Goldpreis KW 10 2026: Bombs over Teheran – und der Goldpreis macht trotzdem Minus.

Die zehnte Handelswoche 2026 war eine der dramatischsten seit Jahresbeginn. Gold startete mit einem Kriegsschock in die Woche – US-amerikanische und israelische Streitkräfte hatten über das Wochenende koordinierte Schläge gegen den Iran geflogen, der Ajatollah war tot, die Straße von Hormus de facto gesperrt. Was folgte, war kein geradliniger Anstieg, sondern eine turbulente Woche mit scharfer Korrektur, zäher Bodenbildung und einem durch den schlechtesten Jobsbericht seit Monaten ausgelösten Freitagsschluss im Minus gegenüber der Vorwoche.

TL;DR – Die Woche in Zahlen

  • KW09-Schluss (Referenz): 169,17 USD/g (Fr 27.02.2026)
  • Wochenhoch: 174,14 USD/g (Montag, 02.03., Tageshoch – Iran-Schock-Spike)
  • Wochentief: 161,20 USD/g (Dienstag, 03.03., Tagestief)
  • Schlusskurs Freitag: 165,69 USD/g
  • Wochenveränderung: –3,48 USD/g (–2,06%) gegenüber KW09
  • Wichtigstes Ereignis: NFP Februar –92.000 (erwartet –50.000) – schlechtester Jobsbericht seit vier Monaten
  • Größter Tagesverlust: Dienstag –4,37% – Ölpreisschock-Gegenbewegung und Profit-Taking

Die Preisentwicklung im Detail

KW10 lieferte einen Lehrbuchfall über die Grenzen des geopolitischen Goldboosts. Der Montag-Spike auf das Wochenhoch war real und schnell – aber nicht nachhaltig. Die Woche endete tiefer als sie begann, gestützt am Ende nur noch durch einen katastrophalen US-Jobsbericht, der dem Goldpreis am Freitag wenigstens eine Teilstabilisierung ermöglichte.

TagDatumSchlusskursVeränderung
Freitag (KW09)27.02.2026169,17 USD/gVorwoche
Montag02.03.2026171,41 USD/g+1,32 % vs. KW09
Dienstag03.03.2026163,91 USD/g–4,37 %
Mittwoch04.03.2026165,12 USD/g+0,74 %
Donnerstag05.03.2026163,26 USD/g–1,13 %
Freitag06.03.2026165,69 USD/g+1,49 %

Montag, 02.03. – 171,41 USD/g (+1,32 % vs. KW09)

Der Montag gehörte zu den dramatischsten Handelstagen des bisherigen Jahres. Über das Wochenende hatten USA und Israel koordinierte Luftschläge auf den Iran geflogen. Das Ergebnis: Ajatollah Khamenei tot, iranische Gegenschläge in der Straße von Hormus, Brent-Rohöl eröffnete mit einem Spike von bis zu +13 Prozent auf 82 Dollar. Gold folgte dem klassischen Muster: Ein Kriegsschock dieser Dimension treibt Kapital sofort in sichere Häfen.

Das Tageshoch von 5.416,347 USD/oz – umgerechnet 174,14 USD/g – war das höchste Niveau der gesamten Woche und der höchste Goldpreis seit Ende Januar. Der Schlusskurs von 171,41 USD/g lag dennoch bereits deutlich unter diesem Intraday-Hoch, was das typische Muster bei Kriegsschocks zeigt: schneller Spike, dann Profit-Taking noch am selben Tag. Gegenüber dem KW09-Schluss (169,17 USD/g) stand trotzdem ein Plus von 1,32 Prozent.

Ebenfalls am Montag veröffentlicht: ISM Manufacturing PMI für Februar mit 52,4 – zweiter Monat in Folge im Expansionsbereich. Für Gold spielte das keine Rolle. Die Geopolitik dominierte vollständig.

Dienstag, 03.03. – 163,91 USD/g (–4,37 %)

Der schärfste Einbruch der Woche. Gold fiel von 171,41 auf 163,91 USD/g – ein Minus von 4,37 Prozent. Das Tagestief von 5.013,542 USD/oz (161,20 USD/g) war das tiefste Niveau der gesamten Woche.

Was war passiert? Der Iran hatte zurückgeschlagen. Raketenangriffe auf Golfstaaten, Dubai-Flughäfen zeitweise gesperrt, globale Bullion-Lieferketten gestört. Paradoxerweise führte eine weitere Kriegseskalation zu einem Goldpreisrückgang. Der Mechanismus: Bei extremer Geopolitik verkaufen institutionelle Investoren zunächst alles Liquide – auch Gold –, um Margin Calls in anderen Assetklassen zu bedienen. Gleichzeitig trat massives Profit-Taking ein: Wer Montag bei 174 USD/g long war, nahm am Dienstag Gewinne mit. Hinzu kam ein Ölpreis-Schock als eigenständiger Stressfaktor, der Kapital in Energie-Hedges umlenkte.

Das Tagestief bei 161,20 USD/g war ein Niveau, das Gold zuletzt Mitte Februar gesehen hatte. Die Verluste vom Montag waren in einem einzigen Handelstag vollständig ausradiert worden.

Mittwoch, 04.03. – 165,12 USD/g (+0,74 %)

Leichte Stabilisierung. Gold erholte sich moderat und schloss bei 165,12 USD/g, das Tageshoch lag bei 166,64 USD/g (5.203,678 USD/oz). Die Handelsspanne blieb eng – der Markt suchte noch Orientierung.

Zwei wichtige Datenpunkte dominierten den Handelstag: ADP-Beschäftigungsbericht für Februar mit +63.000 neuen Stellen (erwartet: +19.000) – ein klarer Überraschungspositiv. Und der ISM Services PMI für Februar mit 56,1 – der höchste Wert seit August 2022. Beide Zahlen sprachen eigentlich gegen Gold: starke Wirtschaft, kein Zinssenkungsdruck. Der Goldpreis legte trotzdem leicht zu. Das zeigt, wie stark die geopolitische Unsicherheit weiterhin als Boden wirkte.

Ebenfalls am Mittwoch: Trumps offizielle Nominierung von Kevin Warsh als neuen Fed-Chef. Warsh gilt als zinssenkungsfreundlich. Die Märkte notierten das als strukturell bullishes Signal für Gold – auch wenn die unmittelbare Reaktion gedämpft blieb.

Donnerstag, 05.03. – 163,26 USD/g (–1,13 %)

Rücksetzer ohne klaren Auslöser. Gold verlor 1,13 Prozent und schloss bei 163,26 USD/g. Das Tageshoch von 166,55 USD/g (5.179,914 USD/oz) und das Tagestief von 162,47 USD/g (5.053,261 USD/oz) zeigen eine breite, nervöse Handelsspanne.

Der Tag stand im Zeichen von Konsolidierung und gemischten Makrodaten. Uganda verkündete, ab März physisches Gold zu kaufen – 100 Kilogramm bis Juni. Ein kleines Signal mit großer symbolischer Aussagekraft: Die Zentralbank-Nachfrage nach physischem Gold ist kein Phänomen der Großmächte mehr. Gleichzeitig berichtete der Weltgoldrat von Gold-ETF-Zuflüssen in Höhe von 5,3 Milliarden Dollar allein im Februar – strukturelle Nachfrage trotz hoher Preise.

Dass Gold dennoch fiel, lag an einem stärkeren US-Dollar (DXY auf Wochenhoch) und Risikobereitschaft an den Aktienmärkten nach dem starken ISM-Services-Druck vom Vortag.

Freitag, 06.03. – 165,69 USD/g (+1,49 %)

Starke Erholung zum Wochenschluss – ausgelöst durch den schlechtesten US-Jobsbericht seit vier Monaten. Das Bureau of Labor Statistics veröffentlichte um 8:30 Uhr New Yorker Zeit (14:30 Uhr MEZ): Non-Farm Payrolls Februar –92.000 Stellen. Erwartet wurde ein Minus von 50.000. Januar wurde nach unten revidiert auf +126.000. Dezember wurde von +48.000 auf –17.000 revidiert. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,4 Prozent.

Das ist keine temporäre Anomalie mehr. Februar war der dritte negative Jobsbericht in fünf Monaten. Die US-Wirtschaft hat 2025 im Schnitt nur 15.000 Stellen pro Monat geschaffen – das schlechteste Jahr seit der Finanzkrise. Gold reagierte wie erwartet: Schlechte Arbeitsmarktdaten erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Fed-Zinssenkungen, was Gold als zinslosen Wertspeicher attraktiver macht. Das Tageshoch von 166,38 USD/g (5.174,571 USD/oz) kam kurz nach Datenpublikation – dann setzte wieder leichtes Profit-Taking ein.

Wochenhoch und Wochentief – Was steckt dahinter?

Wochenhoch: 174,14 USD/g am Montag (Intraday)

Das Wochenhoch entstand nicht durch fundamentale Datenpublikation, sondern durch einen klassischen Kriegsschock-Spike. Solche Spikes sind schnell, laut und oft kurzlebig. Der Markt erkannte binnen Stunden, dass weder die Straße von Hormus dauerhaft gesperrt bleiben noch die direkten Kriegsfolgen für die Goldnachfrage linearfortsetzend sein würden. Das Wochenhoch von 174,14 USD/g war der höchste Stand seit dem Allzeithoch vom 28. Januar 2026 (180,08 USD/g) – aber es war kein tragfähiges Niveau. Für Verkäufer war es eine willkommene Exit-Gelegenheit.

Wochentief: 161,20 USD/g am Dienstag (Intraday)

Die Handelsspanne zwischen Wochenhoch und Wochentief betrug 12,94 USD/g – eine Schwankungsbreite von 7,4 Prozent innerhalb von zwei Handelstagen. Das ist außergewöhnlich. Es zeigt, wie stark geopolitische Ereignisse die kurzfristige Preisfindung überlagern können, ohne das mittelfristige Preisniveau dauerhaft zu verschieben. Das Wochentief von 161,20 USD/g entsprach genau dem Preisniveau von Mitte Februar – der Markt hatte den gesamten Iran-Kriegs-Aufschlag innerhalb von 24 Stunden wieder abgebaut.

Kriegsschock am Montag: Straße von Hormus, Ölpreis und Gold

Das Verhältnis zwischen Geopolitik und Goldpreis ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Der intuitive Zusammenhang lautet: Krieg → Unsicherheit → Flucht in sichere Häfen → Gold steigt. Das stimmt – aber nur kurzfristig und nur beim ersten Schock.

KW10 lieferte dazu ein Lehrbuchbeispiel. Der erste Schlag – US/Israel-Angriff auf Iran über das Wochenende – trieb Gold auf das Wochenhoch. Der Gegenschlag – iranische Raketenangriffe auf Golfstaaten, Sperrung der Meeresenge – führte zu einem noch stärkeren Rückgang. Warum? Weil eine aktive Kriegseskalation nicht nur Flucht in sichere Häfen auslöst, sondern gleichzeitig Liquiditätsverkäufe, Margin Calls in anderen Positionen und eine Verschiebung des Safe-Haven-Kaufdrucks in Richtung Öl-Hedges und Staatsanleihen.

Die Straße von Hormus ist der Engpass für rund 20 Prozent des globalen Ölhandels. Wenn dieser Kanal auch nur partiell gestört ist, dominiert der Ölpreis-Schock alle anderen Assetklassen. In solchen Momenten wird Gold nicht als Hedge verkauft, sondern als liquides Asset, das zur Deckung anderer Verluste dient. Langfristig ist ein Iran-Krieg zweifellos bullish für Gold – kurzfristig war das Gegenteil zu beobachten.

Kevin Warsh als Fed-Chef: Was das für Gold bedeutet

Am Mittwoch nominierte Präsident Trump offiziell Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der US-Notenbank. Warsh ist ein ehemaliger Fed-Gouverneur und Wall-Street-Veteran, der seit Jahren als Kritiker der lockeren Geldpolitik der vergangenen Dekade gilt – aber aktuell als zinssenkungsfreundlich eingestuft wird.

Für Gold ist die Warsh-Nominierung aus zwei Gründen relevant. Erstens signalisiert sie eine potenzielle Richtungsänderung in der Fed-Führung nach dem Ende der Amtszeit von Jerome Powell. Ein neuer Fed-Chef mit anderem Mandat kann die Zinspolitik der kommenden Jahre entscheidend prägen. Zweitens schafft die Nominierungsphase selbst Unsicherheit – Märkte wissen nicht genau, was Warsh tun wird. Und Unsicherheit ist für Gold immer gut.

Konkret: Wenn Warsh die Fed in Richtung früherer Zinssenkungen steuert, sinkt der Realzins – das ist der wichtigste fundamentale Treiber für Gold. Die Märkte preisen aktuell kaum Zinssenkungen für März ein (95,6 Prozent Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen laut CME), aber mittelfristig verschiebt die Warsh-Nominierung die Erwartungskurve zugunsten lockererer Geldpolitik – und damit zugunsten von Gold.

NFP-Desaster am Freitag: –92.000 Jobs und was Gold daraus macht

Der Non-Farm Payrolls Report für Februar war eine eindeutige Hiobsbotschaft für den US-Arbeitsmarkt. Die Wirtschaft verlor 92.000 Stellen – deutlich mehr als die erwarteten 50.000 Stellen. Die Gesundheitsbranche verlor 28.000 Stellen wegen eines Kaiser-Permanente-Streiks. Die Bundesregierung verlor weitere 10.000 Stellen als Folge von Trumps DOGE-Entlassungswelle. Der Fertigungssektor verlor 12.000 Stellen, Transport und Logistik 11.000.

Zur Einordnung der Tiefe des Problems: Die Revisionen machten die Lage noch düsterer. Dezember wurde von +48.000 auf –17.000 nach unten korrigiert. Januar von +130.000 auf +126.000. Die Gesamtbeschäftigung in Dezember und Januar zusammen lag damit um 69.000 Stellen tiefer als bisher angenommen. Und für das Gesamtjahr 2025 wurde die Beschäftigung auf durchschnittlich nur +15.000 Stellen pro Monat revidiert – nach ursprünglich berichtetem +49.000.

Gold reagierte auf den schlechten Jobsbericht positiv – aber gedämpfter, als man erwarten könnte. Der Grund liegt in einem Paradox: Ein schlechter Arbeitsmarkt erhöht theoretisch die Wahrscheinlichkeit von Fed-Zinssenkungen, was Gold stützt. Aber ein schlechter Arbeitsmarkt kann auch Rezessionsangst auslösen, die in extremen Fällen zu Liquiditätsverkäufen führt. In KW10 war die Reaktion netto positiv – aber nicht überwältigend, weil die geopolitische Lage weiterhin das dominante Thema blieb.

Fazit: Geopolitik schlägt Konjunktur – bis sie es nicht mehr tut

KW10 schloss mit einem Wochenminus von 2,06 Prozent – trotz eines Kriegsausbruchs im Nahen Osten, trotz eines katastrophalen US-Jobsberichts, trotz einer zinssenkungsfreundlichen Fed-Führungsnomination. Das erscheint paradox. Es ist aber lehrreich.

Gold reagiert auf Schocks – nicht auf anhaltende Zustände. Der Iran-Schock vom Montag war bereits am Dienstag eingepreist. Das NFP-Desaster vom Freitag verhinderte einen noch stärkeren Wochenverlust, konnte ihn aber nicht vollständig aufholen. Die drei strukturellen Treiber bleiben intakt: geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten, schwächelnder US-Arbeitsmarkt und die beginnende Wende in der Fed-Führung. Alle drei sprechen mittelfristig für Gold – aber kurzfristig ist der Markt nach dem Iran-Schock-Spike in einer Konsolidierungsphase.

Wer Gold als langfristigen Wertspeicher hält, findet in KW10 eine Bestätigung: Das Niveau hält, auch wenn Schocks sich nicht linear in Preisanstiegen niederschlagen. Die Woche, die mit einem Kriegsausbruch begann, endete mit Gold bei 165,69 USD/g – deutlich über dem Niveau von vor einem Jahr, stabil oberhalb der psychologischen 160-USD/g-Marke und strukturell gut unterstützt.

Quellen: Deutsche Börse (Goldpreis Rohstoff, Kurshistorie), U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS – Employment Situation February 2026), Institute for Supply Management (ISM Services PMI Februar 2026), ADP Research (ADP National Employment Report Februar 2026), USAGOLD Daily Market Reports, Bloomberg, Reuters, CNBC
Stand: 06.03.2026, Börsenschluss | ALLE PREISE IN US-DOLLAR | Umrechnung: USD/g = USD/oz ÷ 31,1034768

Stand: März 2026 | KW10

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