Goldpreis KW 15/2026 – Waffenstillstand, Inflationsschock und das dritte Wochenplus in Folge

Die fünfzehnte Handelswoche 2026 hatte nur vier Tage – und keinen einzigen langweiligen davon. Während Deutschland, Österreich und die Schweiz den Ostermontag frei hatten, liefen die US-Märkte bereits heiß. Als XETRA Gold am Dienstag erstmals wieder öffnete, lagen die Arbeitsmarktdaten vom Karfreitag noch unverdaut auf dem Tisch, der Iran-Waffenstillstand schwebte als Gerücht über allem, und am Mittwoch passierte dann tatsächlich etwas. Die USA und der Iran einigten sich auf eine Waffenruhe – Gold schoss in der Spitze auf 155,54 USD je Gramm, das höchste Niveau seit Mitte März. Und dann kamen die Gewinnmitnahmen, dann das Protokoll der US-Notenbank, und am Freitag schließlich der Inflationsbericht, der zeigte: Die Preise steigen so schnell wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Gold schloss die Woche bei 153,00 USD/g – das dritte Wochenplus in Folge.

TL;DR – Die Woche in Zahlen

  • KW14-Schluss (Referenz): 150,25 USD/g (Do 02.04.2026)
  • Wochenhoch: 155,54 USD/g (Dienstag, 08.04., Tageshoch)
  • Wochentief: 148,20 USD/g (Montag, 07.04., Tagestief)
  • Letzter Handelskurs: 153,00 USD/g (Freitag, 10.04.)
  • Wochenveränderung: +2,75 USD/g (+1,83 %) gegenüber KW14
  • Wichtigstes Ereignis: US-Iran-Waffenstillstand am Mittwoch, 08.04. – Gold springt auf Wochenhoch von 155,54 USD/g, gibt dann über 3 Dollar wieder ab
  • Datenhighlight: Freitag, 10.04.: US-Verbraucherpreisindex für März bei +3,3 % im Jahresvergleich – höchster Stand seit Mai 2024
  • Besonderheit: Ostermontag (06.04.) handelsfrei in DE, AT, CH – nur vier Handelstage. US-Märkte liefen durch.

Die Preisentwicklung im Detail

KW15 war eine Woche im Zeichen des Gegensatzes: Hoffnung und Ernüchterung wechselten sich fast täglich ab. Die Handelsspanne zwischen Wochentief (148,20 USD/g am Montag) und Wochenhoch (155,54 USD/g am Dienstag) betrug 7,34 Dollar – deutlich enger als in den dramatischen Vorwochen, aber immer noch breit genug für zwei vollständige Trendumkehrungen innerhalb von 48 Stunden. Alle vier XETRA-Handelstage schlossen im Plus gegenüber dem KW14-Referenzkurs – das Wochenbild war damit konstruktiv, auch wenn Mittwoch und Donnerstag zunächst für Verwirrung sorgten.

TagDatumSchlusskursVeränderung
Montag (Ostermontag)06.04.2026handelsfrei (DE / AT / CH)
Dienstag07.04.2026151,16 USD/g+0,61 %
Mittwoch08.04.2026152,09 USD/g+0,61 %
Donnerstag09.04.2026153,31 USD/g+0,80 %
Freitag10.04.2026153,00 USD/g-0,20 %

Dienstag, 07.04. – 151,16 USD/g (+0,61 %)

Der erste Handelstag nach Ostern begann mit einem Fragezeichen. Der US-Arbeitsmarktbericht vom Karfreitag – veröffentlicht, aber ungehandelt, weil die Märkte geschlossen waren – wartete auf seine Verarbeitung. Die Eröffnung bei 149,17 USD/g zeigte Nervosität: Das Wochentief von 148,20 USD/g wurde in den ersten Handelsstunden abgetastet. Dann übernahmen Käufer das Ruder.

Der US-Dollar stand unter Druck – getrieben von Sorgen, dass der anhaltende Iran-Krieg die amerikanische Wirtschaft stärker belasten könnte als zunächst erwartet. Ein schwächerer Dollar verbilligt Gold für internationale Käufer und gibt dem Preis mechanisch Auftrieb. Gold schloss bei 151,16 USD/g, einem moderaten Plus von 0,61 Prozent – solide genug, um das Momentum aus KW14 zu bestätigen, ohne bereits eine neue Richtungsentscheidung zu treffen.

Mittwoch, 08.04. – 152,09 USD/g (+0,61 %)

Mittwoch war der turbulenteste Tag der Woche, auch wenn der Schlusskurs es kaum vermuten lässt. Gold erreichte am Vormittag das Wochenhoch von 155,54 USD/g – getrieben durch die Meldung, dass die USA und der Iran sich auf einen Waffenstillstand geeinigt haben. Der Ölpreis fiel in der Spitze um mehrere Dollar, der Dollar schwächelte weiter, und für einige Stunden schien das Szenario, auf das Gold-Anleger gewartet hatten, greifbar nah.

Doch der Waffenstillstand war brüchig von Beginn an. Iranische Medien berichteten über Verstöße. Die Straße von Hormus – die wichtigste Schiffspassage für Öl weltweit – blieb gesperrt. US-Vizepräsident JD Vance reiste nach Islamabad zu direkten Gesprächen mit dem Iran, während Israel gleichzeitig eine der schwersten Angriffssalven im Libanon flog und Teheran mit Gegenschlägen drohte. Gold gab die Tagesgains größtenteils wieder ab. Der Schluss bei 152,09 USD/g war ein technisches Plus von 0,61 Prozent gegenüber dem Vortag – in Relation zum Tageshoch ein Verlust von über 3 Dollar.

Donnerstag, 09.04. – 153,31 USD/g (+0,80 %)

Der Donnerstag brachte zwei wichtige Datenpunkte. Erstens veröffentlichte die US-Notenbank (Fed) das Protokoll ihrer letzten Sitzung – in der Fachsprache FOMC-Protokoll, wobei FOMC für „Federal Open Market Committee“ steht, also den Offenmarktausschuss, der über die US-Leitzinsen entscheidet. Der Tenor war eindeutig: Wachsende Inflationssorgen, ein eher restriktiver Kurs und keinerlei Signale für baldige Zinssenkungen.

Zweitens stiegen die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe auf 219.000 – 9.000 mehr als erwartet. Das klingt nach schlechten Neuigkeiten für die US-Wirtschaft, ist aber gut für Gold: Ein schwächerer Arbeitsmarkt mindert den Druck auf die Fed, die Zinsen hochzuhalten. Gold reagierte mit einem Plus von 0,80 Prozent auf 153,31 USD/g – das Tageshoch beim Schlusskurs, was zeigt, dass Käufer bis zum Ende präsent blieben.

Freitag, 10.04. – 153,00 USD/g (-0,20 %)

Am Freitagmorgen um 14:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit erschien der wichtigste Datenpunkt der Woche: der Verbraucherpreisindex (VPI) der USA für März 2026, englisch Consumer Price Index, kurz CPI. Die Zahl: +3,3 Prozent im Jahresvergleich – der stärkste Anstieg seit Mai 2024. Gold bewegte sich nach der Veröffentlichung kaum noch und schloss bei 153,00 USD/g, einem marginalen Minus von 0,20 Prozent gegenüber dem Vortag. Mit drei aufeinanderfolgenden Wochengewinnen beendete Gold die kürzeste Handelswoche des Jahres in konstruktiver Verfassung.

Wochenhoch und Wochentief – Was steckt dahinter?

Wochenhoch: 155,54 USD/g am Mittwoch

Das Wochenhoch entstand im Moment maximaler Erwartung: ein Waffenstillstand, ein fallender Ölpreis, ein schwacher Dollar und das Bild sinkender Inflation – alles gleichzeitig. 155,54 USD/g ist der höchste Stand seit Mitte März und liegt rund 17 Dollar über dem Jahrestief aus KW13. Dass Gold dieses Niveau nicht halten konnte, ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen dafür, wie fragil die Hoffnungen waren, auf denen es beruhte.

Wochentief: 148,20 USD/g am Dienstag

Das Wochentief vom ersten Handelstag markierte erneut das Abtasten der Unterstützungszone um 148 bis 149 USD/g – die sich nun zum dritten Mal in Folge als Kaufbereich bestätigt hat. Käufer sind auf diesen Niveaus aktiv. Die Handelsspanne zwischen Tief und Hoch betrug 7,34 Dollar – kleiner als in den Vorwochen, was auf eine schrittweise Beruhigung der extremen Kursschwankungen hindeutet.

Die Karfreitag-Daten kommen an – der erste Handelstag

Am Karfreitag hatte das US-Arbeitsministerium pünktlich um 14:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit den monatlichen Arbeitsmarktbericht für März 2026 veröffentlicht – die sogenannten Nonfarm Payrolls, also die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Der Goldmarkt war geschlossen. Die Daten lagen da, aber kein Kurs reagierte. Erwartet wurden 60.000 neue Stellen, nach einem schwachen Februar mit minus 92.000.

Als XETRA Gold am Dienstag wieder öffnete, war die erste Kursreaktion entsprechend gedämpft. Das Tief von 148,20 USD/g in der Eröffnungsphase zeigte, dass der Markt zunächst abwartend reagierte. Danach übernahmen Käufer das Ruder – was darauf hindeutet, dass die Arbeitsmarktdaten keine dramatische Überraschung nach oben lieferten, die eine neue Zinspause erzwungen hätte. Die Erholung auf 151,16 USD/g zum Schluss lief geordnet ab, ohne die Volatilität einer klassischen Nachrichtenwelle.

Waffenstillstand: Gold schießt hoch – und fällt zurück

Der Mittwoch illustrierte erneut ein Paradox, das seit Wochen den Goldmarkt prägt. Man könnte erwarten, dass ein Waffenstillstand im Iran-Konflikt Gold belastet – schließlich gilt Gold als Krisenmetall, das in Zeiten von Krieg und Unsicherheit gefragt ist. Die Realität ist komplizierter.

Seit Beginn des Krieges Ende Februar hat Gold über elf Prozent verloren. Der Grund: Der Iran-Krieg treibt den Ölpreis. Teureres Öl bedeutet höhere Inflation. Höhere Inflation bedeutet, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hochhalten muss. Und hohe Zinsen sind schlecht für Gold, weil Gold keine Zinsen abwirft – wer Gold hält, verzichtet also auf Zinserträge, die er mit Anleihen erzielen könnte. Dieser sogenannte Opportunitätsverlust steigt mit dem Zinsniveau.

Ein Waffenstillstand dreht diese Logik um. Sinkt der Ölpreis, sinkt der Inflationsdruck. Sinkt der Inflationsdruck, öffnet sich das Fenster für Zinssenkungen. Und Zinssenkungen sind gut für Gold. Gold stieg am Mittwoch also nicht trotz des Waffenstillstands, sondern wegen der Hoffnung auf fallende Zinsen, die mit ihm verbunden ist.

Dass die Prämie innerhalb von Stunden wieder abschmolz, liegt an der Realität vor Ort: Die Straße von Hormus – die einzige Seeroute, durch die täglich rund 20 Prozent der weltweiten Öllieferungen fließen – bleibt weiterhin gesperrt. Israelische Angriffe im Libanon mit über 250 Todesopfern drohten die Waffenruhe umgehend zu sprengen. Iran dementierte Teile des Abkommens öffentlich. Die Hoffnung war real, die Substanz noch nicht.

Inflation auf dem höchsten Stand seit fast zwei Jahren

Der Freitag lieferte den klarsten Datenpunkt der Woche. Der Verbraucherpreisindex (VPI, englisch: Consumer Price Index, kurz CPI) für März 2026 stieg um 3,3 Prozent im Jahresvergleich – der stärkste Anstieg seit Mai 2024. Auf Monatsbasis kletterten die Preise um 0,9 Prozent. Das klingt nach einem Alarmzeichen. Der Teufel steckt im Detail.

Der Haupttreiber war Energie: Die Energiepreise stiegen um 10,9 Prozent im Jahresvergleich, Benzin allein um 18,9 Prozent. Das ist der direkte Fingerabdruck des Iran-Krieges in den Preisdaten. Wenn Öl teuer ist, weil eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt gesperrt ist, dann ist das eine spezifische, von außen aufgezwungene Belastung – keine strukturelle Überhitzung der Wirtschaft.

Das zeigt die sogenannte Kerninflation, also der VPI ohne die besonders schwankungsanfälligen Bereiche Energie und Lebensmittel. Sie lag bei nur 2,6 Prozent im Jahresvergleich – sogar 0,1 Prozentpunkte unter den Erwartungen. Lebensmittelpreise stiegen um 2,7 Prozent, Arzneimittel und Gebrauchtwagen wurden sogar günstiger. Unterkunftskosten – in den USA ein entscheidender Faktor – stiegen mit 3,0 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit August 2021.

Für Gold bedeutet das eine zwiespältige Botschaft. Auf der einen Seite: Hohe Inflation hält die US-Notenbank davon ab, die Zinsen zu senken – das belastet Gold weiterhin. Auf der anderen Seite: Wenn die Kerninflation moderat bleibt und der Preisschub vor allem aus dem Ölsektor kommt, könnte die Fed über den Anstieg hinwegsehen – besonders wenn der Waffenstillstand hält und der Ölpreis in den kommenden Wochen nachgibt. Goldman Sachs erklärte unmittelbar nach dem Bericht, man gehe davon aus, dass die Fed die energiebedingten Preissteigerungen als vorübergehend einordnen werde – sofern die Waffenruhe stabil bleibt.

Für DACH-Anleger bedeutet das konkret: Der Goldpreis in Dollar wird derzeit weniger von europäischen Wirtschaftsdaten bewegt als von zwei Faktoren, die Tausende Kilometer entfernt liegen – dem Ölmarkt und dem Kurs der Straße von Hormus. Wer physisches Gold hält, sitzt in einer Position, die von beiden Entwicklungen profitieren kann: Hält der Waffenstillstand, fallen Ölpreis und Inflation, die Fed könnte lockern – gut für Gold. Zerbricht er, steigt die Unsicherheit – ebenfalls gut für Gold als sicherer Hafen.

Fazit und Ausblick auf KW16

KW15 war eine weitere Woche ohne Langeweile, aber auch ohne Entscheidung. Der Goldpreis stieg von 150,25 USD/g (KW14-Schluss) auf 153,00 USD/g – ein solides Plus von 1,83 Prozent und der dritte Wochengewinn in Folge. Technisch gesehen hat Gold damit den Bereich zwischen 148 und 155 USD/g als aktuellen Gleichgewichtskorridor definiert. Nach unten hält die Unterstützung bei 148 bis 149 USD/g, nach oben wartet Widerstand im Bereich 155 bis 156 USD/g.

Was fehlt, ist ein klarer Impuls für den nächsten Schritt. Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran ist kein fester Boden, sondern ein wackeliges Fundament aus politischen Willensbekundungen und ungeklärten Schlüsselfragen – vor allem der Wiedereröffnung der Straße von Hormus. So lange diese Frage offen bleibt, bleibt auch der Ölpreis das Zentrum der Kursbewegung am Goldmarkt.

In der kommenden Woche (14.–17. April) stehen zwei Termine im Fokus:

  • Dienstag, 14.04.: Der Erzeugerpreisindex (EPI, englisch: Producer Price Index, kurz PPI) für März 2026. Er misst die Preise, die Unternehmen für ihre Produkte erzielen – und zeigt damit, wie weit die Inflation bereits in den Lieferketten angekommen ist, bevor sie beim Verbraucher landet.
  • Mittwoch, 15.04.: Das sogenannte Beige Book der US-Notenbank – ein regionaler Wirtschaftsbericht, in dem Fed-Vertreter aus zwölf US-Bezirken beschreiben, wie sie die Konjunktur vor Ort einschätzen. Er gibt Aufschluss über die Stimmung in der Wirtschaft und kann Hinweise auf künftige Zinsentscheidungen liefern.

Hinzu kommen die laufenden Gespräche in Islamabad zwischen US-Vertretern und dem Iran, sowie die angekündigten Gespräche in Washington über eine Ausweitung der Waffenruhe auf den Libanon. Fortschritte dort könnten den Ölpreis unter Druck bringen – und Gold kurzfristig ebenfalls, bevor der mittelfriste Effekt (Zinssenkungserwartungen) überwiegt. Stocken die Verhandlungen, könnte die Unsicherheitsprämie Gold erneut in Richtung 155 USD/g drücken.

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Quellen: Deutsche Börse (XETRA-GOLD, Kurshistorie), Reuters, Bloomberg, Kitco News, CNBC, Trading Economics, Barchart, U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS), Goldman Sachs Asset Management, CME Group, World Gold Council, LiteFinance
Stand: 10.04.2026 | KW15 | ALLE PREISE IN US-DOLLAR | Umrechnung: USD/g = USD/oz ÷ 31,1034768

Stand: April 2026 | KW15

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