindex Eurozone), Deutsche Börse Live-Rohstoff-Newsfeed (04.–08.05.2026)
Stand: 08.05.2026 | KW19 | ALLE PREISE IN US-DOLLAR | Umrechnung: USD/g = USD/oz ÷ 31,1034768

Stand: Mai 2026 | KW19 | Autor: Goldbrief

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